Die Rache des Chamäleons

Autor: Åke Edwardson
Genre: Thriller
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-550-08022-7
Erscheinungsdatum (D) 15.02.13 Erschienen 2011
Seiten 255
Übersetzung Angelika Kutsch

Die Rache des Chamäleons Möt mig i Estepona

Inhalt

Peter Mattéus lebt mit seiner Frau Rita und den beiden gemeinsamen Töchtern in Stockholm. Es ist ein zufriedenes und geruhsames Leben, das die Familie führt, ein Leben mit Häuschen und einem gesicherten Einkommen. Doch dann kommt der Tag, der alles verändern soll. Der Tag, an dem Peter einen Umschlag an seinen Arbeitsplatz zugestellt bekommt, der einen Schlüssel und Fotos seiner Familie enthält. Sofort weiß Peter, dass dies ein Gruß aus seiner Vergangenheit ist, die er erfolgreich in die Tiefen seines Unterbewusstseins verdrängt hat, von der er aber immer wusste, dass sie ihn eines Tages einholen wird. Der Schlüssel passt zu einem Schließfach, in dem sich ein Handy befindet, ein Handy, das just in dem Moment klingelt, als Peter das Schließfach öffnet. Von diesem Moment an wird nichts mehr sein, wie es war. Peter muss eine alte Schuld begleichen und er weiß, dass es für ihn keinen Ausweg geben kann, will er seine Familie retten…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

So mancher Thrillerfan war bis ins Mark getroffen, als Åke Edwardson 2010 mit „Der letzte Winter“ die überaus erfolgreiche Reihe um seinen Ermittler Erik Winter abschloss. Mit „Die Rache des Chamäleons“ präsentiert der Schwede nun seinen ersten Thriller außerhalb dieser Reihe und steht damit natürlich unter enormem Erfolgsdruck, denn die Messlatte ist bekanntlich hoch. Eines sei gleich vorweg gesagt: Wer auf eine Thriller ganz im Stil der Kommissar Winter-Reihe mit einem ähnlich charismatischen Ermittler hofft, wird zwangsläufig enttäuscht werden. „Die Rache des Chamäleons“ ist ein gänzlich anderer Thriller, der in seiner Figurenzeichnung mit Vielem hinter dem Berg hält und wenig verrät. Peter Mattéus ist ein eher undurchsichtiger und verschlossener Charakter, Details über ihn und seine Vergangenheit werden nur angedeutet und insgesamt wird der Leser tendenziell zu sehr im Dunkeln belassen.

Obwohl Edwardson auch hier wieder die Kunst beherrscht, erst allmählich und Stück für Stück die Abgründe im Leben seiner Charaktere zu offenbaren, bleiben einem die seltsam fremd. Keine der Figuren vermag es, einen wirklich zu berühren was zur Folge hat, dass einen deren Schicksal herzlich egal ist. Auch wenn die Geschichte gegen Ende zusehends an Fahrt gewinnt und man den Ereignissen fast schon atemlos folgt, ist der Schluss eher unbefriedigend und insgesamt zu vage.
„Die Rache des Chamäleons“ ist ein Thriller der anderen Art, der eine faszinierende Idee leider nicht konsequent umsetzt, was der Spannung nicht unbedingt zuträglich ist.

„Die Rache des Chamäleons“ ist Åke Edwardsons erster Thriller nach dem Ende seiner gefeierten Reihe um Kommissar Erik Winter.


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