Shutter Island

Autor: Dennis Lehane
Genre: Thriller
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-548-28124-7
Erscheinungsdatum (D) 2005 Erschienen 2003
Seiten 363
Übersetzung Andrea Fischer

Shutter Island

Inhalt

Edward (Teddy) Daniels und sein Kollege Chuck, beide US-Marshalls, werden nach Shutter Island geschickt. Aus dem dort untergebrachten Spezialgefängnis für geistesgestörte Schwerverbrecher ist eine Insassin, eine Frau, die ihre drei Kinder getötet hatte, entflohen, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen und das auch noch aus einer geschlossenen Zelle. Die beiden Marshalls werden freundlich begrüßt, doch die Ermittlungen gestalten sich aus zweierlei Gründen zäh. Zum einen wird ihnen der Zugang zu den Patienten- und Angestelltenakten verwehrt und zum anderen braut sich über der Insel ein schrecklicher Hurrikan zusammen, der als erstes die Telefonleitungen kappt und in Folge noch weitere Schwierigkeiten verursacht.

Teddy gibt sich trotz allem reichlich Mühe, die Untersuchungen voranzutreiben, denn er hat noch ein eigenes, privates Motiv, auf dieser Insel zu sein. Andrew Laddies, der Mörder seiner Frau, soll sich ebenfalls auf dieser Insel, im Hochsicherheitstrakt C, befinden. Zudem war ihm vonseiten eines ehemaligen Insassen der Anstalt zu Ohren gekommen, dass dort menschenunwürdige Versuche und Operationen vorgenommen würden. Grund genug für Teddy, auch dort zu suchen, wo es ihm nicht erlaubt ist.

Der Sturm bricht aus und gleichzeitig überschlagen sich nun die Ereignisse. Die Vermisste taucht wieder auf, die Anstalt versinkt im Chaos, gefährliche Patienten laufen im Gebäude frei herum und zum guten Schluss verschwindet auch noch Chuck spurlos. Teddy will unbedingt von der Insel und als er dies nicht schafft, macht er sich auf zum Leuchtturm, in dem er die Lösung aller Fragen vermutet. Die Antworten jedoch, die er gesucht hat, fallen ganz anders aus, als er je erwartet hätte …….

Buchkritik von Angelika  Koch

Das Buch scheint zuerst recht schleppend zu sein. Immer wieder fragt man sich als Leser, wann es denn nun richtig los geht. Teddy und Chuck bemühen sich so sehr, kommen aber nicht vorwärts, man weiß als Leser nicht so recht, wie man den beiden helfen könnte, würde es aber gerne tun. Phasenweise erscheint einem somit das Buch recht langatmig und als der Hurrikan losbricht, erwartet man endlich einen dramatischen Anstieg der Spannung, der aber auch noch nicht so recht kommen mag. Teddy, der dann schlussendlich alleine durch die Gegend jagt, kann einem richtig Leid tun, aber auch man selbst versucht vergeblich zu verstehen, was da nun eigentlich vor sich geht. Man hat immer das Gefühl, man habe das Buch noch nicht richtig verstanden oder irgendwas verpasst oder falsch gedeutet. Was auch immer.

Und dann kommt der Hammer. Erst ganz zum Schluss versteht man alles. Alles was passiert ist und gesagt wurde, alles was Teddy erlebt und geträumt hat, bekommt einen Sinn. Und dann – im Rückblick – ist das Buch einfach klasse. Alles fällt an seinen Platz, das Bild ist vollständig und die Überraschung groß. Damit hätte man nicht gerechnet. Wirklich nicht. Und so soll ein Thriller sein. Wenn er einem solch einen spektakulären Schluss bietet, muss der Anfang noch gar nicht reißerisch sein. Das ganze Buch wird eigentlich dann von hinten aufgerollt und macht erst dann einen Sinn. So machen Thriller wirklich Spaß. Das spektakuläre Ende ist doch eigentlich das, was man von einem wirklich guten Thriller erwartet und leider oftmals nicht bekommt. Aber hier ist dies der Fall und das macht das Buch mehr als lesenswert.

Shutter Island wurde verfilmt und läuft unter dem gleichnamigen Titel ab Februar 2010 in den Kinos.

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