Die Puppe

Autor: Mo Hayder
Genre: Thriller
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-31306-8
Erscheinungsdatum (D) 17.02.14 Erschienen 2013
Seiten 416
Übersetzung Rainer Schmidt

Die Puppe Poppet

Inhalt

Seltsame Dinge ereignen sich in Beechway, der psychiatrischen Klinik Bristols. Die Patienten werden nachts von einer schrecklichen Erscheinung heimgesucht, die alle nur „Maude“ nennen und die sie offenbar dazu treibt, sich selbst zu verletzen. Als die Patientin Zelda Lornton tot in Beechway aufgefunden wird, glauben alle zu wissen, wer für ihren Tod verantwortlich ist. Obwohl AJ, der verantwortliche Pfleger, sich beharrlich weigert, an die unheimliche Erscheinung zu glauben, beunruhigt ihn die explosive Stimmung in Beechway, die die Patienten zu Kurzschlusshandlungen treibt. Als der psychisch schwer gestörte Isaac Handel völlig unerwartet als rehabilitiert entlassen wird, beschleicht AJ ein schrecklicher Verdacht. Isaac, der einst seine Eltern auf unvorstellbar brutale Art ermordet hat, ist nach seiner Entlassung plötzlich unauffindbar und AJ argwöhnt, dass er hinter der geisterhaften Erscheinung gesteckt haben könnte. Hilfesuchend wendet er sich an Detective Inspector Jack Caffery, den er gerade erst auf einem Kongress kennen gelernt hat.

Caffery hingegen ist völlig von seinen ganz persönlichen Gespenstern in Beschlag genommen, denn es gibt da eine Sache zwischen ihm und der Polizeitaucherin Flea Marley, die er nicht länger ignorieren kann. Während er damit beschäftigt ist, in dieser Angelegenheit Schadensbegrenzung zu betreiben, nehmen die Ereignisse in und um die Klinik Beechway immer verwirrendere Ausmaße an…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Es ist schon beinahe unheimlich, wie souverän es Mo Hayder gelingt, ihre Leser nach genau drei Jahren Pause von Jack Caffery und dessen mysteriösen Verstrickungen mit der Polizeitaucherin Flea Marley, ohne viel Federlesens zurück ins Boot zu holen. Ohne viel zu grübeln findet man beinahe mühelos den Anschluss an den letzten Fall der beiden, der hier in einem Nebenstrang weitergeführt wird. Erneut ist es dabei Jack Caffery, der fasziniert und dem man am liebsten blind folgen würde. Wer seine Geschichte vom ersten Band „Der Vogelmann“ bis jetzt verfolgt hat, hat fast schon den Eindruck, so etwas wie einen engen und doch stets auf Distanz bleibenden Vertrauten in ihm gefunden zu haben. Wie ein einsamer Wolf löst er seine Fälle und steht doch immer noch mit einem Bein in der Vergangenheit und dem damit verbundenen Rätsel um seinen einst verschwundenen jüngeren Bruder. Dieser Jack Caffery ist eine mehr als gelungene Hauptfigur, deren Entwicklung hin zu einem nicht mehr ganz jungen Ermittler Mo Hayder perfekt gelungen ist und der gerade in der undurchsichtigen Verbindung zur ebenfalls vom Leben gezeichneten Flea Marley zusehends an Faszination gewinnt.

Mit „Die Puppe“ hat Hayder einen atmosphärisch dichten und durch und durch mysteriösen Fall für Cavery und Marley erschaffen, der für Thriller-Fans keine Wünsche offenlassen dürfte. Langsam aber dennoch beharrlich zieht sie die Spannungsschraube an und wartet mit faszinierenden und authentischen Charakteren auf. Vor allem die psychiatrische Klinik Beechway ist ein Schauplatz voller Atmosphäre und Gänsehauteffekt, der perfekt zu diesem Fall passt. Überraschende Wendungen, eine klug konstruierte Geschichte und ein Ende, das weitere gemeinsame Fälle von Jack Caffery und Flea Marley erhoffen lässt, lassen diesen Thriller zum perfekten Leseerlebnis werden.

Jack Caffery ermittelt in folgenden Fällen:

Der Vogelmann
Die Behandlung
Ritualmord
Haut
Verderbnis
Die Puppe
Wolf

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen