Credo. Das letzte Geheimnis

Autor: Douglas Preston
Genre: Thriller
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-50047-7
Erscheinungsdatum (D) Juli 2009 Erschienen 2008
Seiten 592
Übersetzung Katharina Volk

Credo. Das letzte Geheimnis Blasphemy

Inhalt

In dem Gebiet der Navajo Indianer in einem aufgegebenen Kohlekraftwerk wird in einem geheimen Labor weit unter der Erde ein Teilchenbeschleuniger gebaut. Nur die besten Wissenschaftler sind in dieses Geheimprojekt involviert und versuchen mit Hilfe eines Supercomputers, von seinem Erbauer liebevoll Isabella genannt, die Zeit des Urknalls zu rekonstruieren und durch den Zerfall der Teilchen evt. Energie zu gewinnen.
Aber etwas ganz anderes, Unerwartetes passiert: Als die Maschine fast 100 Prozent erreicht hat, erscheint eine Schrift auf dem Bildschirm und behauptet, Gott zu sein. Natürlich glauben alle, es gäbe eine Malware oder einen Häcker, der sich einen üblen Spaß erlaubt, aber allen Bemühungen zum Trotz, kann diese Vermutung nicht untermauert werden. Immer mehr scheint es glaubhaft, dass sie tatsächlich einen Weg gefunden haben, mit dem Schöpfer des Universums zu kommunizieren.
Zur selben Zeit macht man sich in Washington bereits Sorgen darüber, dass man nichts mehr von den Wissenschaftlern in dem Labor hört. Man vermutet, dass dort etwas vertuscht werden soll und schickt einen ehemaligen FBI Agenten undercover zur Aufklärung. Pikanterweise hatte dieser vor vielen Jahren eine Beziehung mit einer der Wissenschaftlerinnen. Von deren Seite erhofft sich Washington schnelle Informationen.
Ebenfalls zur gleichen Zeit wird jedoch ein fanatischer Fernsehprediger, der wiederum seine Informationen von einem etwas skurrilen Prediger vor Ort erhält, aktiv und hetzt die „christlichen“ Mitbürger und –bürgerinnen gegen das Isabelle Projekt auf. Leider entwickelt diese Geschichte eine absurde Eigendynamik und bald schon befindet sich ein nicht zu bändigender Mob vor den Toren der Forschungseinheit, bereit zu allem….

Buchkritik von Angelika  Koch

Manche Thriller sind einfach etwas übertrieben. Es stellt sich dabei die Frage, ob man dieses zum Wohle des Buches hin nimmt und sich sagt, dass es halt ein Thriller ist und dass man dann eben auch etwas übertriebene Handlungen in Kauf nehmen muss, aber genau genommen ist es gerade die Kunst des Thrillers, zwar einen fantastischen Plot zu liefern, dabei aber doch den Leser zu fesseln, ohne dass ihm die Handlung bitter aufstößt.
Dieses Buch von Douglas Preston ist an und für sich spannend, relativ einfach, aber nicht platt geschrieben, flüssig zu lesen und man ist durchaus darauf erpicht, das Ende der Geschichte zu erfahren. Aber genau dieses ist einfach zu übertrieben. Gut, sicherlich ist religiöser Fanatismus der gefährlichste von allen und sicherlich haben Fernsehprediger in den USA noch heute einen erschreckenden Einfluss auf die Menschen, aber das was hier im Laufe des letzten Drittel des Buches abläuft, ist doch ein bisschen „too much“. Immer wenn man als Leser denkt, dass es doch noch eine gute Wendung geben könnte, wird es noch schlimmer und das definitive Finale ist dann schon relativ heftig und ziemlich unglaubwürdig.

Dieses Buch erhält zwar keine gute Bewertung, trotzdem war es nicht schlecht zu lesen, einfache Kost eben, gerne was für schwüle Sommertage, an denen das Gehirn sowieso nicht mehr verträgt. Dann kann man sicherlich noch ein paar dieser Bücher lesen, von Douglas Preston allein gibt es noch weitere Thriller, zusammen mit Lincoln Child schrieb er 13 Bücher. Auch Lincoln Child selbst schrieb eigene Thriller. Diese alle dürften sich auf demselben Niveau bewegen. Also, wäre die Hitzewelle des kommenden Sommers damit abgedeckt. Für mehr wird es aber wohl nicht reichen.

Der Autor schreibt hauptsächlich Thriller zusammen mit Lincoln Child. Sein eigenes Buch "Relict" - "Das Relikt" wurde 1998 verfilmt und avancierte zum Horrorstreifen.

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