Die Handschrift des Todes

Autor: John Verdon
Genre: Thriller
Verlag: Heyne Verlag
ISBN: 978-3-4534-3536-0
Erscheinungsdatum (D) 08.12.10 Erschienen 2010
Seiten 544
Übersetzung Friedrich Mader

Die Handschrift des Todes Think of a number

Inhalt

Dave Gurney, hoch dekorierter NYPD-Detective im Ruhestand, hat sich mit seiner Frau aufs Land zurückgezogen, kann aber von seiner früheren Arbeit nicht komplett loslassen. Als ein ehemaliger Bekannter aus dem College, Mark Mellery, ihn um Hilfe bittet, ist sein Interesse schnell geweckt. Dieser erhält mysteriöse Nachrichten eines Unbekannten, der beispielsweise eine Zahl, die sich Mellery spontan ausdenken soll, exakt vorhersagt. Außerdem deuten seine Gedichte auf einen kommenden Racheakt hin. Und noch bevor Gurney das Rätsel lösen kann, wird Mellery brutal ermordet und ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel zwischen der ratlosen Polizei und dem hochintellektuellen Serienmörder beginnt, in dem es um mehr als nur Mordlust zu gehen scheint…

Buchkritik von Johannes  Lebert

Mit seinem Debütroman zeigt sich John Verdon als potentieller neuer Stern am Thrillerhimmel. Die Herzen der Kritiker und vieler prominenter Autoren hat er zumindest anscheinend schon gewonnen - und das zu recht. Geschickt vermischt er in seiner Geschichte um den hochdekorierten Detective im Ruhestand Dave Gurney Thriller- und Krimi-Elemente und zieht die Spannungsschraube in Profi-Manier bis zur Unerträglichkeit an.
Es ist aber nicht nur die nervenzerreißende Spannung, die "Die Handschrift des Todes" zu einem so außergewöhnlichen Thriller macht. Mit so vielschichtigen Charakteren (allen voran die Hauptfigur Detektive Gurney), die alle so ihre Makel haben, und einem so wundervollen Schreibstil erhebt Verdon seinen Debütroman auch zu einem großen literarischen Werk, an dem sich kaum etwas auszusetzen findet. Die Beschreibungen der Winterlandschaft New Englands, die Eheprobleme des Protagonisten oder die Gedichte seines Gegenspielers - es findet sich so vieles, das Verdons Buch schlicht aus der riesigen Masse an Thrillern abhebt. Daraus leitet sich dann auch die atemberaubende Atmosphäre ab, in die man sich problemlos versinken lassen kann. Und trotzdem leidet unter der dichterischen Finesse keineswegs die Authentizität und Glaubwürdigkeit des Plots und der Charaktere - im Gegenteil. Selten findet man einen Thriller, der auf der einen Seite so viel Spannung bietet und auf der anderen Seite so lebendige Charaktere und Schauplätze.
Fernab von typischen Krimi- und Serienkiller-Klischees hat Verdon also einen Thriller geschaffen, der auf allen Ebenen überzeugen kann.
Fazit: Das perfekte Buch für einen verschneiten Wintertag - und für alle Thrillerfans in diesem Winter sowieso ein Muss.

Der Autor John Verdon war - bevor er sein Buch schrieb - in der Werbebranche tätig und widmete sich danach dem Design von Kirschholsmöbeln.
Wie Detective Gurney hat auch er sich mit seiner Frau nach seiner Pensionierung aufs Land in der Gegend von New York zurückgezogen.

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