Code 1658

Autor: Niklas Ekdal
Genre: Thriller
Verlag: Pendo
ISBN: 978-3-866-12269-7
Erscheinungsdatum (D) September 2010 Erschienen 2008
Seiten 448
Übersetzung Susanne Dahmann

Code 1658 I döden dina män

Inhalt

Stockholm wird von einer Serie grausamer Ritualmorden erschüttert. Betroffen sind Vertreter des gesellschaftlichen Establishments und allen Morden ist gemeinsam, dass sie stark an mittelalterliche Folter- und Hinrichtungsmethoden erinnern. Die Opfer werden geteert, enthauptet, gerädert und gefedert, und als Felix Martini seinen Lebensgefährten, einen hohen Beamten im Außenministerium, erhängt in dessen Wohnung auffindet, gerät er sofort unter Mordverdacht. Schließlich ist Felix erst kürzlich zum Islam konvertiert und das allein macht ihn in den Augen der Polizei, neben anderen Indizien, schon verdächtig. Doch Martini gelingt es, zu entkommen und sich, permanent verfolgt von der Polizei, auf die Suche nach dem wahren Mörder zu begeben.

Kurz vor seinem Tod ließ Felix’ Lebensgefährte ihm eine ominöse Mail mit einem Familienwappen zukommen, das ihn zu den Gemälden des schwedischen Malers David Klöcker Ehrenstrahl führt. Der Maler versah einige seiner Bilder mit rätselhaften Codes, die auf eine geheime Loge schließen lassen, die bis in die heutige Zeit existiert. Nun stellt sich Felix, seiner guten Freundin Sara und der Polizeibeamtin Johanna Trott die Frage, was die geheimen Treffen schwedischer Adliger mit den Morden zu tun haben könnten. Gleichzeitig steuert ein Schiff, das eine hoch gefährliche Ladung enthält, direkt auf Stockholm zu…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

„Code 1658“ hat alles, was es für einen packenden und brisanten Thriller braucht: eine mysteriöse Vereinigung mit einer archaisch anmutenden Struktur, seltsame und brutale Morde an hochgestellten Persönlichkeiten und gefährliche Machenschaften internationaler Terroristen. Dennoch will es Niklas Ekdal nicht so recht gelingen, seine Geschichte packend in Fahrt zu bringen. Es dauert viel zu lange, bis dem Leser die Zusammenhänge deutlich werden, da der Autor offensichtlich nicht in der Lage ist, die verschiedenen Erzählstränge zu einer schlüssigen Geschichte zusammenzufügen. Ereignisse wie die Ermordung von Olof Palme, der Untergang der Estonia oder der schreckliche Tsunami in Südostasien werden hier etwas zu gewollt miteinander verbunden, was nie so ganz glaubhaft wirken soll. Hinzu kommen mehr als verwirrende historische Elemente der schwedischen Geschichte, die dem deutschen Leser wohl kaum geläufig sein dürften.

Auch die Figuren in „Code 1658“ können nicht immer vollends überzeugen. Da ist zum einen Felix Martini, der gerade eben seinen Lebensgefährten auf fürchterliche Weise verloren hat, aber dennoch nie die Fassung verliert und darum kämpft, seine Unschuld zu beweisen und den wahren Mörder zu finden – etwas sehr abgebrüht und cool! Auch die Polizistin Johanna Trott ist in ihrem Handeln nicht wirklich glaubwürdig. Egal, ob in ihrer mehr als zerrütteten Ehe oder ihrer beruflichen Tätigkeit – diese Frau kann man nicht wirklich verstehen.
Auch wenn „Code 1658“ durchaus durch eine durchdachte und streckenweise auch wirklich spannende Handlung punkten kann, wird der Leser nie vollends hineingezogen in die Geschehnisse dieses Thrillers, der insgesamt einfach zu verwirrend und unglaubwürdig ist.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen