Das Buch der verlorenen Dinge

Autor: John Connolly
Genre: Roman
Verlag: List
ISBN: 978-3-471-30005-3
Erscheinungsdatum (D) August 2008 Erschienen 2006
Seiten 329
Übersetzung Claudia Feldmann

Das Buch der verlorenen Dinge The Book of Lost Things

Inhalt

Als Davids Mutter stirbt, wird das Leben des Zwölfjährigen komplett auf den Kopf gestellt. Er muss nicht nur den Verlust eines Elternteils und seine Trauer überwinden, sondern sich auch mit neuen Umständen auseinandersetzten: Nach dem Tod seiner ersten Frau hat Davids Vater eine neue Liebe gefunden. Bald ziehen sie gemeinsam in das Haus von Rose und nicht lange danach hat David ein kleines Halbbrüderchen. Eifersüchtig flüchtet sich der Junge in die Welt der Bücher, liest Stunde um Stunde und zieht sich mehr und mehr aus der realen Welt zurück - bis er zum ersten Mal dem krummen Mann begegnet. Das ist für David der Beginn einer Reise in die dunkle, magische Ungewissheit, in irreale Traumsphären, die eine eigene Geschichte für ihn schreiben und ihn zu verschlucken drohen…

Buchkritik von Karolin  Kullmann

John Connollys Roman ist weit mehr als nur ein phantasievolles Buch, denn hier treffen Genres aufeinander, die sich nur selten begegnen. Gleich zu Beginn wird der Leser mit Davids Psychologie konfrontiert, mit Krankheiten wie Ticks, die der Geschichte sofort eine ernsthafte Note verleihen und die Hauptfigur in ein anderes Licht rücken. Und nicht nur der Protagonist ist einzigartig dargestellt, sondern auch die Scheinwelt, in die er sich nach und nach flüchtet, die Welt, die ihm seine Psyche aufzwingt. Hier beginnt Connolly mit bekannten Märchen zu spielen, schreibt sie um und nutzt sie so für seine Zwecke, dass daraus ein völlig neuer Blickwinkel, eine ganz eigene Geschichte entsteht. So kreiert er einen düsteren, bedrohlichen, aber zugleich auch faszinierenden Bereich fernab der Realität, der voller sagenhafter Gestalten ist. Die interessanteste und gefährlichste Figur hierin ist der krumme Mann. Dem Rumpelstilzchen nachempfunden verkörpert er das Böse, die dunkle Hälfte, die David immer weiter auf ihre Seite zieht. Mit dem krummen Mann entstehen auch die Begebenheiten, die einem immer wieder Gruselschauer über den Rücken jagen, und die Abgründe des menschlichen Geistes vor dem Leser auftun.
Zusammengenommen machen diese Stoffe “Das Buch der verlorenen Dinge” zu einem spannenden, außerordentlichen Roman, in dem man einer fremden Welt begegnet, die keine herkömmliche Logik kennt, surrealistisch angehaucht ist und Fantasy- und Gruselelemente in sich vereint.

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