Nacht ohne Schatten

Autor: Gisa Klönne
Genre: Roman
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-548-28057-8
Erscheinungsdatum (D) Juli 2009 Seiten 368

Nacht ohne Schatten

Inhalt

Kriminalhauptkommissarin Judith Krieger wird nachts an den Schauplatz eines Mordes an der S-Bahn-Haltestelle Gewerbepark in Köln beordert. Bei dem Toten handelt es sich um den S-Bahn Fahrer Wolfgang Berger, der äußerst brutal mit unzähligen Messerstichen neben seiner S-Bahn nieder gestochen wurde. Einziger Zeuge ist ein angetrunkener Fahrgast, der behauptet, er habe eine Gestalt mit langem Mantel und blonden Haaren davon laufen sehen. Auch Manni Korzilius, Kriegers Kollege und Mitstreiter in bisher zwei Fällen, kommt zum Tatort. Erste Vermutungen werden angestellt, doch nichts Konkretes kommt dabei zustande. Auch ein Arbeitskollege Bergers, der sich eigentlich sogar sein Freund nennt, kann nichts dazu beisteuern, eine der Vermutungen zu erhärten.

Doch dann kommen ganz andere Faktoren mit ins Spiel. Schon am nächsten Tag wird eine direkt in der Nähe befindliche Pizzeria abgebrannt, der Besitzer ans Bett gefesselt und verkohlt, ein halbtotes Mädchen aus einem Kellerverlies eben dieser Gaststätte geborgen. Da Berger ausdrücklich um die Verlegung auf diese S-Bahn-Linie bestanden hatte, von der aus die Pizzeria einzusehen ist, liegt der Verdacht nahe, dass die beiden Taten etwas miteinander zu tun haben. Und dann gibt es da noch die Kunstfabrik, ein Gebäude direkt gegenüber der S-Bahn-Linie, in dem freischaffende Künstler arbeiten und von wo aus der Ort des Geschehens gut einzusehen ist. Krieger hat das untrügliche Gefühl, dass diese Kunstfabrik unmittelbar etwas mit den Geschehnissen zu tun hat. Und prompt wird auch dort ein Brandanschlag verübt. Ihre Kollegen halten natürlich nichts von Kriegers Intuition und vermuten ganz andere Zusammenhänge. Das Mädchen aus dem Kellerverlies führt die Ermittlungen direkt ins Prostitutionsmilieu. Weiterhin verfolgen Manni und die Kollegen jedoch andere Spuren als Judith Krieger, was ihr mal wieder Ärger einhandelt, doch sie lässt sie nicht beirren, muss sich dabei aber mit den früheren Idealen und Träumen ihrer eigenen Vergangenheit auseinander setzen und gerät zum guten Schluss auch noch selbst in Gefahr...

Buchkritik von Angelika  Koch

Wieder einmal eine unglaublich spannende Geschichte um Judith Krieger und ihren Kollegen Manni. Wieder einmal präzise gezeichnete, lebendige, eindrückliche Charaktere. Wieder einmal lückenlose Handlungen, detailliert beschriebene Schauplätze und wieder einmal auch ein bisschen Mystisches, „Nicht-Greifbares“. Insbesondere in diesem Buch ist es Gisa Klönne gelungen, auf der einen Seite durch realistische, lückenlose Handlungen zu gewinnen, diese aber geschickt mit einer Prise Mystik und Intuition zu würzen, ohne dabei auch nur einen Hauch an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Die Geschichte ist perfekt konstruiert, der Plot schlüssig, die Charaktere glaubhaft und lebensnah. Insbesondere die Rolle der Ekaterina, einer Gerichtsmedizinerin - aus Russland stammend, ist sehr nachdrücklich und einfühlsam beschrieben. Sie schlägt in diesem Buch die Brücke zwischen der Grausamkeit und der Hoffnung. Eine Rolle, die Frau Klönne hervorragend inszeniert hat.

Für dieses Buch erhielt Gisa Klönne den Glauser Preis 2009 „Bester Roman“ und dies mehr als verdient. Schon zuvor hatte sie mit den beiden Büchern um Krieger und Korzilius brilliert und ein weiteres Buch folgte noch mit dem Titel „Farben der Schuld“. Sicherlich stellt sich die Frage, wann vielleicht die Konstellation Krieger/Korzilius langweilig werden könnte, dennoch dürfte der Stoff noch für ein paar weitere Bücher reichen. So wird es jedenfalls die stetig wachsende Fangemeinde um Frau Klönne hoffen.

Judith Krieger ermittel in folgenden Büchern:

Der Wald ist Schweigen
Unter dem Eis
Nacht ohne Schatten
Farben der Schuld
Nichts als Erlösung
Die Toten, die dich suchen

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