Wer dem Tode geweiht

Autor: Elizabeth George
Genre: Krimi
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7645-0246-1
Erscheinungsdatum (D) 23.10.10 Erschienen 2010
Seiten 832
Übersetzung Charlotte Breuer, Norbert Möllemann

Wer dem Tode geweiht This Body of Death (Lynley 16)

Inhalt

Thomas Lynley ist nach dem tragischen Tod seiner Frau Helen und seines ungeborenen Kindes wieder zurück in London. Doch kann er sich noch nicht dazu durchringen, seine Arbeit bei New Scotland Yard wieder aufzunehmen. Die Stelle des Detective Superintendent, die eigentlich ihm gebühren würde, ist nach wie vor vakant, als sich Isabelle Ardery für den Posten bewirbt. Sie weiß, dass sie es mit Lynleys Mitarbeitern, die ihn alle sehr schätzen und vermissen, nicht leicht haben wird. Deshalb tut sie das für ihre Situation einzig richtige: Sie bittet Lynley, dem sie bereits einmal begegnet ist, vorübergehend zu New Scotland Yard zurückzukehren. Sie weiß, dass sie ihre Bewährungsprobe bei Thomas Lynleys eingespieltem Team sonst niemals bestehen würde. Außerdem gibt es da auch noch gravierende private Probleme, die Isabelle Ardery daran hindern, sich voll und ganz auf ihre neue Aufgabe zu konzentrieren.

Als im Abney Park eine ermordete Frau gefunden wird, gerät Ardery immer mehr ins Kreuzfeuer ihrer Vorgesetzten, denn es gelingt ihr nicht, rasche Ermittlungserfolge vorzuweisen. Außerdem macht sie gravierende Fehler, die dem Ansehen der Metropolitan Police nicht unbedingt zuträglich sind. Thomas Lynley erkennt sehr schnell, dass Isabelle seiner unbedingten Unterstützung bedarf, um nicht gnadenlos unterzugehen. Doch mehr und mehr gerät er zwischen die Fronten, denn nicht nur seine alte Ermittlungspartnerin Detective Sergeant Barabara Havers hat immense Vorbehalte gegen die neue Chefin…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Hier liegt er also nun vor uns – Thomas Lynleys sechzehnter Fall! Unfassbar, wie es Elizabeth George auch nach so vielen Kriminalfällen um ein und denselben Ermittler immer wieder gelingt, neue Facetten bei ihm hervorzulocken. Die Figur des Thomas Lynley wird dabei immer interessanter, vielschichtiger und faszinierender. Was musste dieser Mann in der Vergangenheit ertragen! Auf überzeugende Weise spinnt George diesen Protagonisten nun in „Wer dem Tode geweiht“ weiter und zwar so, dass es durch und durch authentisch und echt wirkt. Lynley steht nicht plötzlich wieder mitten im Leben, so, als wäre nichts geschehen. Er zerbricht aber auch nicht an seinem Schicksal. Nein, er reagiert genauso, wie wir das von Thomas Lynley erwarten würden. Auf leise und unspektakuläre Art und Weise versucht er, wieder zu leben. Was das letztendlich für ihn und die Menschen um ihn her bedeuten wird, bleibt abzuwarten. Genau das ist die große Stärke dieser Figur: Thomas Lynley schafft es immer wieder aufs Neue, uns zu überraschen und neue Seiten von sich zu zeigen. Das in Kombination mit Charakteren, die uns längst ans Herz gewachsen sind, wie Barbara Havers oder Winston Nkata, ist allein schon der Grundstock für großartige Krimiunterhaltung.

Die neue Figur, die Elizabeth George in „Wer dem Tode geweiht“ ins Rennen schickt, erweist sich als ein wahrer Geniestreich. Isabelle Ardery mischt das eingespielte Team um Lynley gehörig auf, sie wirkt überheblich, unsympathisch und eine Spur zu selbstsicher. Aber unter der Oberfläche brodelt es – Alkoholprobleme, gescheiterte Ehe, Entzug der beiden Kinder. Wenn das nicht Stoff für viele weitere Fälle ist! Doch neben den großartigen Figuren darf natürlich auch der Fall, in dem die Metropolitan Police ermittelt, nicht unerwähnt bleiben. Der ist, wie wir das von Elizabeth George gewohnt sind, ausgefeilt, präzise erdacht und voller Überraschungen. In guter alter Agatha Christie-Manier ist es weniger das Verbrechen an sich, das zählt, sondern vielmehr die einzelnen Figuren und wie sie mit dem Fall verstrickt sind.
Bei „Wer dem Tode geweiht“ geht es um einen Mordfall, der aus Eifersucht, Habgier und unglücklicher Liebe resultiert und dessen Auflösung den Leser in mehr als 800 Seiten gefesselt mitfiebern lässt. Das ist Kriminalliteratur auf höchstem Niveau!

Die Inspektor Lynley–Reihe umfasst folgende Bände:

Gott schütze dieses Haus
Keiner werfe den ersten Stein
Auf Ehre und Gewissen
Mein ist die Rache
Denn bitter ist der Tod
Denn keiner ist ohne Schuld
Asche zu Asche
Im Angesicht des Feindes
Denn sie betrügt man nicht
Undank ist der Väter Lohn
Nie sollst du vergessen
Wer die Wahrheit sucht
Wo kein Zeuge ist
Am Ende war die Tat
Doch die Sünde ist scharlachrot
Wer dem Tode geweiht
Glaube der Lüge
Nur eine böse Tat
Bedenke, was du tust
Wer Strafe verdient

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen