Interview mit...

...Peter Freund


...zu "Mysteria - Das Tor des Feuers"

"Wer behauptet denn, dass die Realität, so wie wir sie kennen, wirklich so real ist?;"

Mit Booksection im Gespräch: Peter Freund über seinen Fantasyroman "Mysteria - Das Tor des Feuers".

Booksection: Fantasy boomt! Bereits seit einigen Jahren ist gerade im Jugendbuchbereich in diesem Genre einiges los. Wie schwer ist es für Sie, gute und vielleicht auch neue Fantasy zu schreiben?
Peter Freund: Ich hoffe, das es mir gelungen ist, in „Mysteria“ neue Wege zu gehen. Ich habe das ja auch in meinem Buch thematisiert. Es ist in der Tat so, das ich lange nach einem Mittel gesucht habe, um „Mysteria“ von dem Allgemeinen, normalen Fantasy herauszuheben. Ich glaube sowieso, dass ich keine „normale“ Fantasy schreibe, weil es mir in all meinen Büchern um die Verbindung zwischen Realität und der Fantasie geht. Das habe ich auch bei meinen „Laura“-Büchern schon so gemacht. Weil: Wer behauptet denn, dass die Realität, so wie wir sie kennen, wirklich so real ist? Das ist nur unsere Interpretation. Vielleicht haben wir nur nicht die richtige Sichtweise?

Booksection: Sind Sie Thomas Anderson, eine ihrer Figuren im Buch?
Peter Freund: Nein. Ich benutze ihn nur dazu, um meine eigenen Fragen und Statements unterzubringen.

Booksection: Wieviele Bände werden noch folgen?
Peter Freund: Mindestens zwei. Ich habe genug Material für 5 Bände. Ich schreibe jetzt aber erst einmal noch zwei Bücher und dann sehen wir weiter.

Booksection: Wie haben Sie denn „Mysteria“ mit den zwei Erzählsträngen geschrieben? Parallel oder getrennt voneinander?
Peter Freund: Interessanterweise habe ich das alles fast chronologisch geschrieben, was mich aber auch gewundert hat, weil ich es bei „Laura“ immer anders gemacht habe. In diesen Büchern habe ich immer die Ebene zuerst geschrieben, in der Laura die Hauptrolle spielt, erst anschließend dann die fantastischen Erzählstränge.

Booksection: Sie scheinen sehr vernarrt in Ihr Mysteria zu sein…
Peter Freund: Ohja, ich finde, das ist das Spannendste, was ich seit langem geschrieben habe, auch weil es so viele Ebenen hat. In all meinen Büchern kommt raus: Das Leben ist kein Spaß! Manchmal kann das Leben richtig scheiße sein! Wenn Du dann aber nicht dagegen ankämpfst, dann ist es erstrecht scheiße! Versuch die Probleme anzugehen und dann klappt das.

Booksection: Nehmen Sie reale Vorbilder als Ihre Figuren?
Peter Freund: In „Mysteria“ gibt es keine realen Figuren, die als Vorbild dienten. Natürlich sind immer irgendwelche Personen enthalten, weil das schließlich meine Erfahrungen sind. Bei „Laura“ habe ich ein paar Lehrerfiguren durch den Kakao gezogen, aber das war auch schon alles. Ich wurde auch schon oft gefragt, ob ich Laura tatsächlich kenne. Da muss ich sagen: „Nein, sie entspringt wirklich komplett meiner Fantasy!“

Booksection: Sie produzierten lange Filme, schrieben auch viele Drehbücher. Optimale Vorraussetzungen für „Mysteria – Der Film“?
Peter Freund: Das Problem dabei ist, das Fantasyfilme irreteuer sind. „Laura“ ist weltweit zwar sehr erfolgreich, wir haben bereits in 19 Ländern verlegt, was jedoch leider fehlt, sind die wichtigen Filmländer, wie die USA oder Japan. Man kann ein solches Budget, das man fürs Kino braucht, schwer aufbringen. Bei „Mysteria“ muss man abwarten, wie das wird. Vielleicht wird ja irgendwann ein Fernsehfilm daraus, das liegt jedoch noch in weiter Ferne.

Booksection: Vielen Dank für das Interview!



Das Interview wurde veröffentlicht am: 16.10.2008

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