Die Knochenleserin

Autor: Iris Johansen
Genre: Thriller
Verlag: List
ISBN: 978-3-471-35004-1
Erscheinungsdatum (D) August 2009 Erschienen 2008
Seiten 333
Übersetzung Charlotte Breuer und Norbert Möllemann

Die Knochenleserin Quicksand

Inhalt

Eve Duncan ist besessen davon, die Leiche ihrer ermordeten Tochter zu finden. Seit langem ist sie auf der Suche und belastet damit ihre Beziehung zu Joe, der zwar eifrig mithilft, aber zunehmend frustriert ist, denn Bonnie war nicht seine Tochter, er kannte sie noch nicht einmal. Zudem gibt es noch einen Mann, der Eve helfen will, Montalvo, und dies nicht aus uneigennützigen Gründen. Er ist davon überzeugt, dass er Eves Herz gewinnen kann, wenn er die Leiche und am besten auch noch den Mörder findet. Die Suche geht wieder los, als kein Geringerer als der Mörder selbst, Eve anruft und anfängt, ihr Hinweise zu geben. Zusätzliche Hilfe bekommt sie von einem Medium, das behauptet, Stimmen von Menschen hören zu können, die kurz vor ihrem Tod stehen und von Miguel, einem Gefolgstreuen Montalvos. Doch wie zu erwarten war, führt der angebliche Mörder die Suchenden an der Nase herum und hat noch einen Trumpf: Er hat wieder ein Mädchen in seiner Gewalt. Der Deal lautet: „Findet anhand meiner Hinweise die Leiche Bonnies, dann bekommt Ihr das Mädchen lebend zurück.“ Davon angetrieben, lassen sich die Fünf auf das Spiel ein. Was sie aber finden, stürzt alle in tiefe Fassungslosigkeit….

Buchkritik von Angelika  Koch

Iris Johannsen ist eifrig darum bemüht, dieses Buch einen wahren Thriller werden zu lassen. Dies gelingt ihr aber nur phasenweise. Die ganze Situation ist einfach zu unglaubhaft. Eve selbst, eine gestandene, fast furchtlose Frau, umgeben von drei Ramboverschnitten, die sich bestens in Sumpfgebieten auskennen und gar gegen Krokodile ankämpfen. Der äußerst brutale Mörder, der selbstredend auch ein kriegsgebeutelter Sumpfveteran ist. Das Medium, das sich eigentlich immer wehrt, dann aber doch hilft und eine dauernd wiederholte Darstellung der Misere, in der sich Eve und Joe gefühlstechnisch befinden. Das alles zusammen genommen ergibt einen zwar nicht langweiligen, aber dafür oftmals an den Haaren herbeigezogenen Handlungsstrang und recht überzeichnete Protagonisten. Ist dies nun ein Thriller, ein Liebesroman, ein Horrorbuch oder gar ein Psychothriller? Irgendwie wird man als Leser das Gefühl nicht los, dass sich die Autorin nicht so recht entscheiden konnte und deswegen alles zusammengemischt hat. Das ergibt leider einen reichlich bunten Cocktail, der aufgrund der Mixtur seinen Geschmack verliert und nicht unbedingt Appetit auf mehr macht. Dies ist kein wirklich schlechtes Buch, aber eben auch kein gutes. Mittelmaß, geeignet als anspruchslose Urlaubslektüre.

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