Pastworld

Autor: Ian Beck
Genre: Jugendbuch
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-7156-9
Erscheinungsdatum (D) Juni 2010 Erschienen 2009
Seiten 400
Übersetzung Barbara Abedi

Pastworld Pastworld

Inhalt

Seit Eve denken kann, lebt sie mit ihrem Beschützer Jack in der kleinen Wohnung in London. Nie darf sie allein das Haus verlassen. Eve ist ein Geheimnis, doch sie weiß nicht warum. Jack weicht Fragen nach ihrer Herkunft immer geschickt aus, doch in letzter Zeit beunruhigt ihn etwas. Ob es etwas mit den Meldungen zu tun hat, dass das berüchtigte Phantom in London wieder sein Unwesen treibt? Eve ist 17 Jahre und hungrig auf das Leben. Und so reißt sie eines Tages aus, nicht ahnend, dass sie damit eine verhängnisvolle Kette von Ereignissen in Gang setzt.

Caleb ist aufgeregt. In die authentischen Kleider gehüllt wartet er mit seinem Vater auf das Luftschiff, welches sie nach „Pastworld“ bringen wird. Dieser Themenpark, in dem die Buckland Corp. das London der viktorianischen Zeit zu neuem Leben erweckt hat, ist für viele Bürger der Traum von einem Abenteuer. Für Caleb soll er zu Albtraum werden, denn kurz nach seiner Ankunft wird sein Vater entführt und er des Mordes angeklagt. Ein Verbrechen, auf das in „Pastword“ die Todesstrafe steht. Auf seiner Flucht begegnet Caleb Eve und als sie sich gegenseitig in die identischen blauen Augen blicken beginnen sie zu ahnen, dass hinter der Fassade dieses konstruierten Londons etwas ganz Großes im Gange ist…

Buchkritik von Melanie  Frommholz

Ian Becks Jugendbuch „Pastworld“ zeichnet sich durch eine faszinierende Storyidee aus, die sich dem Leser erst nach und nach offenbart. In einer überregulierten Zukunft ist es für die Menschen der letzte Thrill in ein London einzutauchen, dass mit dem Flair, aber auch den Verbrechen der viktorianischen Zeit lockt. So wie China heutzutage den Kapitalismus in abgegrenzten Zonen wie Hongkong zulässt, dürfen die Menschen der Zukunft in dem Themenpark „Pastworld“ die prickelnde Gefahr und das süße Leben einer anderen Zeit kosten. Beck webt in diese Grundidee das Schicksal von drei jungen Menschen und würzt das ganze mit Jack, the Ripper-Motiven und dem Schrecken moderner Gentechnik. Die Zutaten, die Ian Beck für sein Buch mischt, klingen viel versprechend und lassen auf einen spannenden, atmosphärisch dichten Jungend-Thriller hoffen. Sicherlich im Hinblick auf die avisierte Altergruppe „ab 12 Jahren“ schreibt der Autor jedoch mit angezogener Handbremse. Die beschriebene Atmosphäre erreicht den Leser nie ganz und auch das Stilmittel der wechselnden Erzählperspektiven bringt nicht den gewünschten Effekt, den Spannungsbogen aufzubauen. Leider kann Ian Beck das große Potenzial seiner Geschichte nicht durchgängig nutzen und die Handlung mit der erzählerischen Kraft vorantreiben, die einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt.

Seiner düsteren Grundausrichtung folgend und auch die Abgründe konsequent erzählend, wäre „Pastworld“ sicherlich kein Buch für Jugendliche „ab 12 Jahren“ geworden, aber mit Sicherheit eine packende Geschichte, die auch das Zeug für eine filmische Umsetzung hat. So bleibt der Gesamteindruck eines guten Jugendbuches, das seine Möglichkeiten nicht ausschöpft.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen