Aktuelle Autoren
Aktuelle Buchkritiken
- Dez.
- Alle Rache will Ewigkeit
- Dez.
- City of Fallen Angels
- Dez.
- Judaswiege
- Jan.
- Aleph
- Jan.
- Blauer Montag
- Jan.
- Das Skript
- Jan.
- Der Anschlag
- Jan.
- Immortal Beloved 2
- Jan.
- Offenes Grab
- Feb.
- Das Alphabet Haus
- Feb.
- Heldenwinter
- Feb.
- London Killing
Kommende Buchkritiken
- Dez.
- Die Kriminalromane
- Dez.
- Wasserland
- Jan.
- Cassia & Ky 2
- Jan.
- Die Königsmörder-Chronik 3
- Feb.
- Die Bestie von Sanok
- Feb.
- Die Feuerkämpferin 3
- Feb.
- Die Geschichte des Wassers
- Feb.
- Die Hunt-Chroniken 2
- Feb.
- Die sterblich Verliebten
- Feb.
- Entführt
- Feb.
- Garp und wie er die Welt sah
- Feb.
- Hyddenworld
- Feb.
- Vergeltung
- Feb.
- Schwarze Blumen
- Feb.
- Sie und er
- Zur Vorschau
Booksection.de unterstützt PETA
Interview mit...
...Michael Peinkofer
"Die Zauberer. Die Erste Schlacht"
"Wenn man die Ork-Trilogie kennt, weiß man ja, dass es nicht besonders gut enden wird."
Mit Booksection im Gespräch: Fantasy-Autor Michael Peinkofer.
Booksection: Die Zauberer sind ein doch recht elitärer
Kreis, der bei näherer Betrachtung aber auch seine Probleme und Untiefen
hat. Hat es Spaß gemacht einmal nicht nur über Blutbier, Maden und
Fäulnisgeruch zu schreiben?
Michael Peinkofer: Bei den Elfen ist es tatsächlich ja
fast immer umgekehrt (lacht). Die Zauberer sind bis auf eine Ausnahme, von der
wir jetzt wissen, alles Elfen. Sie sind also wirklich eine sehr elitäre,
in meiner Variante auch recht arrogant anmutende Rasse. Es macht natürlich
Spaß, sie dann in Situationen zu bringen, wo sie sich ihrer nicht mehr
ganz so sicher sind. Wo sie ein klein wenig gedemütigt werden. Gerade bei
der Figur des „Aldur“…
Booksection: Er muss schon ordentlich einstecken…
Michael Peinkofer: Genau. Ich werde öfter gefragt, ob
das Spaß macht und ja, es macht Spaß. (lacht) Aber auch deshalb,
weil es viel über die Charaktere aussagt. Ob sich ein Charakter bewährt
oder nicht, sehen wir nicht in den Zeiten, in denen es ihm gut geht und er sich
von seiner besten und glanzvollsten Seite präsentieren kann, sondern eben
dann, wenn er eine Krise hat und es ihm schlecht geht. „Grenzsituationen“
sind gerade im Fall von Aldur ein gutes Stichwort.
Booksection: Nach den ersten zwei Bänden ist „Aldur“
einer der spannendsten von den drei Hauptcharakteren.
Michael Peinkofer: Er ist auch der Charakter, der die größte
Entwicklung zurücklegt. Wenn man die „Orks“ kennt, ahnt man
ja schon Schlimmes. (lacht)
Booksection: Hat es für Dich das Schreiben erleichtert,
dass Erdwelt nun keine „neue“ Welt für den Leser mehr ist oder
muss man bei so einer Konstellation ̵A1; Du erzählst ja die Vorgeschichte
der Ork-Trilogie - extrem aufpassen, sich nicht selbst zu widersprechen?
Michael Peinkofer: Es ist beides. Ich werde oft gefragt, wie
viel Recherche in so einem Buch steckt. Wenn man ein Prequel macht zu einer
Trilogie, die schon existiert, ist es ganz viel Recherche. Und zwar bei sich
selbst. Ich bin jemand, der sich bei der Entstehung eines Buches viele Notizen
macht. Im Laufe der „Orks“ ist eine kleine Enzyklopädie entstanden.
Sie wäre nicht druckreif, denn sie besteht wirklich nur aus Stichworten,
aber hier habe ich viel Material, auf das ich zurückgreifen kann. Geografisches
Material, Material über die Geschichte und Literatur von Erdwelt. Und natürlich
auch über die Sprache, die bei mir auch immer eine wichtige Rolle spielt.
Booksection: Nach wie vor ist es ein Markenzeichen vor Dir,
dass die Kapitelüberschriften in der jeweiligen Sprache des Hauptvolkes
sind.
Michael Peinkofer: Das polarisiert ein wenig. Es gibt sicher
Leser, die sich daran stoßen. Aber dies ist eine Eigenheit der Romane,
die ich auch beibehalten will.
Booksection: Man kann damit ja unterschiedlich umgehen. Entweder
man schaut die „Überschrift“ vor dem Lesen des Kapitels nach
und erhält einen keinen Hinweis oder man liebt es spannender und schlägt
erst hinterher nach.
Michael Peinkofer: Genau. Ich weiß mittlerweile von
vielen Lesern, die das Kapitel lesen und dann erst nachschlagen. Man kann die
elfischen oder orkischen Wörter auch als Eigennamen nehmen, wie eine Überschrift.
Manchmal sind mehr Hinweise darin versteckt, manchmal weniger.
Booksection: Auch wenn „Die Zauberer“ noch einige
witzige Dialoge hat und auch so manchen amüsanten Schlagabtausch wird dAer
Ton spätestens in „Die erste Schlacht“ merklich ernster. Wolltest
Du Dich damit auch bewusst zu den anderen Erdwelt-Büchern abgrenzen?
Michael Peinkofer: Auch die Ork-Trilogie hat eine ernste Hintergrundhandlung.
Die beiden Hauptcharaktere waren es, die das ganze humoristisch gebrochen haben.
Die gibt es bei den Zauberern nicht. Somit ist es insgesamt ernster geworden.
Sehr viel düsterer auch. Gerade wenn man die Ork-Trilogie kennt, weiß
man ja, dass es nicht besonders gut enden wird. Von daher war es schon so angelegt,
dass es insgesamt düsterer wird. Das hat es beim Schreiben aber auch sehr
spannend gemacht.
Booksection: In Deinen Zauberer-Büchern geht es um Freundschaft
aber auch verstärkt um politische Ränkespiele und Intrigen. Lässt
man sich da auch von realen Begebenheiten inspirieren?
Michael Peinkofer: Ja, doch. Gerade wenn man den hohen Rat
der Zauberer betrachtet, hat dieser historisch viel Inspiration aus dem alten
Rom. Auch dort hat sich der Senat von Caesar vorführen lassen. Auch ein
wenig Weimarer Republik ist dabei: ein großes Parlament, in dem viel geredet
wird, das sich seiner Ohnmacht aber eigentlich nicht so recht bewusst ist. Natürlich
lassen sich auch aktuelle politische Entwicklungen hineininterpretieren. Was
mir sehr gut an der Fantasy gefällt, ist, dass sie mehr und mehr ein Spiegel
der Gegenwart ist. Die klassische Fantasyliteratur hatte früher weniger
Gegenwartsbezug.
Booksection: Man findet sich sicherlich in den Geschichten
eher wieder, wenn sie nicht allzu abgehoben sind.
Michael Peinkofer: Das denke ich auch. Es ist die eigene,
gegenwärtige Realität, die sich in den Romanen widerspiegeln sollte.
Genauso wie man sich auch in den Charakteren irgendwie finden muss. Es hätte
wAenig Sinn von abgehobenen Wesen zu schreiben, deren Empfindungen wir überhaupt
nicht nachvollziehen können. Je fantastischer die Welt ist die man beschreibt,
desto wichtiger ist es, dass die Charaktere und die Handlung nachvollziehbar
sind.
Booksection: Hast Du Dich bei der Gestaltung der einzelnen
Zauberer, wie Granock, Aldur oder Farawyn von bekannten Zaubererfiguren inspirieren
lassen? Mit Merlin oder Gandalf, dem Grauen hat die Fantasyliteratur ja bereits
markante Gestalten.
Michael Peinkofer: Eigentlich weniger. Bei Farawy hatte ich
rein optisch eher den japanischen Schauspieler Toshiro Mifune im Kopf. Er ist
so eine Figur, die über allem steht.
Booksection: Liegt Dir Granock als Mensch automatisch näher
am Herzen oder gibt es andere Lieblingscharaktere?
Michael Peinkofer: Er ist mir näher, nicht so sehr weil
er ein Mensch ist, sondern vielmehr wegen der Situation, in der er sich befindet.
Ich glaube jeder hat schon einmal erlebt, dass er irgendwohin kommt, wo er kein
Schwein kennt. Wo er „der Neue“ ist. Eine blöde Situation.
Grundsätzlich würde ich aber sagen, dass in jedem Charakter etwas
vom Autor steckt, aber auch immer etwas, wo der Leser sich wiederfinden kann.
Auch Aldur hat Züge, die einem nicht unbekannt sind. Dieses Gefühl,
dass man ausgebremst wird und nicht weiter kommt, kennen glaube ich auch viele.
Booksection: Mir kommt da die Sequenz in den Sinn, wo Granock
zu Beginn seiner Ausbildung zum Zauber in dieser Eiskammer ohne Möbel und
nur mit einem Loch im Boden für die Notdurft ist. Ohne Kleidung.
Michael Peinkofer: (lacht) Die Grundidee zu dieser Szene war
der Unterschied der beiden Völker. Die Elfen sind ja beinahe elegische,
fast ätherische Wesen und jetzt kommt ein Mensch, dem gesagtA wird: Jetzt
meditier mal schön ohne Klamotten. Da treffen wirklich zwei Welten aufeinander.
Booksection: Entwickelst Du die Figuren separat oder entwickelt
die Geschichte die Figuren quasi mit?
Michael Peinkofer: Eigentlich waren zuerst die Figuren da.
Ich wusste ja in groben Zügen, was passieren muss. Die Geschichte des zweiten
Krieges ist ja schon vorgegeben durch die Ork-Trilogie. Auch die Figur „Alannah“
war daher schon vorgezeichnet. Wir wussten aber auch nach „Das Gesetz
der Orks“, sie wird irgendwann ihr Gedächtnis verlieren und war vorher
eine andere. Diesen Aspekt fand ich sehr spannend. Auch bei „Aldur“
und „Granock“ war die charakterliche Entwicklung bereits vorgegeben.
Hier hatte ich jedoch mehr Freiheiten.
Booksection: Nach dem sehr runden Trilogie-Auftakt „Die
Zauberer“, erscheint „Die erste Schlacht“ sehr ereignislastig.
Die Tiefe bei der Figurenentwicklung habe ich vermisst. Sie stehen auf der Stelle.
Gibt es so etwas wie eine „Schwerpunktplanung“ pro Buch, gerade
wenn es Teil einer Trilogie ist?
Michael Peinkofer: Es stimmt, was die Charaktere betrifft
ist das mehr ein retardierendes Moment, das auf den finalen Konflikt zusteuert,
der am Ende des Romans erfolgt.
Booksection: Im letzten Drittel von „Die Zauberer-
Die erste Schlacht“ ist das gerade was die Figur des „Aldur“
angeht deutlich spürbar. Ich muss zugeben, dass bei der Ork-Trilogie noch
einmal nachgelesen habe, wie es weitergeht.
Michael Peinkofer: (lacht) Man will dann wissen wie es weiter
geht. Ich dachte ein bisschen an Hitchcock. Man weiß wie es ausgeht, aber
den Weg dahin kennt man noch nicht.
Booksection: Als Fan der „Orks“ ahnt Aman nach
„Die erste Schlacht“ bereits wohin die Reise für Aldur, Alannah
und Granock gehen könnte. Erzeugt dass Druck für den dritten Band,
noch etwas ganz Unglaubliches aus dem Hut zu zaubern, um nicht allzu vorhersehbar
zu werden?
Michael Peinkofer: In der Ork-Trilogie gab es offene Anfänge.
In der Zauberer-Trilogie gibt es nach „Die erste Schlacht“ nun offene
Enden. Im dritten Band besteht jetzt die Herausforderung darin, die offenen
Anfänge mit den offenen Enden zu verknüpfen. Da ist aber schon noch
die eine oder andere Überraschung dabei.
Booksection: Irgendwelche Geheimnisse, die Du uns und Deinen
Fans an dieser Stelle anvertrauen willst?
Michael Peinkofer (lacht): Natürlich nicht!
Booksection: Sind bei Dir momentan noch andere Projekte in
Planung? Die Reihe um Sarah Kincaid ist ja nun abgeschlossen.
Michael Peinkofer: „Team X-treme“ geht in jedem
Fall weiter. Hier auf der Messe haben wir gerade den nächsten Band präsentiert.
Ich schreibe gegenwärtig auch bereits an einem weiteren. Danach werde ich
mich einem neuen historischen Roman zuwenden.
Booksection: Michael Peinkofer, vielen Dank für das
wie immer nette Gespräch.
Michael Peinkofer: Gern geschehen. Hat – wie immer –
Spaß gemacht.
Das Interview wurde am 19.03.2010 durch Melanie Frommholz geführt. Veröffentlicht und freigegeben vom Autor am 23.03.2010