Die Chemie des Todes

Autor: Simon Beckett
Genre: Thriller
Verlag: rororo
ISBN: 978-3-499-24197-0
Erscheinungsdatum (D) 17.02.06 Erschienen 2006
Seiten 432
Übersetzung Andree Hesse

Die Chemie des Todes The Chemistry of Death

Inhalt

Seitdem ihm bei einem tragischen Autounfall Frau und Tochter genommen wurden, hat David Hunter sich völlig zurückgezogen. Er war einst der beste forensische Anthropologe Englands, doch nach dem schrecklichen Ereignis hat er sich in den kleinen Ort Manham in Devonshire zurückgezogen. Dort hilft er in der Praxis des Dorfarztes Dr. Maitland aus, der ebenfalls seit einem Autounfall, bei dem seine Frau ums Leben kam, querschnittsgelähmt ist. Niemand in Manham weiß um Davids Vergangenheit, auch Henry Maitland nicht, der mittlerweile so etwas wie ein Freund für ihn geworden ist. Auch wenn David beinahe jede Nacht von seiner Frau Kara und Töchterchen Alice träumt, versucht er, sein altes Leben hinter sich zu lassen.

Dann stoßen zwei Jungs im Wald auf eine Spur von Maden, die zu einer Frauenleiche führt, der zwei Schwanenflügel in den Rücken gesteckt wurden. Als die örtliche Polizei herausfindet, dass David mit der Ermordeten, einer Schriftstellerin, befreundet war, gerät er unter Mordverdacht. Dann findet der zuständige Beamte heraus, wer David tatsächlich ist und überredet ihn schließlich, bei der Analyse der Leiche behilflich zu sein. David findet heraus, dass die Frau über mehrere Tage hinweg gefoltert wurde. Dann verschwindet eine zweite junge Frau spurlos und es beginnt eine fieberhafte Suche. Gleichzeitig entfacht sich in Manham eine wahre Hexenjagd nach dem Mörder, die die bitterbösen Seiten des friedlichen Dorflebens zutage fördert…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Mit „Die Chemie des Todes“ präsentiert uns der Brite Simon Becket einen Thriller, den man nur als außergewöhnlich bezeichnen kann. Außergewöhnlich spannend, außergewöhnlich packend, außergewöhnlich grausam und brutal – hier verdient einfach alles dieses Attribut. Vor allem die tragische Hauptfigur fasziniert von der ersten Seite an. Nur allmählich erfährt man, welche schrecklichen Ereignisse einen begnadeten forensischen Anthropologen wie David Hunter in die Abgeschiedenheit eines Dorfarztlebens geführt haben. Sein Schicksal lässt sofort eine ganz starke Nähe entstehen die bewirkt, dass man meint, diesen Mann schon seit vielen Jahren zu kennen. Die Geschichte, die weitestgehend aus der Sicht von David erzählt wird, ist bis ins Letzte ausgefeilt und nuanciert. Vor allem die grausigen Details der Leichenfunde, die Fliegen und Maden, der Geruch und das Blut sind es, die unter die Haut gehen. Becket erzählt beinahe beiläufig, wie sein Protagonist die Ermordeten wahrnimmt, auf welche Details er achtet und welche Schlüsse er daraus zieht. Hier entsteht eine beinahe absurde Stimmung von völliger Normalität im Angesicht von Folter und Mord.

Auch wenn man irgendwann im Verlauf der Geschehnisse zu ahnen glaubt, wer der wahre Mörder ist, gelingt es dem Autor, einen immer wieder auf eine völlig falsche Fährte zu führen, Hinweise zu streuen, die einen von der ursprünglichen Vermutung wegführen. Durch seine Erzählweise regt er seine Leser an, permanent mitzurätseln, was die Spannung ins schier Unermessliche steigert. Der Schluss dieser zugleich packenden und tragischen Geschichte ist derart fulminant und aufregend, dass man diesen Thriller am Ende mit einem fassungslosen Kopfschütteln zur Seite legt und unbedingt wissen möchte, wie es wohl weitergehen wird mit dem forensischen Anthropologen David Hunter.

Simon Becketts Reihe um den forensischen Anthropologen Dr. David Hunter umfasst folgende Bände:

Die Chemie des Todes
Kalte Asche
Leichenblässe
Verwesung
Totenfang
Die ewigen Toten

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen