Inselgrab

Autor: Johan Theorin
Genre: Krimi
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-05470-6
Erscheinungsdatum (D) 12.05.14 Erschienen 2013
Seiten 478
Übersetzung Susanne Dahmann, Kerstin Schöps

Inselgrab Rörgast

Inhalt

Es ist Sommer auf Öland, die Hauptsaison hat gerade begonnen, und die Insel ist voller Sommergäste, die gemeinsam Mittsommer feiern wollen. Gerlof Davidson entflieht während der Sommertage seinem tristen Alltag im Altersheim und genießt die ruhige Zeit im Sommerhaus. Eines Nachts wird er allerdings von einem verzweifelten Klopfen geweckt – ein Junge steht vor seiner Tür und erzählt ihm atemlos von einem mysteriösen Schiff voller sterbender Seeleute. Außerdem will er einen alten Mann mit einer Axt gesehen haben. Jonas Kloss, der Neffe von Kent Kloss, dem das große Ferienressort der Insel gehört, darf bei Gerlof übernachten und bald schon wird der alte Mann zu seinem einzigen Vertrauten. Denn weder mit seinem Vater, noch mit Onkel Kent kann Jonas über das reden, was er in der Nacht gesehen hat und was ihn mehr und mehr belastet.

Gerlof hingegen ahnt, wer der alte Mann mit der Axt sein könnte und dass es eine alte Schuld ist, die zu begleichen ihn zurück nach Öland getrieben hat. Gerlof meint, ihn aus seiner Jugend zu kennen, bringt er ihn doch mit einem Ereignis in Verbindung, das ihn bis heute nicht loslässt…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge erwarteten die Leser Johan Theorins Band vier seines „Öland-Quartetts“, denn mit der Vorfreude auf einen weiteren großartigen Krimi des Autors vermischt sich doch auch die Gewissheit, dass mit „Inselgrab“ die großartige Öland-Reihe endgültig abgeschlossen sein wird. Auch wenn gleich vorweg gesagt werden muss, dass „Inselgrab“ nicht ganz die atmosphärische Dichte und mystische Spannung seiner Vorgänger erreicht, legt Johan Theorin hier doch einen durch und durch fesselnden und tiefschürfenden Krimi vor, der vor allem seiner authentischen und faszinierenden Charaktere wegen zu überzeugen weiß. Vor allem das Wiedersehen mit Gerlof Davidson, der in „Öland“ seinen Enkel verlor, lässt den Eindruck entstehen, dass sich hier nun der Kreis schließt. Gerlof ist eine Figur, die einen tief berührt, weil er überdeutlich erkennen lässt, dass verdrängte Ereignisse aus der Kindheit einen auch noch am Ende des Lebens umtreiben können.

Johan Theorin erzählt in „Inselgrab“ eine Geschichte, die die Gespenster der Vergangenheit wieder lebendig werden lässt und längst vergessen geglaubte Sünden ans Tageslicht befördert. Er beweist damit einmal mehr sein Gespür für die vielfältigen Facetten der menschlichen Psyche, das von großer Menschenkenntnis und Empathie zeugt. Damit ist „Inselgrab“ viel mehr, als nur ein spannend konstruierter Kriminalroman, denn auch wenn die Bedrohlichkeit beinahe mit Händen zu greifen ist, ist es vor allem das, was hinter allem verborgen ist, was den Leser atemlos weiter lesen lässt.
Mit „Inselgrab“ ist Johan Theorin ein würdiger Abschluss seines „Öland-Quartetts“ gelungen, mit dem er seinen Ruf als einer der ganz großen skandinavischen Krimiautoren endgültig festigt.

Johan Theorins "Öland-Quartett" umfasst folgende Bände:
Öland
Nebelsturm
Blutstein
Inselgrab

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen