Das Herrenhaus im Moor

Autor: Felicity Whitmore
Genre: Roman
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-21763-7
Erscheinungsdatum (D) 30.11.18 Seiten 414

Das Herrenhaus im Moor

Inhalt

In Frank glaubt Laura Milton die große Liebe ihres Lebens gefunden zu haben. Als er nach einem Ehestreit bei einem Autounfall tödlich verunglückt, befindet die junge Witwe sich zunächst in einer Schockstarre. Doch dann verdichten sich für sie allmählich die Hinweise darauf, dass Frank in Wahrheit ermordet wurde – ein anonymer Brief an ihn bestätigt Lauras Verdacht. Da niemand in ihrem Umfeld Laura allerdings glauben will, begibt sie sich kurz entschlossen ins englische Exmoor, um in Franks Heimat Antworten zu erhalten. In einem alten, verfallenen Herrenhaus stößt Laura auf die tragische Geschichte der jungen Lady Victoria Milton, deren Schatten noch bis in die Gegenwart spürbar ist.

Ende des 19. Jahrhunderts soll die zwanzigjährige Lady Victoria bald schon Alleinerbin von Milton Castle werden und dazu noch ein ansehnliches Vermögen erben. Doch ihr Vormund Richard Green hat ganz andere Pläne mit dem Erbe von Lady Victoria. Als die den Heiratsantrag von Richards Sohn ausschlägt, scheint ihr Schicksal besiegelt. Um allein über ihr Geld verfügen zu können, lässt Richard Victoria nach Lynybrook Hall bringen, eine Anstalt für geisteskranke Frauen. Die „Behandlungen“, die Victoria dort über sich ergehen lassen muss, sind derart menschenverachtend und brutal, dass ihr schnell klar wird, dass nur eine Flucht von Lynybrook Hall sie noch retten kann. Doch die Perfidie ihres Vormunds scheint keine Grenzen zu kennen, und selbst nach ihrer geglückten Flucht ist Victoria noch längst nicht in Sicherheit…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Mit „Das Herrenhaus im Moor“ ist es, wie mit einem Rosamunde Pilcher-Film: Vieles ist derart klischeehaft und vorhersehbar, dass man schon ziemlich bald voraussagen kann, wie die Geschichte ausgehen wird. Dennoch ist man aber auch ganz schnell in den Bann der Ereignisse gezogen und lässt sich willig von Felicity Whitmore durch die etwas seichte, aber dennoch spannende Geschichte führen. Es gelingt der Autorin, mit stimmungsvollen Schauplätzen zu begeistern und ihre Leser in den eigenartigen Bann des Exmoor zu ziehen, das von mysteriösen Gestalten bevölkert ist. Auch wenn diese atmosphärisch dichten Schilderungen einen Großteil der Faszination dieses Romans ausmachen, können sie doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Charaktere so ziemlich jedem Klischee des Genres entsprechen und somit auch gar zu vorhersehbar handeln.

Es ist von Anfang an die tragische Geschichte der verzweifelten Lady Victoria Milton, die den starken und überzeugenden Part dieses Romans bildet, gelingt es Whitmore doch äußerst glaubhaft, die für Frauen untragbaren Zustände dieser Zeit zum Leser zu transportieren. Hier fühlt und leidet man mit der Protagonistin und meint fast, die Repressalien, denen sie sich ausgesetzt sieht, am eigenen Leib zu spüren. Dennoch ist „Das Herrenhaus im Moor“ ein von Klischees und schablonenhaft erscheinenden Charakteren besiedelter Roman, an dessen Eindimensionalität man sich immer wieder stößt. Auch wenn Felicity Whitmore es durchaus vermag, beim Leser Spannung zu erzeugen, kommt „Das Herrenhaus im Moor“ leider nicht über das Mittelmaß hinaus.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen