Christmasland

Autor: Joe Hill
Genre: Thriller
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-26882-1
Erscheinungsdatum (D) 23.09.13 Erschienen 2013
Seiten 800
Übersetzung Hannes Riffel, Sara Riffel

Christmasland NOS4A2

Inhalt

Charlie Manx ist ein steinalter, durch und durch böser Mann, der mit seinem alten Rolls-Royce dutzendweise Kinder kidnappt. Denn er liebt Kinder so sehr, dass er ihnen ewige Weihnachten verspricht; deshalb bringt er sie mit seinem unheimlichen Auto nach „Christmasland“, um dort mit ihnen auf alle Zeiten Weihnachten zu feiern. Doch die Kinder erwartet Schreckliches in „Christmasland“, und es gibt für sie keinen Weg mehr zurück.

Vicky, die von ihrem Vater nur liebevoll „das Gör“ genannt wird, hat ebenfalls eine besondere Gabe. Mit ihrem zu großen Fahrrad kann sie über eine alte Holzbrücke fahren, die eigentlich längst nicht mehr steht und so im Handumdrehen zu weit entfernten Orten gelangen. Auf diese Weise hat sie schon viele verloren gegangene Dinge wieder gefunden – und dabei allerdings auch etwas von sich selbst verloren. Kein Wunder also, dass ihre und Manx’ Wege sich eines schönen Tages kreuzen. Doch Vicky gelingt, was vor ihr noch keinem Kind gelungen ist: Sie kann dem bösen alten Mann mit seinem bösen Auto entkommen.

Jahre später wird Vicky allerdings von ihrer Vergangenheit eingeholt, denn Charlie Manx vergisst niemals und hat noch eine Rechnung mit Vicky offen. Vicky, die ihr Leben seit jener ersten Begegnung mit Charlie nie wieder in den Griff bekommen hat, würde alles, was passiert ist, am liebsten aus ihrer Erinnerung streichen. Doch Charlie nimmt ihr das Wichtigste und Kostbarste in ihrem Leben und Vicky bleibt nichts anderes übrig, als den Kampf mit dem Ungeheuer aufzunehmen…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Dass Joe Hill es versteht, grandiose Geschichten zu erzählen und seine Leser mit leichter Hand in andere Welten zu entführen, hat er bereits in seinen vorhergehenden Romanen eindrücklich bewiesen. Doch in „Christmasland“ zeigt sich erstmals das volle Ausmaß seines erzählerischen Talents, hat er hier doch einen Thriller erschaffen, der vor kreativen Ideen, faszinierenden Charakteren und haarsträubenden und unheimlichen Ereignissen nur so strotzt. Es ist unglaublich, welch vielschichtige und facettenreiche Geschichte Hill erschaffen hat, eine Geschichte, die in vielem an seinen berühmten Vater Stephen King erinnert und doch auch wieder einen ganz eigenen, unverwechselbaren Charakter aufweist. Geschickt verwebt der Autor märchenhafte Elemente mit klassischen Horrorszenarien und erweckt eine Geschichte zum Leben, die eine ganz eigene Variation des Hans-Christian Andersen-Märchens „Die Schneekönigin“ sein könnte.

Fast scheint es, als gäbe es für Joe Hills Einfallsreichtum keine Grenzen, seine Figuren überraschen immer wieder aufs Neue mit unerwarteten Facetten und skurrilen Fähigkeiten. Egal, ob nun der bitterböse Charlie Manx, die vom Leben gezeichnete Vic oder der übergewichtige Lou, der im Angesicht des Bösen zum wahren Helden mutiert – sie alle erwachen vor dem inneren Auge des Lesers zum Leben und bevölkern diesen vielschichtigen Horror-Thriller mit ihrer beeindruckenden Präsenz. Dabei spielt Hill mit den Urängsten seiner Leser, lässt alte Schreckgespenster lebendig werden und fesselt damit von Anfang bis Ende. „Christmasland“ packt den Leser vom ersten Augenblick an und lässt ihn bis zum fulminanten Finale nicht mehr aus den Klauen – so muss eine gute Horrorgeschichte aussehen!

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