Nacht im Central Park

Autor: Guillaume Musso
Genre: Roman
Verlag: Pendo
ISBN: 978-3-86612-378-6
Erscheinungsdatum (D) 01.06.15 Erschienen 2014
Seiten 380
Übersetzung Eliane Hagedorn, Bettina Runge, Kollektiv Druck-Reif

Nacht im Central Park Central Park

Inhalt

Es ist eine Situation, wie sie absurder und rätselhafter wohl kaum sein könnte: Alice und Gabriel wachen aneinandergefesselt auf einer Parkbank auf und haben keine Ahnung, wie sie in diese Lage geraten konnten. Fassungslos müssen die beiden, die einander gänzlich unbekannt sind, dann auch noch feststellen, dass sie sich inmitten von New Yorks Central Park befinden. Und das, wo die Pariser Polizistin Alice am Abend zuvor noch mit Freundinnen auf dem Champs-Elysées unterwegs war und der Jazzpianist Gabriel in einem Dubliner Club Klavier gespielt hat. Wie konnten sie in nur so kurzer Zeit nach Amerika gelangen und vor allem: Warum haben sie keinerlei Erinnerung an die Umstände, die sie hierher geführt haben?

Nachdem sie sich fürs Erste aus ihrer misslichen Lage befreien können, bleibt Alice und Gabriel nichts anderes übrig, als sich gemeinsam auf Spurensuche zu begeben. Am dringlichsten ist dabei die Frage, von wem die Blutflecken auf Alice’ T-Shirt stammen und wem die Waffe gehört, die sie bei sich hat. Schnell stoßen die beiden auf die Spur eines Serienmörders, mit dem Alice noch eine ganz private Rechnung zu begleichen hat. Immer steht dabei die Frage im Raum, ob und wie sehr sie einander vertrauen dürfen…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Es ist eine wirklich außergewöhnliche Geschichte, die Guillaume Musso sich hier ausgedacht hat, eine Geschichte, die allerdings viel Potential unausgeschöpft lässt. Es will dem Autor einfach nicht gelingen, seinen beiden Protagonisten Leben einzuhauchen, Alice und Gabriel bleiben die ganzen 380 Seiten über seltsam blass und distanziert. Der Funke will einfach nicht überspringen, was zur Folge hat, dass einem das Schicksal dieser beiden Figuren und das Geheimnis, das sie mit sich herumtragen, herzlich gleichgültig bleiben. Hinzu kommt, dass die Geschichte, die zunehmend an das Drehbuch zu einem typisch amerikanischen Polizeithriller erinnert, immer wieder über äußerst hanebüchene Wendungen stolpert, die unterm Strich einfach zu unglaubwürdig erscheinen.

Auch wenn es Musso zweifellos gelingt, seine Leser mit einem völlig unerwarteten Ende zu überraschen, gewinnt dieser Roman dadurch auch im Rückblick keine nennenswerten Pluspunkte. Vor allem die fehlende Überzeugungskraft der beiden Hauptfiguren hat zur Folge, dass man „Nacht im Central Park“ nicht mit dem wünschenswerten Enthusiasmus folgen mag. Auch ein noch so geschickt ausgeklügelter Schluss vermag es nicht, diesen Roman über das Mittelmaß hinauszuheben.

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