Nachtprinzessin

Autor: Sabine Thiesler
Genre: Thriller
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453266322
Erscheinungsdatum (D) 31.10.11 Seiten 576

Nachtprinzessin

Inhalt

In Berlin treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Er nennt sich „Prinzessin“, hinterlässt ungeniert seine DNA an den Tatorten und bleibt doch unfassbar wie eine Fata Morgana. Als der zweite Tote gefunden wird, ebenfalls beim Liebesspiel erdrosselt mit einem weißen Seidenschal, wird die Vermutung für Kommissarin Susanne Knauer zur Gewissheit…

Die „Prinzessin“ kommt aus gutem Haus, ist vermögend und lebt in einer feinen Villa in einer guten Gegend von Berlin. Will sie abschalten und dem Alltag entfliehen, fährt sie in die Toskana, wo sie eine schicke Wohnung kauft. Hier genießt sie die Sonne, das gute Essen und den vortrefflichen Wein. Doch solche Ablenkungen halten den Geist der Prinzessin nur kurz gefangen. Immer schweifen ihre Augen zu den jungen italienischen Männern. Auch als die italienische Polizei ihr bereits auf der Spur ist, kann sie ihrem Trieb nicht widerstehen und beginnt den jungen Fremdenführer Giovanni zu umgarnen. Er wird ihr nächstes Opfer. Doch noch zeigt er ihr völlig ahnungslos das schöne Sienna.

Buchkritik von Melanie  Frommholz

Mit „Nachtprinzessin“ legt die deutsche Thriller-Autorin Sabine Thiesler ihr neustes Werk vor. Die Autorin verrät auch hier wieder früh, wer der Täter ist. Was sich wie ein genialer Kniff und eine wohltuende Abwechslung in der Flut der jährlich erscheinenden Thriller-Neuerscheinungen anhört, ist unter dem Strich aber weder spannend noch fesselnd. „Nachtprinzessin“ ist mehr Familiendrama als Thriller und auch das wenig gehaltvoll, subtil oder originell. Verfolgt man die Geschehnisse zu Beginn noch mit gespanntem Interesse, langweilen bald die vielen Rückblenden. Die Handlung verliert sich in uninteressanten Details und behandelt das Spannende nur am Rande. Zunehmend genervt wartet man darauf, dass es mit dem Thriller nun endlich los geht. Aber egal welche Figur Thiesler auch beleuchtet, überall nur Drama und kaputte Familienverhältnisse. Sei es die ermittelnden Kommissarin oder der italienische Kollege, die Opfer oder der Täter selbst. Dabei wirken die Figuren in ihrer Zeichnung immer gewollt extrem und klischeehaft. Auch die Handlung gestaltet sich weiterhin wenig überraschend. Der Charakter des Matthias von Steinfeld fasziniert nur zu Beginn, bleibt aber über die gesamte Geschichte der Mittelpunkt. Sabine Thiesler zeichnet von Steinfeld zunehmen schwammiger und widersprüchlicher und auch sonst schleichen sich störende Unstimmigkeiten bei der Figurenzeichnung ein. Die Ermittlungen der Polizei bekommen wenig Raum und kommen die Kommissare dann einmal zu Wort, geht es auch hier wieder ums Familiendrama und viel zu wenig um die Ermittlungen. Sabine Thiesler ist eine zweifellos gute Schreiberin. Ihr Erzählstil ist flüssig und gefällig. Man liest „Nachtprinzessin“ leicht. Schade ist da, dass das, was man liest, weder fesselt noch begeistert.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen