Das Schicksal der Zwerge

Autor: Markus Heitz
Genre: Fantasy
Verlag: Piper Verlag
ISBN: 9783492701525
Erscheinungsdatum (D) März 2008 Seiten 624

Das Schicksal der Zwerge

Inhalt

Das Jenseitige Land hat sich kaum verändert. Mehr als zweihundert Zyklen ist es her, seit der Held des Landes, Tungdil Goldhand, in der Schwarzen Schlucht verschwand und seither nicht mehr wiedergesehen wurde. Unterdessen bewachte Ingrimmsch all die Jahre gemeinsam mit seiner Gemahlin Goda in der unter seinen Anweisungen erbauten Festung Übeldamm die Schwarze Schlucht. Er wartete auf seinen Freund und Gefährten, der bisher nicht wieder auftauchte. Seine Hoffnung ist ungebrochen.
Das Geborgene Land ist hingegen nicht mehr das, was es einmal war. Die Zwerge herrschen nicht mehr über die Eingänge des Landes, stattdessen haben gleich mehrere mächtige Feinde des kleinen Volkes das Land unter sich aufgeteilt. Die Nord-Albae besetzen eines, die Süd-Albae unter Führung von Kaiser Aiphatòn ein zweites. Der Magus Lot-Ionan gebietet über den Süden und der Drache Lohasbrand über einen Teil der Menschen. Er befehligt nicht nur Orks, sondern auch ergebene Menschen, die wiederum ihresgleichen unterdrücken. Ein letztes Übel ist der mächtige Kordrion, der den Zwergen kolossal zusetzt. Das Geborgene Land ist gebrochen – und das an ziemlich vielen Stellen.
Eines Umlaufs geschieht dann das Unfassbare: Nachdem der magische Schirm zusammenbrach, entstieg aus der Schwarzen Schlucht nicht nur ein monströses Wesen nach dem anderen, sondern auch ein in einer schwarzen Rüstung gekleideter Tungdil Goldhand. Ist das Schicksal derart grausam und hat den einstigen Helden die Seiten wechseln lassen?

Buchkritik von Thomas  Ays

Nach unzähligen Fragen und Bettelbriefen kehrte Erfolgsautor Markus Heitz ein letztes Mal zu den Zwergen zurück und machte seine Fans mit einem vierten Band überglücklich. Dabei erschuf er das wohl eindrucksvollste Buch der Reihe.

Die Wendungen, die dieser Abschlussteil nimmt und die Ereignisse, die hier stattfinden, beschreiben die schier grenzenlose Kreativität des Autors und zeigen, welches Glanzstück er zu schaffen in der Lage ist. Erneut schafft es Markus Heitz, eine mehr als nur vielschichtige Handlung scheinbar spielend einfach zu erzählen, ohne dass er strauchelt und während der Geschichte fällt. Tungdil Goldhand ist zum ersten Mal nicht mehr Protagonist eines Zwerge-Bandes. Erstmals hat diesen Part nun sein bester Freund Ingrimmsch übernommen, was nur als kleiner Geniestreich zu beschreiben ist – einer von vielen! Weil die Handlung nun zweihundert Jahre in die Zukunft wanderte, sind natürlich die Machtverhältnisse des Geborgenen Landes vollkommen andere und alle Menschen, die man in den letzten Abenteuern lieb gewonnen hat, schon lange tot. Für Markus Heitz die einmalige Chance, ein Zwergenabenteuer entstehen zu lassen, das irgendwie vollkommen neu und auch vertraut wirkt.
Die Figuren sind wieder das Herzstück dieses Zwergenbandes. Der Zwergenheld Tungdil ist beispielsweise schlicht genial. Während des gesamten Buches steht die Frage im Raum, inwieweit man ihm noch trauen kann. Wird er sein Volk und seine Freunde verraten? Das zu lesen ist nicht nur unglaublich spannend, sondern für jeden Zwergenfan in einigen Sequenzen mit Sicherheit auch eine kleine Zerreißprobe. Ingrimmsch ist wie eh und je eine dankbare Figur, die mit Charisma und Ausstrahlung punktet. Wenn hier seine lockeren Sprüche fallen, kann man nicht anders, als ihn weiterhin absolut lieb zu haben. Der neue Zwerg in den Reihen, der mit jeder Menge Sympathie aufwartet, ist der Bogenschütze Goїmslîn Schnellhand genannt „Slîn“ („Entzückend!“). Dieser Charakter ist herrlich komisch und lockert so manche Situation auf.
Unter den Menschen schafft es hingegen keine Figur so richtig, an die vorangegangenen Helden heranzureichen. Leider. Am stärksten trifft die Kritik wohl die Maga Coira Weytana, die mit ihrem Getue gerade gegen Schluss mächtig an den Nerven des Lesers zerrt. Überhaupt ist hier kein Charakter so richtig neu und frisch geraten. Sie erinnern alle eher an die Helden der ersten Bücher, ohne sich dabei neu entwickelt zu haben, was es zu bedauern gilt.

Dennoch darf an der Qualität dieses vierten und letzten Bandes nicht gerüttelt werden. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite vermag man dieses Buch nicht aus der Hand zu legen, bis der erlösende und stimmige Schluss erreicht ist. Die Ideen von Markus Heitz, die gewählte Sprache und die erzählerische Kraft in der Geschichte zeigen, was für ein großartiger Fantasyautor er ist, dem eine glänzende Zukunft offensteht. „Das Schicksal der Zwerge“ ist in der Karriere des Autors jedenfalls eine absolute Glanzleistung.

Die Reihe um "Die Zwerge" umfasst folgende Bände:
Band 1:
Die Zwerge
Band 2:
Der Krieg der Zwerge
Band 3:
Die Rache der Zwerge
Band 4:
Das Schicksal der Zwerge
Band 5:
Der Triumph der Zwerge

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