Dead End

Autor: Sharon Bolton
Genre: Thriller
Verlag: Manhattan
ISBN: 978-3-442-54715-9
Erscheinungsdatum (D) 13.05.13 Erschienen 2012
Seiten 430
Übersetzung Marie-Luise Bezzenberger

Dead End Dead Scared

Inhalt

Immer wieder kommt es an der Cambridge University zu Selbstmorden unter den Studenten – eine Tatsache, die zunächst nicht so befremdlich ist, da statistisch belegt ist, dass eine gewisse Anzahl von Suiziden vor allem unter jungen Leuten noch zur Norm zählt. Doch zwanzig Selbstmorde in fünf Jahren, noch dazu fast ausschließlich unter jungen Frauen, die sich auf äußerst bizarre und wohl kalkulierte Art das Leben nahmen – da geht offensichtlich etwas nicht mit rechten Dingen zu. DC Lacey Flint wird von ihrem Kollegen DI Mark Joesbury beauftragt, sich an der Cambridge University einzuschreiben und verdeckt zu ermitteln. Lediglich die Psychiaterin der Uni, Dr. Evi Oliver, weiß von Laceys wahrer Identität, denn sie war es auch, die der Polizei von ihrer Sorge berichtete, junge, verzweifelte Leute könnten über dubiose Internet-Chats zum Suizid angestachelt werden. Denn sämtliche Todesopfer waren offenbar psychisch labil und besuchten dieselben Internetseiten.

Lacey findet, als verletzliche Studentin getarnt, heraus, dass einige der Mädchen über Albträume klagten, in denen sie von Unbekannten sexuell belästigt oder gar vergewaltigt wurden, ohne dass sich am nächsten Morgen Spuren der Übergriffe gefunden hätten. Bald schon wird Lacey in ein perfides Spiel hineingezogen, verliert mehr und mehr ihren eigenen Willen und wird von unheimlichen Träumen geplagt. Doch das Ausmaß dessen, was sich an der Cambridge University abspielt, ist schlimmer, als der schrecklichste Albtraum...

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Was für eine bitterböse, perfide und abgrundtief erschreckende Geschichte! Bereits mit ihren Thrillern „Todesopfer“, „Schlangenhaus“, „Bluternte“ und „Dunkle Gebete“ bewies uns die britische Autorin Sharon Bolton, dass es ihr eine Leichtigkeit ist, die Abgründe der menschlichen Psyche auf dem Silbertablett zu servieren. Doch was Bolton ihren Lesern in „Dead End“ präsentiert, jagt selbigen Angstschauer den Rücken hinunter angesichts dessen, wozu die menschliche Spezies scheinbar in der Lage zu sein scheint. Bolton erzählt hier eine verschachtelte und zunächst völlig undurchsichtige Geschichte, die zusehends an finsterer Tiefe gewinnt und den Leser atemlos den Geschehnissen folgen lässt. Von der ersten Sekunde an gelingt es ihr, eine Spannung aufzubauen, die sie zusehends steigert, bis es kaum noch auszuhalten ist. Hier scheint jeder verdächtig zu sein und Bolton versteht es, den Leser bis zum furiosen Finale im Ungewissen zu lassen.

Ein genialer Schachzug ist es hierbei, neben den beiden Ermittlern DC Lacey Flint und DI Mark Joesbury, eine weitere bekannte Figur auf den Spielplan zu zaubern: Dr. Evi Oliver, die bereits aus dem Thriller „Bluternte“ bekannt ist. Auch sie ist, wie Lacey und Mark, ein Charakter voller innerer und äußerlicher Narben, der nicht so recht zu durchschauen ist. Überhaupt ist es erneut Boltons brillante Charakterzeichnung, die diesen Thriller über den Durchschnitt weit heraushebt. Daneben kann sie mit atmosphärischen Schauplätzen punkten, die die finstere Sogwirkung dieses Thrillers noch erhöhen.
Alles in allem ist „Dead End“ ein einfach nur großartig geschriebener und absolut packend konstruierter Thriller, den man atemlos in einem Rutsch durchlesen möchte.

DC Lacey Flint und DI Mark Joesbury ermitteln in folgenden Fällen:
Dunkle Gebete
Dead End
Ihr Blut so rein
Schwarze Strömung

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen