Teufelszeug

Autor: Joe Hill
Genre: Horror
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-26561-5
Erscheinungsdatum (D) 04.10.10 Erschienen 2010
Seiten 543
Übersetzung Hannes Riffel

Teufelszeug Horns

Inhalt

Nachdem Ig Perrishs große Liebe Merrin bestialisch und unter völlig ungeklärten Umständen ermordet wurde, gleicht Igs Leben einem Trümmerhaufen. Der Verdacht fällt sofort auf ihn, er wird aber wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. Doch für sämtliche Bewohner seines Heimatortes und natürlich für Merrins Eltern ist er ohne jeden Zweifel der Täter. Ig bekommt sein Leben nicht mehr in den Griff, er beginnt zu trinken und seine Tage sinnlos zu vergeuden. Nach einer erneuten Nacht im Suff wacht er am nächsten Morgen völlig verkatert auf – und muss feststellen, dass ihm plötzlich Hörner auf dem Kopf wachsen. Was aber noch viel schlimmer ist: Plötzlich scheint jeder in Igs Umgebung das dringende Bedürfnis zu verspüren, ihm seine tiefsten, dunkelsten und abstoßendsten Geheimnisse anzuvertrauen.

Doch bald schon sieht Ig hierin seine Chance, endlich dem wahren Mörder von Merrin auf die Schliche zu kommen. Doch Ig ahnt nicht, welche dunklen Mächte ihn tatsächlich treiben. In der kleinen Stadt ist plötzlich nichts mehr, wie es war, und bald schon fragt sich Ig, welche Macht denn nun tatsächlich die schlimmste von allen ist.

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Es ist an sich ja schon ein faszinierender Gedanke, mit dem sich Joe Hills „Teufelszeug“ beschäftigt: Wenn das eigene Leben zerstört vor einem liegt und alles Beten und sämtliche positiven Gedanken einen nicht mehr weiterbringen, ist es dann womöglich Zeit für einen Pakt mit dem Teufel? Zugegeben, keine brandneue und völlig innovative Idee, die diesem Roman zugrunde liegt, aber sie hat durchaus Potential. Doch leider will es Joe Hill nicht gelingen, diese Grundidee stimmig umzusetzen. Dem Plot fehlt oftmals eine stimmige Struktur und der Protagonist Ig Perrish wirkt manchmal einfach nur lächerlich und insgesamt völlig unglaubwürdig. Viele Schilderungen sind ungewollt komisch und verhindern einen kontinuierlichen Spannungsaufbau, was wirklich schade ist, denn stellenweise sind durchaus gute Ansätze erkennbar.

Joe Hill versteht es, die kranken und bitterbösen Seiten unserer Mitmenschen glaubhaft auf den Punkt zu bringen, lässt aber in „Teufelszeug“ einige gute Chancen, noch mehr in die Tiefe zu gehen, ungenutzt verstreichen. Den widerlichen Gruselszenen hingegen gibt er sehr viel Raum, wodurch die Geschichte insgesamt eher eindimensional und manchmal sogar etwas billig wirkt. „Teufelszeug“ gelingt es, trotz guter Ansätze und Ideen nicht, vollends zu überzeugen. Am Ende ist man nur noch froh, dass das ganze Elend nun endlich ein Ende gefunden hat.

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