Die Kammer der toten Kinder

Autor: Franck Thilliez
Genre: Thriller
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-5-5481-8104-9
Erscheinungsdatum (D) 01.06.09 Erschienen 2005
Seiten 330
Übersetzung Ingrid Kalbhen

Die Kammer der toten Kinder La chambre des morts

Inhalt

Vigo und Silvian sind stinksauer. Seit Monaten sind sie arbeitslos, und die großen Bosse streichen das dicke Geld ein. An einem Abend voller Wut und Übermut schmieren sie Parolen an die Fabrikwände und rasen ohne Scheinwerfer über die Felder. Bis es kracht. Zu ihrem Entsetzen sehen sie, dass sie einen Mann überfahren haben. Und neben der Leiche steht ein Koffer mit zwei Millionen Euro. Die Gier gewinnt und die Leiche wird im Moor versenkt. Das Geld wird vergraben und soll ausgegeben werden, wenn Gras über die Sache gewachsen ist. Doch leider geht die Rechnung nicht so ganz auf, denn das Geld war als Lösegeld für ein entführtes Mädchen gedacht, das wenig später tot aufgefunden wird. Nun ist die Polizei zweifach alarmiert und Lucie Henebelle, eine ehrgeizige junge Polizistin, findet sich in Ermittlungen wieder, die sie an den Rand ihrer Belastbarkeit bringen. Die junge Mutter sieht sich einer Mordserie an Kindern gegenüber, wie sie schlimmer nicht sein könnte. Die Leiche des überfahrenen Vaters wird im Moor gefunden und nun ist es an Henebelle, die losen Enden zusammenzubringen……

Buchkritik von Angelika  Koch

Wieder eine Geschichte des Autors, der kein Tabu kennt. Diesmal führt er den Leser in die Katakomben eines wahnsinnigen Mörders, in die unterirdischen Höhlen, in denen Unfassbares geschieht, und wieder wird der Leser vor keiner Grausamkeit verschont. Thilliez gönnt ihm noch nicht einmal eine „gute“ Ermittlerin, bei der er sich erholen und wieder an die Menschlichkeit glauben kann. Auch Henebelle hat offensichtlich ein grausames Geheimnis und ist vom Bösen auf eine undurchsichtige Art und Weise fasziniert. Und doch: Wieder hechelt der Leser gierig durch diese Geschichte, saugt jedes Detail auf und lässt Ekel, Anstand und Pietät beiseite, nur um sich immer tiefer in diese Abgründe ziehen zu lassen, wehrlos und enthemmt. Diese Geschichte ist so unfassbar spannend und herausfordernd, so grausig und schlimm und doch so faszinierend, wie es dem Genre nur alle Ehren machen kann. Franck Thilliez ist schonungslos wie kein anderer, spiegelt das Böse klar und offen wider und lässt dem Leser keine Atempause. Abartig grandios, abstoßend schön, widerlich spannend und trotz oder gerade wegen all dieser Attribute – einfach klasse! Bei all dem darf auch nicht außer Acht gelassen werden, dass diese Geschichte äußerst dicht, schlüssig und temporeich erzählt und die Protagonisten so gut dargestellt sind, dass sie dem Leser buchstäblich „Fleisch werden“. Hohe Erzählkunst, temporeiche Spannung und eine schlüssige Geschichte vereinen sich hier zu einem wirklich guten Buch.

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