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Melanie Frommholz

Name: Melanie Frommholz
Nickname: 'Melli'
Jahrgang: 1977
Position: Redakteurin
Bereich: Buchkritiken, Biographien
Bevorzugte Genres: Science-Fiction, Fantasy, Krimis, Historische Romane
Kontakt-Email: 'melanie.frommholz (at) booksection.de'


Booksection.de-Interview mit 'Melli'

Verbringst Du eigentlich Deine Nächte damit, sämtliche Details und Namen aller gelesenen Bücher auswendig zu lernen? Es kann ja wohl nicht anders sein, sonst würden ja nicht so viele Details wie aus der Pistole geschossen kommen? Wer hat ein solches Gedächtnis? Melli?
Klar, ich mache nächstelang nichts anderes. Aber einmal Ulk beiseite. Ich weiß nicht wie ich das mache, es klappt einfach. Ich denke auf diesem Gebiet komme ich einfach direkter an meines Gedächtnisschulbladen als vielleicht andere. Meistens habe ich die Details auch nicht so oft "auf der Pfanne" sondern erinnere mich im Verlauf eines Gespräches nach und nach an immer mehr Einzelheiten. Aber wie schon gesagt, im Prinzip habe ich keine Ahnung wie das bei mir so funktioniert.

Wie erklärst Du Deine Lesemischung Fantasy / Jane Austen?
Mich fazinieren gut geschriebene Geschichten. Was Jane Austen und vielen Fantasy-Autoren gemein ist, ist die Tatsache, dass sie es durch ihren Schreibstil mühelos schaffen, mich in ihre Welt mitzunehmen. Ich muss nur die Augen schließen und sehe Orte oder Personen vor mir. Hinzukommt, das Jane Austen einen wundervollen Humor und eine sehr feine Beobachtungsgabe besass. Zwei Atribute, die ihre Geschichten zum absoluten Lesegenuss machen.

Du hast vielen Büchern die Sonderwertung gegeben, die später auch verfilmt worden sind. Wurdest du im Kino oft enttäuscht?
Buchverfilmungen sind immer eine schwirige Sache. Oft trifft der Filmemacher einfach nicht die Bilder, die man sich beim Lesen gemacht hatte. Es kommt aber auch immer auf die Sorgfalt an, mit der die Buchvorlage behandelt wurde. Die Filme zu "Der Herr der Ringe" von Tolkien sind da ein gutes Beispiel. Auch die erste Narnia-Verfilmung finde ich gelungen. Bei Harry Potter bin ich dann schon eher geteilter Meinung. Hier haben wir bei der dritten Verfilmung "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" ein gutes Beispiel dafür, dass die Buchvorlage um wesentliche Teile gekürzt wurde, die für die gesamte Geschichte aber wichitg sind. Herausgekommen ist immer noch ein sehenswerter Film, aber eben keine werkgetreue Verfilmung. In der letzten Zeit am meisten enttäuscht war ich von der Verfilmung "Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders". Tom Tykwer hat sein Möglichstes versucht, aber dennoch hat ein elementarer Handlungsstrang gefehlt: Der innere Dialog des Hauptcharkaters. Ich bin gespannt welches Buch es als nächstes auf unsere Leinwände schafft.

Du hast dieses Jahr schon einige Bücher gelesen. Gibt es für dich eine Neuentdeckung des Jahres?
Peter V. Bretts Debüt-Roman „Der Schatten der Nacht“ hat mir sehr gut gefallen. Ein in sich sehr rundes Buch mit einer sehr spannenden Geschichte, dass für die beiden noch folgenden Teile einiges erhoffen lässt. Berührt war ich außerdem von Michael Greenbergs „Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde.“

Wenn du selbst ein Buch schreiben würdest, welches Genre würdest du wählen?
Ganz klar wäre das eine phantastische Geschichte. Fantasy ist mein „bevorzugtes“ Genre und ich habe eine Schwäche für Märchen mit ironischem Einschlag. Also wenn ich mich denn einmal versuchen sollte (was dann doch eher unwahrscheinlich ist) würde meine Geschichte aus dieser Ecke kommen.

Was genau fasziniert Dich so an der Welt der Fantasy-Literatur?
Das ist schwer in Worte zu fassen. Von kleinauf bin ich ein Fan von Märchen und über die Jahre habe ich für mich festgestellt, dass ich mittels der Fantasy-Literatur am besten vom Sofa aus gedanklich auf Reisen gehen kann. Wahrscheinlich habe ich ein verstecktes Abenteurer-Gen, was sich hier regelmäßig auslebt:-)

Die Harry Potter VI - Verfilmung: Was findest du gelungen und wo liegen die Schwächen gegenüber dem Buch?
Grundsätzlich bin ich ein Verfechter von werkgetreuen Verfilmungen. Je detailreicher ein Buch ist, desto schwieriger wird es natürlich diese alle in einem Film von ansprechender Länge unterzubringen. Die Harry-Potter-Filme und damit auch der sechste Teil, sind ein gutes Beispiel für den Spagat, welcher ein Filmemacher hier machen muss, um die Buchfans zufrieden zu stellen. Ich finde „Harry Potter und der Halbblutprinz“ reiht sich gut ein in die vorherigen Verfilmungen. Er verfolgt konsequent den Haupterzählstrang. Darunter leiden natürlich die vielen kleinen Nebenhandlungen, welche die Bücher so besonders machen. Geärgert habe ich mich über den Schuss. Hier wurde, wie ich finde, an der falschen Stelle gekürzt und auch entscheidende Details weg gelassen. Eventuell finden sich ja manche Elemente noch in den folgenden Filmen wieder, aber eine halbe Stunde mehr hätte dem Film gut getan.

Wie sind deine Erfahrungen innerhalb einer Trilogie? Ist es eher von Vorteil länger auf eine Fortsetzung zu warten?
Ich empfinde die erzwungene Wartezeit zwischen den Erscheinungsterminen von Trilogie-Teilen immer als extrem nervig! Wenn ich die Wahl habe, warte ich bis alle Teile erschienen sind und lese die Geschichte dann in einem Rutsch. Erstens kann man die Geschichte am besten beurteilen, wenn man sie am Stück als Ganzes lesen kann und zweites muss man bei Veröffentlichungspausen von mehr als einem Jahr fast die Vorteile erneut lesen, um wieder in die Handlung zu finden.
Um es also auf den Punkt zu bringen: Nein, ich empfinde die Wartezeit nicht als Vorteil!

Welches „kleine Buch“ willst Du an dieser Stelle nennen, damit es ganz viele neue Leser bekommt?
Keines. Ich möchte diese Stelle nutzen um dazu aufzufordern generell mehr zu lesen. Man stößt dann ganz von alleine auf berührende, packende, fesselnde Geschichten, die einen auf dem Sofa festhalten, bis die letzten Zeilen gelesen sind. Ich wünsche jedem ganz viele von diesen besonderen Momenten, wenn man merkt, dass man ganz in einem Buch versunken war und es nun Zeit für den Abschied ist: Ein wundervoll wehmütiger Moment.

Gibt es in Deinen Augen einen Autor, der vollkommen untergeht und /oder unterschätzt wird?
Vor ein paar Jahren habe ich die Bücher des nordirischen Fantasy-Autors Paul Keaney verschlungen. Sein „Der magische Wald“ oder auch der Mehrteiler „Die Königreiche Gottes“ fand ich klasse. Leider sind seine nachfolgenden Bücher (noch) nicht auf Deutsch erschienen.

Wenn Du dürftest, wer würdest Du sein? Hermine aus „Harry Potter“ oder Elizabeth aus „Stolz und Vorurteil“. Warum?
Ich wäre Hermine Granger mit der ironisch-spitzen Zunge und der Garderobe von Elizabeth. Ich finde mich gleichermaßen in beiden Figuren wieder und beide sind mir über die Jahre ans Herz gewachsen.





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