Das also ist mein Leben

Autor: Stephen Chbosky
Genre: Roman
Verlag: Heyne Verlag
ISBN: 978-3-453-26751-0
Erscheinungsdatum (D) 26.09.11 Erschienen 2011
Seiten 283
Übersetzung Oliver Plaschka

Das also ist mein Leben The Perks of Being a Wallflower

Inhalt

Charlie steht am Anfang seiner „Highschool-Karriere“ – und sie wird lange werden. Er kennt hier niemanden und die wenigen, die er tatsächlich kennt, kennen ihn nicht (mehr). Seine Schwester ist in der Oberstufe und hat andere Dinge zu tun, als sich um ihren kleinen Bruder zu kümmern, und sein großer Bruder ist frisch an der Uni – und aus seinem Leben verschwunden. Also muss sich Charlie alleine durchschlagen und seine eigenen Erfahrungen machen – in dem, was man Leben nennt. Als er das ungewöhnliche Geschwisterpaar Sam und Patrick kennenlernt, ändert sich alles um ihn herum von einem Tag auf den anderen – und Charlie kommt an...

Buchkritik von Thomas  Ays

Jeder kennt sie und hat mindestens schon eine von ihnen gelesen. Eine Geschichte, die ganz tief geht und der etwas Besonderes innewohnt. Diese Geschichten sind selten und man darf an dieser Stelle ruhig behaupten, dass es wenige Autoren gibt, die dieses "Wunder" gleich mehrere Male schaffen. Im Fall von Stephen Chbosky ist dies aber doppelt beeindruckend. Der Autor adaptierte 2012 seinen eigenen Roman in ein Drehbuch, nahm auf dem Regiestuhl Platz und inszenierte einen Film, der nicht nur eindrucksvoll, sondern vor allem tief bewegend wurde. Die Vorlage ist dabei ebenso beeindruckend - wenn auch auf eine andere Weise. Chbosky erzählt nicht nur die Geschichte eines Highschool-Schülers auf dem Weg zum Erwachsenwerden, er lässt seinen Protagonisten selbst zu Wort kommen. Charlie schreibt Briefe an einen unbekannten "Freund" und erzählt ihm von seinem Leben, von dem, was ihn bewegt.

"Und ich will, dass du weißt, ich bin glücklich und traurig zugleich und versuche noch immer herauszufinden, wie das eigentlich sein kann." , steht auf dem Cover zu "Das also ist mein Leben" geschrieben. Ein Zitat, das nicht nur sehr bald in der "Geschichte" zum Einsatz kommt, sondern die Essenz der Handlung treffend beschreibt. Charlie ist ein seltsamer Junge, einer, der weint und in sich versunken scheint, keine Freunde hat und man als Leser auch schnell ahnt, warum das so ist. Dabei kommt einem der Junge über weite Strecken des Buches in der Tat komisch vor. Und wie das eben so ist im Leben, hat dieses "Komischsein", dieses "Anderssein" einen Grund. Hat man das verstanden, bricht die emotionale Gewalt der Geschichte über den Leser hinein und man versteht, um was es in dem Buch von Stephen Chbosky geht. Der Autor hat es meisterhaft verstanden, ein vollkommen anderes Buch konsequent und eindrucksvoll zu einem ergreifenden und lange nachwirkenden Schluss zu bringen. "Das also ist mein Leben" hat somit alles, was es braucht, um ein solches Wunder zu bewirken. Ein Wunder, das man spürt, wenn man ein Buch liest und die Geschichte eines Jungen erzählt bekommt, der so besonders, wie komisch ist.

Stephen Chbosky brachte seine Geschichte 2012 unter dem Titel "Vielleicht lieber morgen" auch ins Kino.

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