Glaube der Lüge

Autor: Elizabeth George
Genre: Krimi
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-31251-1
Erscheinungsdatum (D) 27.08.12 Erschienen 2012
Seiten 704
Übersetzung Norbert Möllemann, Charlotte Breuer

Glaube der Lüge Believing the Lie

Inhalt

Inspektor Lynley wird von seinem Vorgesetzten Hillier gebeten, undercover in den Norden Englands zu reisen. Hilliers alter Freund, der wohlhabende und äußerst einflussreiche Bernard Fairclough hat ihn beauftragt, sich einer äußerst pikanten Familienangelegenheit anzunehmen. Ian Cresswell, Faircloughs Neffe, ist nach einer Bootstour im See nahe des Familiensitzes ertrunken, die örtliche Polizei kam zu dem Schluss, dass es sich um einen Unfall handelte. Um jeglichen Makel auszuschließen, der durch einen möglichen Mordverdacht an der Familie haften würde, soll Lynley Cresswells Tod erneut untersuchen. Deborah und Simon St. James reisen zusammen mit Lynley zum Lake District, sie sollen ihm helfen, mehr über die Familie Fairclough herauszufinden. Hier tun sich bald schon finstere Abgründe auf, denn offensichtlich gibt es mehr als ein Familiengeheimnis, das nicht ans Licht kommen soll.

Vor allem Nicholas Fairclough, Bernards Sohn und ehemaliger Drogenjunkie, und dessen argentinische Frau Alatea, scheinen vor irgendetwas panische Angst zu haben. Fast scheint es so, als würde Bernard selbst insgeheim annehmen, sein Sohn könne Ian ermordet haben. Doch auch Ians verbitterte Ex-Frau, seine beiden Kinder und sein neuer Lebenspartner, zu dem er sich erst kürzlich offen bekannt hatte, scheinen kein reines Gewissen zu haben. Zusehends bröckelt die heile Fassade der Familie Fairclough – und was zum Vorschein kommt, ist finsterer, als Lynley zunächst vermuten konnte…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

„Glaube der Lüge“ ist Inspector Lynleys siebzehnter Fall und Elizabeth George beweist damit eines: Sie ist wie kaum eine andere dazu in der Lage, Geschichten so zu erzählen, dass sie ihre Leser auf 700 Seiten restlos zu fesseln vermag. Sämtliche Charaktere, sei es nun Lynley selbst, seine Kollegin Barbara Havers oder seine Freunde Deborah und Simon St. James, gewinnen ständig neue und interessante Facetten hinzu, so dass es auch im siebzehnten Fall kein bisschen langweilig wird. Auch wenn Deborahs unstillbare Sehnsucht nach einem eigenen Kind allmählich an Reiz zu verlieren beginnt und die Handlung dadurch hin und wieder etwas ausgebremst wird, ist „Glaube der Lüge“ dennoch ein unglaublich packender und brillant erzählter Fall, der beinahe von der ersten Seite an fesselt. Vor allem Lynleys Versuche, nach dem Mord an seiner Frau Helen irgendwie weiterzuleben, geben „Glaube der Lüge“ eine melancholische Note, die diesem Krimi äußerst gut tut. George nimmt ihre Leser diesmal mit auf eine Reise in den winterlich kalten Lake District und vermag es erneut, die britische Landschaft und die Eigenheit ihrer Bewohner äußerst authentisch darzustellen – und das als Amerikanerin!

Es ist ein äußerst vielschichtiger Fall, in dem Lynley diesmal ermittelt, er sticht in ein Wespennest aus Kinderpornographie, nicht offen gelebter Homosexualität, Lug und Betrug und der Jagd nach Geld und Reichtum. George zeigt einmal mehr, dass es ihr ein Leichtes ist, sämtliche Fäden ihres facettenreichen Kriminalromans sicher in den Händen zu halten. Souverän deckt sie eine Schicht nach der anderen so auf, dass der Leser immer wieder mit neuen überraschenden Wendungen konfrontiert wird. Vor allem das Ende dieses Krimis verspricht spannende neue Verwandlungen der Hauptfiguren, die auf weitere Fälle hoffen lassen.
„Glaube der Lüge“ ist ein grandios erzählter Kriminalfall mit Tiefgang, in dem nichts so ist, wie es zunächst erscheint.

Die Inspektor Lynley–Reihe umfasst folgende Bände:

Gott schütze dieses Haus
Keiner werfe den ersten Stein
Auf Ehre und Gewissen
Mein ist die Rache
Denn bitter ist der Tod
Denn keiner ist ohne Schuld
Asche zu Asche
Im Angesicht des Feindes
Denn sie betrügt man nicht
Undank ist der Väter Lohn
Nie sollst du vergessen
Wer die Wahrheit sucht
Wo kein Zeuge ist
Am Ende war die Tat
Doch die Sünde ist scharlachrot
Wer dem Tode geweiht
Glaube der Lüge
Nur eine böse Tat
Bedenke, was du tust
Wer Strafe verdient

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