Verwesung

Autor: Simon Beckett
Genre: Thriller
Verlag: Wunderlich
ISBN: 978-3-8052-0867-3
Erscheinungsdatum (D) 24.02.11 Erschienen 2010
Seiten 444
Übersetzung Andree Hesse

Verwesung The Calling of the Grave

Inhalt

Als zunächst Tina Williams und dann auch noch die Bennett-Zwillinge spurlos verschwinden, bricht unter den Eltern von Dartmoor Panik aus. Offensichtlich treibt ein Serienmörder sein Unwesen, und als der grobschlächtige Außenseiter Jerome Monk beim Überfall auf ein viertes Mädchen gefasst wird, sind sich alle sicher, dass er auch für die anderen Morde verantwortlich ist. Monk gesteht zwar, weigert sich aber zu verraten, wo er seine Opfer vergraben hat. Dann wird in den Sümpfen vor Dartmoor die Leiche von Tina Williams gefunden und nun ist es an David Hunter, der Profilerin Sophie und Detective Terry Connors, auch die anderen Mädchen zu finden. Die Polizei hofft auf Jerome Monks Bereitschaft, den Aufenthaltsort der toten Bennett-Zwillinge zu zeigen, doch die Suchaktion im Moor endet nicht so, wie die Ermittler sich das erhofft hatten.

Acht Jahre später gelingt Jerome Monk die Flucht aus dem Hochsicherheitsgefängnis und es scheint so, als müssten alle, die damals an der Suche im Moor beteiligt waren, nun um ihr Leben bangen. Offenbar giert Monk nach Rache und Sophie, die ihm damals ihre Hilfe angeboten hatte, scheint er sich als sein erstes Opfer auserkoren zu haben. Sophie fleht in ihrer Verzweiflung David um seinen Beistand an, doch Monk kennt das Dartmoor so gut, wie die eigene Westentasche und verfügt offensichtlich über schier übermenschliche Kräfte…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Wem der Beginn von Simon Becketts neuem Thriller beschaulich und fast schon langweilig vorkommt, sollte sich davon nicht täuschen lassen. Hier breitet sich allmählich eine Geschichte vorm inneren Auge des Lesers aus, die an Spannung und Gänsehaut kaum noch überbieten ist. Es ist zum einem die Figur des unheimlichen und Angst einflößenden Jerome Monk, die hier zunehmend fasziniert, zum anderen aber vor allem das grausam zuschlagende Schicksal, das das Leben der Hauptfigur David Hunter von einer Sekunde zur anderen in zwei nicht mehr zu kittende Teile reißt. Es gelingt Simon Beckett, die schlimmsten Grausamkeiten in einer fast schon beiläufigen Art und Weise zu schildern, was die Realität nur noch brutaler erscheinen lässt. Hunter ist ein Protagonist, der zunächst so normal und beinahe langweilig wirkt, dass man über seine sich allmählich präsentierenden Facetten nur staunen kann. Es ist vor allem Becketts ausgefeilte Charakterzeichnung, die die besondere Faszination von „Verwesung“ erklärt.

Diese zunächst so offensichtlich erscheinende Geschichte um einen scheinbar geisteskranken Mörder gewinnt immer mehr an Tiefe und hält den Leser zum Schluss in vibrierender Spannung. Gekonnt baut Beckett seinen Spannungsbogen immer weiter aus, bis es einfach nicht mehr möglich ist, das Buch noch aus den Händen zu legen. „Verwesung“ wartet mit einem derart überraschenden und dennoch schlüssigen Ende auf, dass man einfach nicht anders kann, als sich jetzt schon zu fragen, wie es wohl mit David Hunter weitergehen mag.

Simon Becketts Reihe um den forensischen Anthropologen Dr. David Hunter umfasst folgende Bände:

Die Chemie des Todes
Kalte Asche
Leichenblässe
Verwesung
Totenfang
Die ewigen Toten

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen