Toni Hase Bester Freund

Autor: Ulrike Kaup
Genre: Bilderbuch
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-13643-0
Erscheinungsdatum (D) Januar 2009 Seiten 32

Toni Hase Bester Freund

Inhalt

Der dicke Bär Oskar sitzt vor seiner Höhle und bläst Trübsal. Als Toni Hase ihn fragt, was denn los sei, gesteht Oskar, dass sein rotes Schnuffeltuch mit den weißen Punkten spurlos verschwunden ist. Und ohne sein Schnuffeltuch kann Oskar doch nicht einschlafen! Toni Hase möchte seinem Freund natürlich helfen und hat die blendende Idee, einen Zettel zu schreiben, auf dem steht, dass Oskar sein Schnuffeltuch vermisst. So können alle bei der Suche mithelfen. Doch Oskar ist das furchtbar peinlich – keiner soll wissen, dass er noch ein Schnuffeltuch zum Einschlafen braucht.

Also macht Toni Hase sich zusammen mit Oskar auf die Suche nach dessen Schnuffeltuch. Die beiden finden alles Mögliche: rote Marienkäfer-Socken mit schwarzen Punkten, einen Fliegenpilz, ein kleines Bündel Entenfedern. Geschickt wie er ist, gelingt es Toni Hase, die anderen Tiere in die Suche mit einzubinden, ohne ihnen allerdings zu verraten, wonach er wirklich sucht. Und tatsächlich hat der schlaue Fuchs Charly Oskars Schnuffeltuch in den Zweigen eines Baumes entdeckt. Zusammen gelingt es den beiden, das Tuch vom Baum zu holen und nun ist Oskar überglücklich. Und auf der Pyjama-Party, die er für all seine Freunde veranstaltet, stellt sich heraus, dass er nicht der einzige ist, der zum Einschlafen noch einen speziellen Begleiter braucht.

Buchkritik von Stefanie  Rufle

„Toni Hase Bester Freund“ spricht Themen an, die für Kinder im Vorschulalter von ganz wesentlicher Bedeutung sind. Zum einen wollen Kinder ab einem gewissen Alter ja schon immer zu „den Großen“ gehören, spüren aber auch, dass sie in bestimmten Punkten eben noch „klein“ sind. So geht es auch Oskar in der Geschichte. Ihm ist sehr wohl bewusst, dass er eigentlich schon zu alt für ein Schnuffeltuch ist, kann aber ohne nicht einschlafen. Kinder erfahren in dieser Geschichte, dass es völlig in Ordnung ist, auch ab und zu noch klein und schwach zu sein. Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen, denn anderen geht es durchaus ähnlich. Richtige Freunde lachen einen ja schließlich auch nicht aus, sondern verstehen einen – deshalb sind sie ja auch Freunde.

Hier wären wir dann auch schon beim zweiten zentralen Thema von „Toni Hase Bester Freund“ – der Freundschaft an sich. Durch dieses Bilderbuch erfahren Kinder, wie wohlig es doch sein kann, sich einfach auf seine Freunde verlassen zu können. Immer wieder geraten wir in Situationen, die wir alleine nicht bewältigen können. Wie schön ist es dann doch, sich einfach fallenlassen zu können, zu wissen, dass man auf seine Freunde zählen kann. Und Toni Hase ist ein echter Freund. Er versucht alles, um Oskar aus der Klemme zu helfen und wagt sich sogar zu Charly, dem Fuchs, vor dem er großen Respekt hat.

Die Botschaften, die dieses Bilderbuch vermittelt, sind durch und durch positiv und wichtig. Auch die Illustrationen von Andrea Hebrock zeichnen sich durch viele Details und liebevoll gestaltete Figuren aus. Hier gibt es für Kinder vieles zu entdecken, was wiederum zum Sprechen und Erzählen anregt. Die Geschichte an sich entbehrt allerdings einer gewissen Portion an Witz und Humor. Der Text ist stellenweise etwas einfallslos und aufgrund seiner Länge eher für Kinder ab fünf Jahren geeignet. Alles in allem ist „Toni Hase Bester Freund“ ein ganz nettes Bilderbuch, das sich vor allem durch seine Illustrationen und die gelungene Grundidee auszeichnet.

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