Die Frau, die niemand kannte

Autor: Chris Pavone
Genre: Thriller
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-27412-8
Erscheinungsdatum (D) 12.11.12 Erschienen 2012
Seiten 526
Übersetzung Andrea Brandl

Die Frau, die niemand kannte The Expats

Inhalt

Kate Moore hat so einiges zu verbergen – vor den Menschen in ihrer Umgebung und vor allem vor ihrem Mann Dexter. Als die Amerikanerin mit ihrem Mann und den beiden Kindern nach Luxemburg zieht, will sie endlich alles hinter sich lassen und ein entspanntes Leben als Hausfrau und Mutter führen. Obwohl Dexters neuer Job als Experte für Computersicherheit ihr etwas dubios erscheint, glaubt Kate, endlich keine Geheimnisse mehr vor ihm haben zu müssen, mit dem Lügen aufhören zu können. Doch hier in Luxemburg hat Dexter weniger Zeit denn je für seine Familie, weshalb Kate die Zeit in Cafés totschlägt, wo sie mit anderen Müttern plaudert und darauf wartet, dass die Kinder endlich aus der Schule kommen. So lernt sie die Amerikanerin Julia und kurz darauf deren Mann Bill kennen. Eine nette Abwechslung, wie es zunächst scheint, denn nicht nur Kate und Julia verstehen sich blendend, sondern auch deren Männer.

Doch bald schon beschleicht Kate das ungute Gefühl, dass Julia und Bill nicht die sind, die sie zu sein vorgeben. Sie beginnt, die beiden zu beobachten, denn ihr Geheimnis darf auf keinen Fall ans Tageslicht kommen. Doch je tiefer sie im Leben der beiden wühlt, desto mehr unaussprechliche Dinge erfährt sie über ihr eigenes Leben und das ihres Mannes. Denn offenbar hat auch Dexter mehr als eine Leiche im Keller…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

„Die Frau, die niemand kannte“ entpuppt sich für Leser, die sich auf einen spannenden Thriller gefreut haben, in kürzester Zeit als Mogelpackung, wäre hier doch die Genrebezeichnung „Agenten-Thriller“ weitaus treffender gewesen. Denn genau darum handelt es sich bei der verworrenen Geschichte um Kate Moore und deren finstere Vergangenheit. Immer wieder fühlt man sich während der Lektüre an den Film „Mr. & Mrs. Smith“ erinnert und fragt sich unwillkürlich, woher die Idee zu einer solchen Hauptfigur stammen könnte. Denn authentisch oder gar realitätsnah ist diese Heldin, die sich zusehends als wahre Superheldin entpuppt, keineswegs. Überhaupt sind Pavones Charaktere teilweise so unglaubwürdig und mit Klischees behaftet, dass es manchmal beinahe lächerlich wirkt.

Die Handlung als solche ist durchaus reizvoll, verliert aber durch den sprunghaften Erzählstil immer wieder an Fahrt. Es ist mühsam, sich beim Lesen ständig auf verschiedenen Zeitebenen zu bewegen, sorgsam darauf bedacht, nicht den Faden zu verlieren und immer den Überblick zu behalten. Spannung kommt dabei nur höchst selten auf, auch wenn der Autor durchaus den einen oder anderen Überraschungsmoment bereithält. Doch insgesamt wirkt der Plot so an den Haaren herbeigezogen, dass man irgendwann nur noch das Ende herbeisehnt. Das ist dann auch noch derart unspektakulär, dass man „Die Frau, die niemand kannte“ nach kürzester Zeit schon wieder vergessen hat.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen