Nur eine böse Tat

Autor: Elizabeth George
Genre: Krimi
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-31252-8
Erscheinungsdatum (D) 11.11.13 Erschienen 2013
Seiten 863
Übersetzung Charlotte Breuer, Norbert Möllemann

Nur eine böse Tat Just One Evil Act

Inhalt

Es ist eine furchtbare Katastrophe, die das Leben von Taymullah Azhar völlig aus den Fugen hebt: Seine Freundin Angelina hat ihn verlassen und die gemeinsame Tochter Haddiyah, die bisher bei ihrem Vater gelebt hat, einfach mitgenommen. Barbara Havers ist vor Sorge über ihren Nachbarn und guten Freund völlig außer sich und bittet Inspector Thomas Lynley um Hilfe. Doch der kann Barbara nicht wirklich weiterhelfen, denn immerhin ist Azhars Name nicht in Haddiyahs Geburtsurkunde eingetragen und von Angelina fehlt jede Spur. In seiner Verzweiflung engagiert Azhar einen Privatdetektiv, der aber offenbar nichts über Angelinas und Haddiyahs Aufenthaltsort herausfinden kann.

Erst nach fünf langen Monaten des Bangens steht Angelina plötzlich vor Azhars Tür – mit ihrem neuen Lebensgefährten Lorenzo, mit dem sie sich in der Toskana ein neues Leben aufgebaut hat. Es stellt sich heraus, dass Haddiyah in dieser ganzen Zeit mit Angelina auf Lorenzos Hofgut gelebt hat und nun seit einigen Tagen vermisst wird. Wutentbrannt beschuldigt Angelina Azhar, Haddiyah entführt zu haben. Der reist sofort mit seiner früheren Lebensgefährtin und deren neuen Partner nach Italien, und Barbara würde am liebsten ebenfalls sofort aufbrechen, doch ihre neue Chefin Isabelle Ardery hat andere Pläne mit ihr. Stattdessen reist Lynley nach Italien, um in dem kleinen Ort Lucca Nachforschungen anzustellen. Als Azhar bald schon in den Verdacht gerät, selbst in die Verführung seiner Tochter verwickelt zu sein, unternimmt Barbara alles, um seine Unschuld zu beweisen – und schlägt dabei Wege ein, die ihre ganze Existenz zerstören könnten…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Schon lange ist es ja so, dass die Fans von Elizabeth George deren Krimis vor allem wegen des persönlichen Bezugs ihrer Protagonisten zu den einzelnen Fällen förmlich verschlingen. Es wird immer persönlicher und tiefgründiger in Georges Romanen, und das ist es in „Nur eine böse Tat“ noch in verstärktem Maße. Der Fall, in dem Lynley und Havers ermitteln, könnte privater und emotionaler kaum sein. Haddiyahs Entführung, Azhars offensichtliche Verzweiflung und Barbaras starke Gefühle für Vater und Tochter sind Dreh- und Angelpunkt dieses Krimis und enthüllen neue und ungeahnte Facetten dieser Ermittlerin, die in „Nur eine böse Tat“ die heimliche Hauptfigur ist. Doch bei aller Impulsivität, Dickköpfigkeit und mangelndem Respekt vor Vorgesetzten, die wir von Barbara Havers ja zur Genüge kennen, sind ihre Handlungen in diesem Fall doch manchmal zu unlogisch und nicht immer ganz glaubhaft. Hin und wieder schüttelt man als Leser dann doch den Kopf über ihr irrationales Verhalten, das sie sehenden Auges förmlich in ihr Unglück rennen lässt. Dennoch ist die immer tiefer und freundschaftlicher werdende Beziehung zu ihrem Vorgesetzten Lynley äußerst reizvoll, was diesen beiden Charakteren völlig neue Facetten verleiht. Wie schon die vergangenen Krimis von George lebt auch „Nur eine böse Tat“ ganz stark durch die großartig gezeichneten und vielschichtigen Figuren, die einen einfach nicht mehr loslassen wollen.

Insgesamt gesehen kann man diesem ansonsten klug und spannend konstruierten Fall lediglich vorwerfen, dass er über die eine oder andere Länge verfügt und am Ende dann doch alles zu glatt aufgeht. Trotzdem wird man als Leser immer wieder von verblüffenden und völlig unerwarteten Wendungen überrascht, die zeigen, dass Elizabeth George eine wahre Meisterin ihres Faches ist. Lynley und Havers sind zwei Hauptfiguren, die sich immer wieder aufs Neue als wahrer Geniestreich entpuppen. Elizabeth Georges unglaublichem Können ist es zu verdanken, dass sie auch in ihrem achtzehnten gemeinsamen Fall rein gar nichts von ihrer Glaubwürdigkeit und Authentizität eingebüßt haben.

Die Inspektor Lynley–Reihe umfasst folgende Bände:

Gott schütze dieses Haus
Keiner werfe den ersten Stein
Auf Ehre und Gewissen
Mein ist die Rache
Denn bitter ist der Tod
Denn keiner ist ohne Schuld
Asche zu Asche
Im Angesicht des Feindes
Denn sie betrügt man nicht
Undank ist der Väter Lohn
Nie sollst du vergessen
Wer die Wahrheit sucht
Wo kein Zeuge ist
Am Ende war die Tat
Doch die Sünde ist scharlachrot
Wer dem Tode geweiht
Glaube der Lüge
Nur eine böse Tat
Bedenke, was du tust
Wer Strafe verdient

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