The Stand - Das letzte Gefecht

Autor: Stephen King
Genre: Horror
Verlag: Lübbe
ISBN: 978-3404255245
Erscheinungsdatum (D) 28.04.92 Erschienen 1990
Seiten 1196
Übersetzung Joachim Körber, Wolfgang Neuhaus

The Stand - Das letzte Gefecht The Stand

Inhalt

Im Sommer 1990 stirbt nahezu die komplette Weltbevölkerung an einer Grippe, genannt „Captain Trips“, ausgelöst durch einen von US-amerikanischen Regierungswissenschaftlern gezüchteten Supervirus, der durch einen Unfall in die Außenwelt gelangen und sich ungehindert ausbreiten konnte. In der postapokalyptischen Welt werden die wenigen Überlebenden von richtungsweisenden Träumen geplagt und rotten sich schließlich in zwei Lagern zusammen, um einen letzten Kampf zwischen Gut und Böse auszutragen.

Buchkritik von Johannes  Lebert

Für viele ist „The Stand – Das letzte Gefecht“ eines der großen Meisterwerke von Stephen King (wenn nicht sogar sein größtes). In der Tat ist es ein unvergleichliches Werk epischen Ausmaßes, in allen Belangen, ein „aber“ muss man trotzdem anbringen.

Faszinierend macht das Ganze vor allem, dass „The Stand“ zwei Storys in einer sind: die Geschichte der Fast-Ausrottung der Menschheit und der postapokalyptischen Welt und anschließend die Geschichte des mythischen, letzten Kampfes zwischen Gut und Böse.
Dabei beschwört King eine faszinierend düstere, rohe Atmosphäre herauf, die Ihresgleichen sucht. Dafür muss er sich viel Zeit nehmen, viel erzählen von den Hintergründen der Charaktere und natürlich auch von King-typischen übersinnlichen Erlebnissen und mythischen Kräften. Der Horror, das Grauen des Werks liegt schlussendlich dann auch nicht in handfesten Grusel- oder Schockmomenten, sondern in der so unglaublich detaillierten und dunklen Atmosphäre des Untergangs der Zivilisation und der Erkenntnis, dass das Ganze eigentlich alles andere als hanebüchen oder unrealistisch ist. Der Einfluss religiöser (Mutter Abagail) und soziologischer (Glen Bateman) Ideen und Gedanken ist hier ein weiterer Geniestreich Kings, der „The Stand“ auch zu einem hochinteressanten, zum Nachdenken anregenden Werk macht.

Gesagt werden sollte aber auch, dass „Das letzte Gefecht“, zumindest in der hier besprochenen, langen Version, das längste Einzelwerk Stephen Kings ist, und dass man das dem Buch deutlich anmerkt. Gerade in der ersten Hälfte zieht sich die Geschichte wie Kaugummi, und mehr als einmal ist man als Leser verloren in der schieren Masse an Namen und parallelen Handlungen. Und selbst zum Ende hin lässt sich King immer noch sehr viel Zeit und verzichtet darauf, Tempo und Spannungsschrauben ernsthaft anzuziehen. Etwas schade, belohnt wird man als Leser dann aber trotzdem mit der faszinierenden Aura dieses großen Werkes und mag auch gern verzeihen, dass es sich King mit dem Ende des heiß erwarteten Kampfes Gut vs. Böse etwas zu einfach macht.

Fazit: „The Stand – das letzte Gefecht“ lebt von seiner unvergleichlichen, düsteren Atmosphäre und den Charakteren. Dass das Buch sich stellenweise sehr in die Länge zieht, ändert nichts an der Tatsache, dass es eines der ganz großen Meisterwerke von Stephen King ist.

- Bereits 1978 erschien eine etwa 400 Seiten kürzere Version von "The Stand". Damals befrchteten die Verleger, ein über 1000 Seiten starkes Buch würde sich schlechter verkaufen. Nachdem King größere Popularität erlangt hatte, wurde 1990 schließlich auch die hier besprochene, lange Version veröffentlicht.
- Unter dem Titel "Stephen King’s The Stand – Das letzte Gefecht" wurde die Geschichte nach einem Drehbuch des Autors 1994 für das Fernsehen verfilmt.
- Seit 2008 wird die Geschichte auch in einer ungekürzten Comicserie von Marvel verarbeitet.

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