Das Turmzimmer

Autor: Leonora Christina Skov
Genre: Roman
Verlag: btb
ISBN: 978-3-442-74475-6
Erscheinungsdatum (D) 11.03.13 Erschienen 2010
Seiten 448
Übersetzung Hanne Hammer

Das Turmzimmer Silhuet af en synder

Inhalt

Dänemark, Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts. Nella von Liljenholm kehrt an einem kalten Novembertag in das Haus ihrer Familie zurück, weil sie die Nachricht erhalten hat, dass ihre Mutter Antonia im Sterben liegt. Nella verbrachte eine einsame und von Angst behaftete Kindheit in diesem Haus, in dem sie zusammen mit ihrer Mutter, einer bekannten Autorin und Fräulein Lauritsen, die so etwas wie das Faktotum des Hauses war, lebte. Nach Antonias Tod ist Nella die alleinige Erbin, und gemeinsam mit ihrer Freundin Agnes erkundet sie das riesige Anwesen in der Hoffnung, den dunklen Familiengeheimnissen auf die Spur zu kommen.

Durch Zufall entdecken die beiden unter den alten Dielenböden die Tagebücher der verstorbenen Fräulein Lauritsen, die eine deutliche Sprache sprechen. Finstere Geheimnisse, Intrigen und folgenschwere Lügen sind mit Nellas Familiengeschichte behaftet und es wird Zeit, die Geschichten, die sie ein Leben lang begleiteten, von einer völlig anderen Warte zu sehen…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Verworren und unausgegoren sind die beiden Hauptattribute, die man diesem Roman am Ende der Lektüre am ehesten zuschreiben möchte. Eine Geschichte, die an die großen viktorianischen Schauerromane erinnert, wird hier derart verschachtelt und verwirrend erzählt, dass man schon bald die Lust an der Lektüre verliert. Immer wieder beendet Leonora Christina Skov ein Kapitel an einem spannenden Punkt, um im nächsten an einem völlig anderen weiterzuerzählen. Diese Strategie soll zweifellos der Spannung dienen, wie die Erzählerin selbst einmal sogar zugibt, führt aber vielmehr dazu, dass man sich im Wirrwarr von Personen, Schauplätzen und Zeitsprüngen nicht mehr zurecht findet und irgendwann resigniert kapituliert. Das wird noch durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven verstärkt, vergisst man doch hin und wieder, wer nun gerade die Geschichte aus seiner Sicht erzählt.

Skov hat sich einen Plot erdacht, der viel Potential für spannende Unterhaltung und Gänsehaut gehabt hätte. Leider ist es ihr nicht gelungen, ihre Idee schlüssig und packend umzusetzen. Am Ende bleiben einige lose Fäden zurück und man schließt das Buch mit dem Gefühl, dass hier jede Menge guter Ansätze ins Leere gelaufen sind.

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