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Buchkritik von "Rattentanz"
Am Freitag, den 23. Oktober 2009 besuchte Autor Michael Tietz die Buchhandlung „Zum Gallusturm“ in Bad Säckingen, um dort seinen ersten Roman „Rattentanz“ vorzustellen. Besitzerin Betina Wallbiner-Rösel begrüßte zahlreiche interessierte Gäste und stellte ihnen Michael Tietz vor. „Die Idee, dass von einer Sekunde zur nächsten der Strom ausgeht, kann Angst machen.“, so Frau Wallbiner. Eine ihrer Kolleginnen habe „Rattentanz“ gelesen und sei restlos begeistert gewesen. Das habe sie dazu veranlasst, den Autor zu einer Lesung einzuladen.
Der sympathische Autor gab zu, etwas nervös zu sein, dies sei erst seine vierte Lesung und die erste in einer Buchhandlung. Zur Idee von „Rattentanz“ sage er: „Ich saß mit einem Stift in der Hand da und überlegte, womit ich eigentlich schreiben würde, wenn es keine Stifte gäbe. Oder womit würde ich ohne Waschmaschine waschen?“ Zwei Jahre lang habe er über dieses Thema nachgedacht, bis seine Frau (die übrigens in der ersten Reihe saß) ihn mehr oder weniger zwang, endlich anzufangen, ein Buch darüber zu schreiben. Tietz erzählte, dass er selber in Wellendingen lebe, wo die Geschichte spielt.
Anschließend begann der Autor mit der Lesung und stieg am 23. Mai, 06:58 Uhr ein, also ziemlich am Anfang des Buches, wo in dem kleinen Schwarzwaldort Wellendingen die Ereignisse ihren Anfang nehmen. Mit seiner ruhigen Art gab Michael Tietz einen kleinen Einblick in seinen stolze 837 Seiten umfassenden Roman, führte einen Teil der großartigen Figuren beim Publikum ein und machte seine potentiellen Leser neugierig darauf, wie es weitergehen könne. Die Lesung endete an der Stelle, an der die Dorfbewohner auf das Wrack eines der abgestürzten Flugzeuge stießen. „Wenn Sie wissen möchten, wie es weitergeht, wohin sich die Ereignisse dieses 23. Mai entwickeln, dann dürfen Sie jetzt gerne mein Buch kaufen.“, schloss Michael Tietz seine Lesung mit einem verschmitzten Lächeln ab und stand anschließend für die Fragen des Publikums bereit.
Woher denn der Titel „Rattentanz“ komme, so wollte eine Zuhörerin wissen. Tietz verriet, dass sein Wunschtitel eigentlich „Angst“ gewesen sei, das vom Verlag Bookspot aber schnell verworfen wurde, weil es schon ein Buch mit diesem Titel gebe. Dann wäre eine lange Liste mit potentiellen Titeln erstellt worden, die ihn aber alle nicht befriedigt haben, und als dann der Drucktermin immer näher rückte, kam ihm dann ganz spontan der Gedanke zu „Rattentanz“.
Nachdem keine weiteren Fragen aus dem Publikum kamen, erzählte Michael Tietz etwas zur Entstehung seines Buches. Es sei schon immer sein Traum gewesen, ein Buch zu schreiben, doch er habe nie für möglich gehalten, dass sich dieser Kindheitstraum erfüllen könne. Als das Manuskript zu „Rattentanz“ fertig war, schickte er es an 25 Verlage, bekam aber nur Absagen – manche schickten das Manuskript ungesehen zurück. Er sei kurz davor gewesen, sein Seiten in den Tiefen einer Schublade verschwinden zu lassen, als er bei der Suche bei Google auf den Verlag Bookspot stieß. Bookspot sei ein sehr kleiner Verlag und er müsse sich selber um den Vertrieb seiner Bücher kümmern – sei damit aber sehr erfolgreich. Er bekomme durchwegs positives Feedback auf sein Buch, auch wenn es teilweise starker Tobak sei. Dann hatte der Autor freudestrahlend eine positive Mitteilung zu machen: „Im Winter 2010 wird "Rattentanz" als Taschenbuch beim Ullstein-Verlag erscheinen!“
Eine Zuhörerin wollte wissen, ob ihm denn nun, nachdem das Buch fertig sei, etwas fehle. „Ja, das Schreiben.“, meinte Tietzt lächelnd. Außerdem sei das friedliche Leben, das er früher hatte, nun vorbei. Alles würde sich nun nur noch um sein Buch drehen, die friedliche Idylle Wellendingens könne er mit seiner Familie nun nicht mehr so unbeschwert genießen. „Ab nächstem Jahr wird dann nur noch geschrieben.“, prophezeite Tietz. Denn dann würde er sich an ein neues Buch machen. Ob er denn schon neue Ideen habe, wurde gefragt. „Ja“, sage der Autor lächelnd – mehr wollte er dazu nicht sagen.
Auf die Frage nach der Recherche zu „Rattentanz“ erklärte der Autor, dass er eigentlich kaum recherchiert habe. Erst auf die Fragen seiner Testleser hin habe er beim Katastrophenamt, bei Energieanbietern und beim Innenministerium nach einem Katastrophenplan gefragt, allerdings nie eine Antwort bekommen. Lediglich Greenpeace habe ihm wegen der Sicherheit von Atomkraftwerken geantwortet. Vom „Computer-Chaosclub“ erfuhr Tietz, dass ein Computervirus ein solches Szenario nicht verursachen könne.
Anschließend stand Michael Tietz noch für das Signieren seiner Bücher bereit und Frau Wallbiner lud ihre Gäste zu einem gemütlichen Umtrunk und einer Diskussionsrunde ein. Wir von Booksection.de können den Roman dieses sympathischen Autors nur jedem wärmstens ans Herz legen und, ohne zu viel verraten zu wollen, sagen: Hier ist Gänsehaut pur garantiert!
Stefanie Rufle, Thomas Ays
Booksection.de
Link zur Buchhandlung zum Gallusturm: www.gallusturm.de