Das Dornenhaus

Autor: Lesley Turney
Genre: Roman
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-30298-2
Erscheinungsdatum (D) 11.06.13 Erschienen 2012
Seiten 480
Übersetzung Monika Köpfer

Das Dornenhaus In her shadow

Inhalt

Es ist ein scheinbar ganz normaler Tag, an dem Hannah ihre Jugendfreundin Ellen wieder sieht. Der Grund, warum Hannah daraufhin einen Nervenzusammenbruch erleidet, ist, dass Ellen seit mehr als zwanzig Jahren tot ist. Es soll nicht das einzige Mal bleiben, dass Hannah Ellen zu sehen glaubt und schließlich ist sie sich sicher, dass sie keinen Geist gesehen hat, sondern vielmehr eine Frau aus Fleisch und Blut. Doch das macht es für Hannah nicht leichter, zumal sie schwer an den Schuldgefühlen trägt, die sie wegen der Ereignisse von damals noch immer plagen.

Es bleibt ihr keine andere Wahl, als in ihren Heimatort in Cornwall zurückzukehren, um sich endlich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Denn als Ellen damals auf tragische Weise ums Leben kam, hielt sie sich gerade in Chile auf, und auch ihr Adoptivbruder Jago, der Ellen abgöttisch liebte, ist seit jenen Tagen aus Hannahs Leben verschwunden. Doch die scheinbar so glücklichen gemeinsamen Jahre dieser drei Jugendlichen waren von einem dunklen Geheimnis und den Obsessionen der Erwachsenen überschattet…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Lesley Turney verknüpft in ihrem Roman „Das Dornenhaus“ Vergangenheit und Gegenwart miteinander und entfaltet allmählich eine atmosphärische Geschichte voller finsterer Abgründe, dunkler Begierden, Macht und Eifersucht. Auch wenn die Ereignisse in „Das Dornenhaus“ nicht unbedingt spektakulär oder sonderlich innovativ sind, sind es doch die versteckten Andeutungen, die nur vage geäußerten Beweggründe einiger der Figuren, die einen besonderen Reiz auf den Leser ausüben. Da die Geschichte aus der Sicht Ellens und ihrer beiden Freunde geschildert wird, bleiben die Motive der erwachsenen Protagonisten vielfach im Dunkeln und finden erst gegen Schluss eine stimmige Auflösung.

Eindringlich zeigt Lesley Turneys „Das Dornenhaus“, dass niemand seine Vergangenheit einfach so abhaken und vergessen kann. Die Geister der Vergangenheit holen uns immer wieder ein, und in Hannahs Fall tun sie das so eindringlich, dass es ihr seit mehr als zwanzig Jahren nicht möglich, ihr eigenes Leben zu leben. Auch wenn einiges in „Das Dornenhaus“ etwas vorhersehbar und vor allem hin und wieder auch übertrieben geraten ist, wartet Turney am Ende mit einer gut durchdachten Auflösung auf und verzichtet dabei auf unnötige emotionale Ausschweifungen und übertriebene Wendungen.

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