Mord im Zeichen des Zen

Autor: Oliver Bottini
Genre: Krimi
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN: 978-3-596-16545-2
Erscheinungsdatum (D) 2004 Seiten 384

Mord im Zeichen des Zen

Inhalt

Louise Bonì, Hauptkommissarin der Freiburger Kripo, steckt in einer tiefen Lebenskrise. Seitdem sie gezwungen war, in Ausübung ihrer Tätigkeit einen Mann zu erschießen, ist nichts mehr, wie es war. Tiefe Schuldgefühle plagen die Kommissarin, hinzukommen unverarbeitete Ereignisse aus der Vergangenheit, die jetzt auf sie einstürzen. Ihr letzter Trost ist die Flasche. Die ist mittlerweile ihre ständige Begleiterin - so auch am ersten Tag ihres freien Wochenendes, aus dem sie aber unsanft herausbefördert wird. Die 42jährige bekommt von ihrem Dezernatsleiter einen mehr als merkwürdigen Auftrag erteilt. Ein japanischer Mönch wandert anscheinend in Sandalen und Kutte durch die Landschaft östlich von Freiburg. Louise soll herausfinden, was mit ihm los ist und vor allem, was er vorhat.

Als die Kommissarin den Mönch endlich eingeholt hat, muss sie erkennen, dass er verletzt und offenbar auf der Flucht ist. Sie kann aber nicht mit ihm kommunizieren und begleitet ihn deshalb eine Nacht lang auf seinem Weg. Da wird Louise klar, dass es tatsächlich drei Verfolger gibt, die dem mysteriösen Mönch auf den Fersen sind und dass dieser in Todesangst ist. Das Problem ist nur, dass Louise aufgrund ihres Alkoholproblems nicht mehr das ungeteilte Vertrauen der Vorgesetzten und Kollegen genießt. Deshalb ist sie gezwungen, sich allein auf Spurensuche zu begeben. Entgegen vieler Widerstände gelingt es ihr allmählich, Licht in das Dunkel zu bringen. Was sie hier entdeckt, könnte schrecklicher und unmenschlicher kaum sein...

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Unglaublich, wie schnell und elegant es Bottini gelingt, den Leser in seinen Bann zu ziehen! Dieser Krimi ist angefüllt mit gewaltigen Bildern, die einen unmittelbar mit dem Geschehen verbinden. Ob man nun will oder nicht - von der ersten Seite an wird man in die Geschichte hineingezogen und findet erst bei Umblättern der letzten allmählich wieder in die Realität zurück. Oliver Bottini hat ganz eindeutig alles, was einen guten Autor ausmacht: seine Sprache ist voller Bilder und lässt vor den Augen der Leser Landschaften und Personen erstehen, er verfügt über einen feinen Humor, der manchmal gar zu Ernstes auflockert, er hat die Fähigkeit, seine Geschichte so zu erzählen, dass man einfach wissen muss, wie sie endet, er kann die Spannung fast unmerklich steigern und er verfügt über die Gabe, seinen Charakteren auf fast schon unheimlich Art Leben einzuhauchen. Besonders Bottinis Hauptfigur, die gebeutelte und an der Flasche hängende Hauptkommissarin Louise Bonì, ist derart überzeugend und mit all ihren Schwächen schon wieder sympathisch beschrieben, dass man sie gerne selber einmal kennen lernen würde. Gerade die allzu menschlichen Unzulänglichkeiten sind es, auf die der Autor bei seinen Figuren besonderen Wert legt - vielleicht macht sie gerade das so lebensecht.

Die Geschichte an sich ist überzeugend konstruiert, gut recherchiert und verfügt über das nötige Spannungspotential. Hier muss man sich beim Lesen allerdings auf einiges gefasst machen, denn es ist wahrlich starker Tobak, den Oliver Bottini seinen Lesern zumutet. Doch auch hier wird nicht übertrieben oder dazu fabuliert - "Mord im Zeichen des Zen" erzählt eine Geschichte, wie sie sich tausendfach in unserem Land zuträgt. Zum Schluss bleibt zu sagen, dass der Name Oliver Bottini sicherlich noch so manches Highlight für Krimi-Fans zu bieten haben wird.

Oliver Bottini erhielt für "Mord im Zeichen des Zen" den Deutschen Krimi Preis 2005 (3. Platz).

Die Louise Bonì-Reihe umfasst folgende Bände:

Mord im Zeichen des Zen
Im Sommer der Mörder
Im Auftrag der Väter
Jäger in der Nacht
Das verborgene Netz
Im weißen Kreis

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen