Die Sekte

Autor: Mo Hayder
Genre: Thriller
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-31019-7
Erscheinungsdatum (D) 27.02.07 Erschienen 2006
Seiten 384
Übersetzung Rainer Schmidt

Die Sekte Pig Island

Inhalt

Um die kleine Insel Cuagach Eilean vor der schottischen Küste ranken sich wilde Gerüchte. Glaubt man den Bewohnern des Festlands, soll auf der auch „Pig Island“ genannten Insel der Teufel umgehen. Die Leute beziehen sich dabei hauptsächlich auf eine dubiose Videoaufnahme, auf der ein Wesen, halb Mensch, halb Tier zu sehen ist. Fakt ist, dass auf Cuagach Eilean eine Sekte ansässig ist, die aber jeden Kontakt von außen scheut und in völliger Isolation lebt.

Dann erhält der Journalist Joe Oakes die Einladung, ein Porträt der Bewohner von Cuagach Eilean zu machen und zu diesem Zweck die geheimnisumwitterte Insel aufzusuchen. Oakes, der als Spezialist für die Aufdeckung vermeintlicher paranormaler Phänomene gilt, lässt sich nicht zweimal bitten. Denn in der Vergangenheit hatte er eine mehr als unangenehme Begegnung mit Malachi Dove, dem Begründer der Sekte, der mittlerweile allerdings als verstorben gilt. In dem Moment, wo Oakes „Pig Island“ betritt, ahnt er, dass er die Möglichkeit bekommen wird, eine ganz große Sache aufzudecken. Doch in Wirklichkeit hat der Journalist keine Ahnung, mit wem er es hier aufnimmt und welche Konsequenzen seine Einmischung für ihn und die Sektenmitglieder haben wird…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Mo Hayder präsentiert uns mit „Die Sekte“ einen außergewöhnlichen und gänzlich anderen Thriller, der sich aufs Angenehmste vom üblichen Genre-Einerlei abhebt. Es sind vor allem die Gegensätze, durch die sich „Die Sekte“ auszeichnet. Zum einen haben wir einen Protagonisten, der mit seinem Sarkasmus und seiner Selbstironie schon beinahe als Anti-Held zu bezeichnen ist. Durch die Schilderungen der Ereignisse aus seiner Sicht bekommt man zunächst den Eindruck, es hier mit einem nicht ganz ernstzunehmenden Fall zu tun zu bekommen. Auch die Aufzeichnungen von Joes Ehefrau Lexie unterstützen dieses Gefühl, Zeuge einer eher spaßigen Angelegenheit zu werden. Doch dann nehmen die Ereignisse eine derart drastische und beängstigende Entwicklung, dass man sich schnell eines besseren belehrt fühlt.

Hayder spielt mit Elementen aus dem Okkultismus, beschwört menschenähnliche Wesen mit Teufelsschwanz herauf und zeigt, wozu Menschen fähig sind, wenn ihre Sinne vom religiösen Wahn vernebelt werden. Doch hinter all diesen religiösen Wahnvorstellungen entsteht ein zutiefst beunruhigender und sadistisch geprägter Kriminalfall, der alles andere als witzig ist. Die Wendungen, die dieser Thriller nimmt, sind einfach nur grandios inszeniert und treffen den Leser geradezu aus dem Hinterhalt. Das Finale von „Die Sekte“ ist derart perfide und hinterhältig konstruiert, dass einem im Moment der Erkenntnis beinahe die Luft wegbleibt.
„Die Sekte“ ist ein verstörender und genial ausgedachter Thriller, mit dem Mo Hayder einmal mehr beweist, dass sie zu den Meisterinnen des Psychothrillers zählt.

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