Blutschande

Autor: Therese Philipsen
Genre: Thriller
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-47460-8
Erscheinungsdatum (D) 01.07.11 Erschienen 2010
Seiten 352
Übersetzung Günther Frauenlob

Blutschande Den man elsker

Inhalt

An einem Montagmorgen verschwindet die elfjährige Cecilie auf dem Weg in die Schule spurlos. Alle im dänischen Küstenstädtchen Espergærde sind in heller Aufregung, denn Cecilies Verschwinden sorgt in ganz Dänemark für Aufruhr. Die Elfjährige hatte kurz zuvor in einer Fernseh-Talentshow gewonnen und ist seither im ganzen Land bekannt. Natürlich lassen sich die Medien nicht lange bitten und stürzen sich begierig auf das tragische Unglück von Cecilies Familie.

Da Cecilies Verschwinden in Verbindung mit einem früheren Fall gebracht wird, in dem zwei elfjährige Mädchen verschwanden und kurze Zeit später ermordet gefunden wurden, nimmt eine Sonderkommission die Ermittlungen auf. Die Sondereinheit für Kriminalfälle mit hohem Gewaltpotential oder grenzüberschreitendem Charakter wird vom erfahrenen Per Roland geleitet. Mit ihm zusammen ermittelt die äußerst unkonventionelle Polizistin Liv Moretti. Schnell findet die Sondereinheit heraus, dass der Täter von damals gefasst wurde, zum Zeitpunkt von Cecilies Verschwinden aber Freigang hatte. Auch das Verhalten von Cecilies Eltern gibt der Ermittlungsgruppe Rätsel auf…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Mit „Blutschande“ präsentiert uns die dänische Autorin Therese Philipsen den ersten Fall des höchst ungleichen Ermittlerpaars Liv Moretti und Per Roland. Auch wenn Liv Moretti in einigen ihrer Eigenschaften an Stieg Larssons Lisbeth Salander erinnert, entwickelt sie doch zusehends ihren eigenen, ganz besonderen Charakter, der äußerst viel versprechend ist. Von Anfang an knistert es zwischen den beiden so unterschiedlichen Ermittlern und dem Leser wird schnell klar, dass hier noch einiges Potential für weitere gemeinsame Fälle sein dürfte.

Der Fall, in dem die neu gebildete Sondereinheit ermittelt, beginnt zunächst eher unspektakulär, nimmt dann aber zusehends beängstigende Dimensionen an. Es geht um Familienehre, um das Vertuschen dunkler Geheimnisse und den trügerischen Schein mancher gut situierter Familie. Es gelingt Philipsen, diesem Fall allmählich eine Tiefe und Intensität zu geben, der man sich irgendwann nicht mehr entziehen kann. Hier blickt man hinter die ach so heile Fassade der Oberschicht, und was man zu sehen bekommt, lässt einem die Haare zu Berge stehen.
Es wird spannend, erschreckend und abgrundtief böse in diesem ersten Fall von Liv Moretti und Per Roland und am Ende ist man sich sicher, dass man von diesen beiden Ermittlern unbedingt mehr lesen möchte.

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