Das Flüsterhaus

Autor: Lesley Turney
Genre: Roman
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-30358-3
Erscheinungsdatum (D) 13.10.14 Erschienen 2013
Seiten 480
Übersetzung Monika Köpfer

Das Flüsterhaus Your beautiful lies

Inhalt

Annie Howarth hat wirklich alles getan, um ihre Vergangenheit und vor allem ihre einfache Herkunft hinter sich zu lassen: Seit ihrer Hochzeit mit dem hoch angesehenen Polizeichef William Howarth ist sie aus der Arbeiterklasse, aus der ihre Familie stammt, in die glamouröse Welt der gehobenen Mittelschicht aufgestiegen. Weder sie, noch ihre kleine Tochter Elizabeth haben noch viel gemein mit den Minenarbeitern, die tagtäglich in den Stollen für das Auskommen ihrer Familien schuften. Fast scheint es so, als wäre sie in der großen Villa mit riesigem Garten, in der sie mit dem erheblich älteren William, dessen Mutter Ethel und der kleinen Elizabeth lebt, wunschlos glücklich.

Doch etwas fehlt in Annies scheinbar so heiler Welt, in der sich alles nach den Wünschen und Bedürfnissen ihre pedantischen und überkorrekten Ehemanns richtet – und als ihre Jugendliebe Tom aus dem Gefängnis entlassen wird, gerät Annies nach außen hin so perfektes Leben gehörig ins Wanken. Zunächst schenkt sie Toms Beteuerungen, er sei damals unschuldig und durch eine Intrige Williams hinter Gitter gekommen, keinen Glauben, doch allmählich beschleichen sie immer stärkere Zweifel. Eine ermordete Frau, die im Moor gefunden wird und Annie auf beunruhigende Weise ähnelt, erfordert Williams ganze Aufmerksamkeit, so dass er erst allmählich begreift, dass seine Frau längst wieder Toms Zauber erlegen ist…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Mit ihrem dritten Roman „Das Flüsterhaus“ präsentiert Lesley Turney eine Geschichte, die leider nur allzu durchschaubar ist und außerdem von gerne bedienten Klischees nur so strotzt. Auch wenn es der Britin, wie bereits in ihren vorigen Romanen, durchaus wieder gelingt, eine bedrohliche und unheilgeschwängerte Atmosphäre heraufzubeschwören, ist es doch vor allem Annie, die Hauptfigur, an der man sich von Anfang an reibt. Das Verhalten dieser von Wohlstand und Prestige eingelullten Frau, die ihrem Mann förmlich untertan ist und alles tut, um sich in dessen perfektes Leben einzufügen, ist nur schwer nachvollziehbar. Annie ist eine Protagonistin, die einem immer unsympathischer wird, was wenig zur Sogkraft der Geschichte beiträgt.

Hinzu kommt, dass man als Leser über lange Strecken den Eindruck gewinnt, als habe Turney sich nicht entscheiden können, wohin ihre Geschichte führen und vor allem, welchem Genre sie angehören soll. Mysteriöser Mordfall? Leidenschaftliche Liebesgeschichte? Sozialkritische Charakterstudie? Man weiß es bis zum Schluss nicht so recht, und unterm Strich bleibt der Eindruck einer stellenweise wirklich gut geschriebenen und auch atmosphärisch ganz gelungenen Geschichte, der aber der richtige Biss fehlt.

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