Das Einstein-Mädchen

Autor: Philip Sington
Genre: Roman
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-24783-2
Erscheinungsdatum (D) 01.07.10 Erschienen 2009
Seiten 464
Übersetzung Sophie Zeitz

Das Einstein-Mädchen The Einstein Girl

Inhalt

Als im Jahr 1932 in Berlin eine junge Frau im Wald bei Caputh bewusstlos aufgefunden wird, hat die Presse schnell einen Namen für die Unbekannte gefunden: das Einstein-Mädchen. Denn in der Nähe des Fundorts wird der Programmzettel eines Vortrags von Albert Einstein über den gegenwärtigen Stand der Quantentheorie entdeckt. Als sie aus dem Koma erwacht, hat die junge Frau, die offensichtlich schwer misshandelt wurde, keinerlei Erinnerung an ihr früheres Leben und weiß nicht einmal ihren Namen. Martin Kirsch, Psychiater an der Charité, wo die Unbekannte behandelt wird, ist vom ersten Moment an fasziniert von ihr und ihrer Geschichte, ist er sich doch sicher, ihr schon einmal begegnet zu sein. Er fühlt sich zu Elisabeth, wie er seine Patientin nennt, immer stärker hingezogen, was angesichts seiner Verlobung mit der reizenden Alma zu einem immer größeren Problem wird.

Als er in Elisabeths Besitz ein Notizbuch mit mathematischen Formeln entdeckt und einen Brief, der an Mileva Einstein-Maric, die erste Frau von Albert Einstein, adressiert ist, beginnt Kirsch, Nachforschungen anzustellen. Er reist nach Zürich, um Mileva aufzusuchen und lernt dort ihren und Einsteins Sohn Eduard kennen, der in der Nervenheilanstalt Bürghölzli behandelt wird. Bei ihm erhofft sich Kirsch Antworten auf seine zahllosen Fragen und womöglich einen Hinweis auf die wahre Identität des geheimnisvollen Einstein-Mädchens…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Albert Einstein, ein Mann, der bis heute polarisiert und Stoff für reichlich Geschichten und Spekulationen bietet. Die Idee, basierend auf seiner Lebensgeschichte einen mysteriösen Kriminalfall zu kreieren, erweist sich als durchweg gelungen. Philip Sington verknüpft in „Das Einstein-Mädchen“ auf äußerst raffinierte Weise Fakten mit Fiktion und lässt einen Roman entstehen, der sowohl als historischer Roman, als auch als packender Krimi seine Berechtigung findet. Es entsteht das fesselnde und faszinierende Stimmungsbild eines sich zwischen zwei Weltkriegen befindenden Deutschlands, in dem ein mysteriöser Kriminalfall Berlin bewegt. Zugleich beleuchtet Sington den von Freud und Jung geprägten damaligen Stand der Psychoanalyse und zeigt eindrücklich auf, welche Zustände in den „Nervenheilanstalten“ der Dreißigerjahre herrschten.

Das alles verbindet der Autor mit der mysteriösen Geschichte einer Unbekannten, die möglicherweise Albert Einsteins Tochter sein könnte und mit der ihres behandelnden Psychiaters, der selbst schwer an den Folgen seines Einsatzes an der Front zu tragen hat. Es gelingt Sington, die Spannung kontinuierlich zu steigern und mit gut recherchierten Fakten zu spicken. Das Ergebnis ist ein fesselnder, intelligent konstruierter und packend erzählter Roman, der genau die richtige Mischung an Wahrheit und Fiktion zu bieten hat.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen