Die Guten und die Bösen

Autor: Ewart Hutton
Genre: Thriller
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-40938-5
Erscheinungsdatum (D) 13.08.12 Erschienen 2012
Seiten 432
Übersetzung Teja Schwaner

Die Guten und die Bösen Good People

Inhalt

Detective Sergeant Glyn Capaldi ist bei seinen Vorgesetzten in Cardiff in Ungnade gefallen und wird deshalb strafversetzt. Ganz oben im Norden von Wales landet Capaldi, wo er ganz sicher keinen Schaden mehr anrichten kann – so denkt man zumindest. Doch Capaldi ist alles andere als ein angepasster Polizist, auch hier, in dem verschlafenen kleinen Ort, scheint er den Ärger magisch anzuziehen. Sechs Männer und eine junge Frau verschwinden eines Nachts spurlos, der Fahrer eines gemieteten Kleinbusses hat die Gruppe zuletzt gesehen, ehe sich ihre Spur in den dichten Wäldern verliert. Kurz darauf tauchen die Vermissten wieder auf – doch zwei fehlen, unter ihnen auch die junge Frau. Anscheinend gibt es eine vernünftige Erklärung für das Verschwinden der beiden Personen – doch die überzeugt Capaldi ganz und gar nicht. Trotz aller Feindseligkeit und der unverhohlenen Abneigung, die ihm von den Einheimischen entgegenschlägt, ist Capaldi fest entschlossen, die junge Frau zu finden, denn er ist überzeugt davon, dass sie in großer Gefahr schwebt.

Entgegen der Anweisungen seines Vorgesetzten ermittelt Capaldi weiter in diesem mysteriösen Fall – und muss sich durch einen immer undurchdringlicheren Sumpf aus Heimlichtuerei, käuflichem Sex und Missbrauch kämpfen. Obwohl keiner im Ort darüber sprechen will, wird bald schon klar, dass die vermisste Frau nicht das erste junge Mädchen in der Gegend ist, das spurlos verschwand…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Es gelingt Ewart Hutton in seinem Debütroman, eine Stimmung von unterschwelliger Bedrohung und etwas abgrundtief Bösem zu erzeugen, so dass man als Leser nicht anders kann, als sich in den Sog dieser erschreckend brutalen Geschichte ziehen zu lassen. Es geht um Männer, die nicht davor zurückschrecken, bis an die Grenzen der Menschlichkeit zu gehen, um ihre perversen Wünsche zu befriedigen, um die Abgründe von Sex, Demütigung und Macht. Hutton schildert das alles in einer derart nüchternen und direkten Sprache, dass es manchmal kaum auszuhalten ist. Dabei gelingt es ihm, den Spannungsbogen permanent aufrecht zu halten und die Spannung kontinuierlich zu steigern, ohne sich dabei je in die Karten schauen zu lassen. Das Geheimnis der verschwundenen jungen Frau und die Machenschaften einiger der Dorfbewohner beschäftigen den Leser permanent und wollen ihn nicht mehr loslassen.

Der eigensinnige und durch und durch sympathische Glyn Capaldi bildet zu den schrecklichen Ereignissen in der walisischen Einöde einen reizvollen Gegenpol. Hutton zeichnet seine Hauptfigur humorvoll, widerspenstig und auf angenehme Art und Weise anders. Er ist der perfekte Antiheld, der vermeintliche Loser, der sich hartnäckig in diesem Fall festbeißt und der eingeschworenen Dorfgemeinschaft eine lange Nase macht. Auch in der Zeichnung der restlichen Figuren beweist der Autor sein Können, so dass man nach einem unvorhergesehenen Finale diesen durch und durch gelungenen Thriller befriedigt zur Seite legt und auf baldigen Nachschub hofft.

"Die Guten und die Bösen" ist der Debütroman des in Glasgow geborenen Ewart Hutton.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen