Das Kind

Autor: Sebastian Fitzek
Genre: Thriller
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-63793-7
Erscheinungsdatum (D) 2008 Erschienen 2008
Seiten 389

Das Kind

Inhalt

Der Anwalt Robert Stern wird von einer guten Bekannten dringend um ein Treffen gebeten, das auf außergewöhnlichem Terrain, nämlich einem verlassenen Fabrikgelände, stattfindet und einen ebenso ungewöhnlichen Mandanten hervorbringt: Einen zehnjährigen Jungen, der behauptet, in seinem früheren Leben einen Mord begangen zu haben, für den er nun einen Verteidiger brauche. Verständlicherweise findet Stern das erst einmal ziemlich lächerlich, vor allem nachdem ihm Carina erzählt, dass sie dem Jungen, der ihr Patient ist und der nicht mehr lange zu leben hat, zum Geburtstag eine Rückführung geschenkt habe. Eigentlich wollte sie ihm damit die Angst vor dem Tod nehmen, hatte damit aber leider nur erreicht, dass Simon sich nun daran erinnert, einen Mann brutal mit einer Axt erschlagen zu haben. Wider besseres Wissen lässt sich Stern darauf ein, die Leiche nach den Angaben Simons zu suchen.
Und er findet sie. Das alleine gibt ihm aber noch nicht den nötigen Anstoß, tatsächlich Simons Anwalt zu werden. Noch am selben Abend aber erhält er eine DVD eines Unbekannten. Dort bekommt er Aufnahmen der Säuglingsstation zu sehen, auf der vor über zehn Jahren sein eigener Sohn Felix – so dachte er bisher zumindest - gestorben war. Er bekommt gleichzeitig einen Anruf und einen Auftrag, der unmittelbar mit Simons Erzählungen in Verbindung steht. Als Gegenleistung für die Durchführung dieses Auftrages soll er Informationen darüber erhalten, ob Felix nicht doch noch lebt und wenn ja, wo er sich befindet. Obwohl sein Verstand ihm rät, die Finger von der Sache zu lassen, findet Robert Stern sich innerhalb kürzester Zeit in einem nicht endenden Albtraum wieder, dessen Verlauf immer rätselhafter und schrecklicher wird. …

Buchkritik von Angelika  Koch

Da hätten wir es wieder. So wünscht man sich das von Sebastian Fitzek. Genauso muss ein Psychothriller sein und nicht anders. Nachdem "Amokspiel“ doch etwas enttäuschend war, kann der Leser jetzt wieder restlos versöhnt sein. Dieses Buch schließt mit seiner Spannung, der Dichte der Handlung, mit den unerwarteten Wendungen wirklich fast mit „Die Therapie“ auf. Wieder wird man mit einem äußerst spannenden Anfang in einen Strudel von Ereignissen geworfen, die einen mitreißen und nicht mehr loslassen. Und wieder gibt es noch ganz am Ende ein Highlight. Sebastian Fitzek ist einer der (wenigen) Autoren, die es schaffen, eine äußerst komplexe Handlung langsam zu entblättern, den Leser dabei aber immer im Ungewissen zu lassen, ihn auf falsche Fährten zu bringen und ihm schlussendlich ein köstliches Finale zu bieten. Nun darf man erst recht äußerst gespannt auf sein neues Buch „Splitter“ sein, das diesen Juni erscheinen wird. Eines aber ist sicher, egal, ob das Buch so überdurchschnittlich gut ist wie „Die Therapie“ oder ob es nicht ganz so mitreißend ist wie das bei „Amokspiel“ der Fall war, ein spannendes Lesevergnügen von der feinsten Sorte, ein positiver „Wochenendkiller“, wird es allemal sein.

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