Doch die Sünde ist scharlachrot

Autor: Elizabeth George
Genre: Krimi
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7645-0242-3
Erscheinungsdatum (D) November 2008 Erschienen 2008
Seiten 764
Übersetzung Ingrid Krane-Müschen und Michael J. Müschen

Doch die Sünde ist scharlachrot Careless in Red

Inhalt

An der Küste Cornwalls entdeckt ein einsamer Wanderer die Leiche eines zerschmetterten Mannes. Dieser völlig verwahrloste Wandersmann entpuppt sich als Thomas Lynley, ehemals Detective Superintendent bei New Scotland Yard, der nach dem tragischen Tod seiner Frau Helen und seines ungeborenen Kindes in ein scheinbar bodenloses schwarzes Loch stürzte. Der Tote, den er gefunden hat, fiel aber keineswegs einem tragischen Unfall zum Opfer – er wurde vielmehr ermordet, was die örtliche Ermittlerin Bea Hannaford auf den Plan ruft. Zu ihren Verdächtigen zählt unter anderem auch Lynley, der sich nicht ausweisen kann. Hannaford stellt Nachforschungen bei New Scotland Yard an und bekommt Thomas Dienstmarke übermittelt, die nach Helens Tod nicht etwa vernichtet wurde. Denn dort hofft man noch immer darauf, dass Lynley, der zu den besten Ermittlern zählt, eines Tages wieder seinen Dienst aufnehmen wird.

Ob er es will oder nicht wird Lynley von Hannaford in die Ermittlungen zu diesem Mordfall mit einbezogen, bei dem es mehr als genug Verdächtige gibt. Zu ihnen zählt auch Daidre Trahair, die Tierärztin, die mit Thomas zusammen als Erste am Fundort der Leiche war. Lynley erkennt schnell, dass Daidre etwas zu verbergen hat und er weiß auch, dass es bei New Scotland Yard nur eine Person gibt, die ihm die nötigen Informationen beschaffen kann. So kommt es also, dass Detective Superintendent Lynley und seine Kollegin Barbara Havers wieder gemeinsam ermitteln.

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Endlich haben wir ihn wieder: Thomas Lynley is back! Nach „Wo kein Zeuge ist“ und „Am Ende war die Tat“ beschert Elizabeth George ihrem Ermittler, der durch die Hölle gehen musste, ein fulminantes Comeback. Dabei bleibt die Autorin von der ersten Zeile an völlig authentisch – die schlimmen Ereignisse haben Lynley geprägt und er ist nicht mehr der, der er einmal war. Hier beweist George einmal mehr ihr unglaubliches psychologisches Gespür und ihre Fähigkeit, den Leser in die Tiefen der menschlichen Seele zu entführen. Die Gratwanderung, einen seelisch völlig zerbrochenen Menschen darzustellen und gleichzeitig auf glaubwürdige Weise das hervorzuholen, was diesen früher einmal ausgemacht hat, gelingt ihr par excellence.

Mit „Doch die Sünde ist scharlachrot“ beweist George, dass sie zu den wirklich herausragenden Krimi-Autorinnen zählt. Mit überwältigender Sicherheit baut sie eine Geschichte auf, die immer vielschichtiger wird, bei der weniger die Tat an sich wichtig ist, als vielmehr all die Personen, die auf die eine oder andere Art darin involviert sind. Absolut glaubwürdig zeichnet die Autorin ihre verschiedenen Charaktere und webt sie mit beeindruckender Raffinesse in die Handlung ein. Irgendwann ertappt sich der Leser dabei, dass für ihn die Auflösung des Falls mehr und mehr zweitrangig wird – viel wichtiger sind die menschlichen Schicksale und insbesondere das von Thomas Lynley.

Mit „Doch die Sünde ist scharlachrot“ erschuf Elizabeth George ihren bisher besten Roman! Im Vergleich zu ihren älteren Krimis wird deutlich, wie sehr sie ihren Erzählstil verfeinert hat, wie sie als Autorin im Lauf der Jahre gewachsen ist. Hier wird dem Leser eine Geschichte geboten, die er so schnell nicht mehr vergessen wird und die auf unnachahmliche Weise den bestens vertrauten Lynley neu erschafft. Denn obwohl jedem klar ist, dass der sympathische Ermittler nun wieder unter den Lebenden weilt, wird doch auch deutlich, dass nichts mehr ist, wie es einmal war. Und allen Fans sei gesagt: Die Wartezeit bis zum nächsten Inspector-Lynley-Roman wird quälend langsam verstreichen!

Die Inspektor Lynley–Reihe umfasst folgende Bände:

Gott schütze dieses Haus
Keiner werfe den ersten Stein
Auf Ehre und Gewissen
Mein ist die Rache
Denn bitter ist der Tod
Denn keiner ist ohne Schuld
Asche zu Asche
Im Angesicht des Feindes
Denn sie betrügt man nicht
Undank ist der Väter Lohn
Nie sollst du vergessen
Wer die Wahrheit sucht
Wo kein Zeuge ist
Am Ende war die Tat
Doch die Sünde ist scharlachrot
Wer dem Tode geweiht
Glaube der Lüge
Nur eine böse Tat
Bedenke, was du tust

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