„Mangas, Menschen und Plagiate“

Für Euch vor Ort: Booksection.de

Vom 18. bis 21. März 2010 hieß es vor den Toren von Leipzig erneut „Herzlich Willkommen zur Buchmesse“. Bereits im Vorfeld hatte die Messe durch die Nominierung des Buches „Axolotl Roadkill“ von Helene Hegemann für den „Preis der Leipziger Buchmesse“ für Gesprächsstoff gesorgt. Das Buch, welches im Ullstein Verlag erschienen ist, soll von der Autorin zu großen Teilen aus zunächst ungenannten Quellen abgeschrieben worden sein. Dennoch behielt die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse den Roman der erst 17jährigen Autorin unter den Nominierten und sorgte damit für reichlich Wirbel. Bekommen hat den Preis letztlich Georg Klein für den düsteren "Roman unserer Kindheit". Auf der Buchmesse glänzte Frau Hegemann dann bei fast allen Terminen mit Abwesenheit. Kein Wunder, hatten sich doch namhafte „Kollegen“ wie Günter Grass, Christa Wolf und Erich Loest in einer „Leipziger Erklärung“ im Vorfeld vehement gegen den Diebstahl von geistigem Eigentum ausgesprochen. Gesprochen wurde über Helene Hegemann und das Thema „Abschreiben“ auch auf der Buchmesse. Jedoch wohl mehr von den angereisten 45.000 Fachbesuchern und den Medienvertretern.

"Leipzig liest!" - Das Motto der Messe

Die übrigen 156.000 Besucher (ein neuer Rekord!) genossen die gute Atmosphäre in den zum Teil begrünten Messehallen. Leipzig ist eine Buchmesse für die Leseratten dieser Welt und das war auch überall zu spüren. Zwar waren die Stände der einzelnen Verlage nicht ganz so pompös wie bei der großen Schwester in Frankfurt im Oktober, dafür stand der Leser im Mittelpunkt. Die Belletristik war daher auch ganz klar der Themenschwerpunkt der Messe. Insbesondere viele Jugend- und Fantasyautoren hatten daher den Weg nach Leipzig gefunden.

Nicht nur die Messestände luden zum Schmökern ein, auch für das leibliche Wohl war an jeder Ecke gesorgt. Bei ersten Frühlingstemperaturen wurde zudem die Außenanlage gleich mit in Beschlag genommen. In den Hallen durfte man sich von früh bis spät auf ein abwechslungsreiches Programm mit vielen Lesungen und Gesprächen freuen. Als die Messe um 18:00 Uhr ihre Pforten dann schloss, ging es in der Leipziger Innenstadt mit Lesungen und allerhand anderen kulturellen Veranstaltungen weiter.

Kreativität in Leipzig

Neben Büchern, Büchern und nochmals Büchern gab es in Leipzig aber noch so einiges mehr zu bewundern: Viele, zumeist junge Menschen in den irrsten Kostümen und Verkleidungen. Wenn in Leipzig Buchmessezeit ist, fallen auch die Manga-Verrückten in die Stadt ein! Schon auf dem Weg zum Messegelände traf man auf Vampire, Pokemon-Krieger und bewaffnete Horden. Den Höhepunkt erreichte das bunte Treiben am Samstag, als in Halle 2 zudem noch die Sieger des Zeichenwettbewerbs MANGA TALENTE 2010 gekürt wurden. Besagte Halle 2 war mit ihrer Comic-Zone und einer Chill-out- Area der Haupttreffpunkt der Kostümierten, die sich zum großen Teil mit einer ungeheuren Liebe zum Detail ausstaffiert hatten. Man wusste gar nicht wohin man schauen sollte, da an jeder Ecke ein weiteres optisches Highlight wartete. Zeitweise hatte man das Gefühl nicht auf einer Buchmesse, sondern auf einem Familienfest der Manga-Freunde zu sein.

Bunt, schrill und informativ – Leipzig präsentierte sich 2010 erneut als Messe für den Leser und machte unter dem Motto „Leipzig liest“ als Europas größtes Lesefest auch den Redakteuren Melanie Frommholz und Karolin Kullmann von Booksection.de viel Spaß. Sie haben für Euch wieder spannende Gespräche geführt und aufmerksam den Autoren gelauscht.


Dan Wells im Gespräch mit Booksection.de

Autor Dan Wells mit Melli (Booksection)

Kurz nachdem die Buchmesse am Freitag die Tore geöffnet hatte, trafen unsere Redakteurinnen den amerikanischen Autor Dan Wells zu einem kurzen Gespräch. Sein Debütroman „Ich bin kein Serienkiller“, ein Thriller mit Suchtpotential, war im September 2009 mit großem Erfolg auf dem deutschen Buchmarkt eingeschlagen. Gar nicht wie ein Serienkiller sondern ausgesprochen sympathisch und zurückhaltend präsentierte sich der Autor gegenüber unseren Redakteurinnen. Er freue sich sehr, dass sein erster Thriller so großen Anklang findet, so Wells. Dies ist das erstes Buch, das er in Leipzig vorstellte, erzählte er weiter. Voraussichtlich im Juni 2010 wird die Fortsetzung von „Ich bin kein Serienkiller“, „Mr. Monster“ erscheinen. Angelika Koch von Booksection.de durfte das Buch bereits vorab lesen und ist begeistert. Natürlich wird es zum Buchstart dann auch ein Interview mit Dan Wells auf Booksection.de geben.

Hier geht's zur Buchkritik von "Mr. Monster".
Das Buch erscheint in Deutschland im Juni 2010.

Hier geht's zur offiziellen Seite von Piper zu "Mr. Monster" .
(externer Link)

Bernhard Hennen liest aus „Die Elfenkönige“

Autor Bernhard Hennen

Die Fantasy-Insel in Halle 2 war während der gesamten Buchmesse immer gut besucht. Am Freitag zu der Lesung von Bernhard Hennen hatten sich jedoch besonders viele Fans und Interessierte eingefunden. Diese waren dann doch recht erstaunt, als der Autor verkündete eigentlich gar nicht lesen zu wollen. „Ich plaudere lieber mit den Lesern“, so Hennen und schickte gleich eine Anekdote von einer Lesung hinterher, bei der sich das Publikum und er zunächst drei Minuten angeschwiegen hätten, bis er dann doch zu lesen begonnen hatte. In Leipzig eine unbegründete Sorge, wie die anschließende demokratische Abstimmung unter den Anwesenden, ob nun gelesen oder geplaudert werden sollte, zeigte. Leipzig wollte plaudern! Viele Fans waren jedoch sehr enttäuscht, als Bernhard Hennen ihnen die Hoffnung nahm von Nuramon, einer der Hauptfiguren aus „Die Elfen“ bald wieder etwas zu lesen. „In naher Zukunft wird es keine Fortsetzung geben“, so der Autor deutlich. Doch Hennen hatte gleich ein Trostpflaster mit im Gepäck. So konnte er dem aufmerksamen Publikum von zwei neuen Büchern berichten, die 2011 die Geschichte der Elfen weiterführen werden. „Drachenelfen“ soll die neue Trilogie, den eine solche wird es wieder werden, heißen und im Frühjahr 2011 ihren Anfang finden. Bernhard Hennen schwärmte von der neuen Covergestaltung und antwortete lachend auf die Frage, warum man denn seine Bücher lesen sollte „weil sie gute Unterhaltung sind“. Er schreibe Bücher, die er selbst gerne lesen will, so der Autor bescheidener weiter. Er wisse um die Hürde der ersten 100 Seiten in seinen Büchern und hoffe, dass die Leser trotzdem dran blieben. „Diese ersten Seiten werden im Verlauf der Geschichte immer wichtig“, verriet der den Zuhörern in der Fantasy-Insel.

Bernhard Hennen, der 1993 mit dem Schreiben von Büchern begonnen hatte, outete sich im weiteren Geplauder als bekennender Vielleser. Dabei beschränke er sich nicht nur auf ein Genre, so Hennen weiter. Wenn er schreibe, gab der Autor einen kleinen Einblick in seinen Alltag, dann schaffe er ca. ein Buch pro Jahr mit ungefähr 900 Seiten. Gerne lasse er sich von historischen aber auch archäologischen Quellen inspirieren, aber auch die Tagespolitik finde Eingang in seine Geschichten.

Am Ende wurde dann in Leipzig doch noch vorgelesen. Zum Abschluss seiner halben Stunde auf der Fantasy-Insel las Bernhard Hennen aus „Die Elfenkönigin“ und wurde anschließend unter großem Applaus verabschiedet.


Wolfgang Hohlbein liest aus „Das Haus der Geister“

Wolfgang Hohlbein während der Lesung

Keine Buchmesse ohne den Altmeister der Jugend- und Fantasyliteratur Wolfgang Hohlbein. Auch in Leipzig mussten die zahlreich anwesenden Fans nicht auf ihn verzichten. Am Freitag las der Autor aus dem fünften Band seiner Reihe „Die Wolf-Gäng“, der den Titel „Das Haus der Geister“ trägt und im März 2010 als „Schneiderbuch“ erschienen ist. Co-Autorin bei dem Projekt ist Hohlbeins Tochter Rebecca Hohlbein, die ebenfalls im Leipzig war und mit ihrem Vater zusammen die Lesung bestritt. Mit verteilten Rollen lasen sie zur großen Freude der meist jüngeren Zuhörer fast die komplette Zeit durch und machten so auch denjenigen Lust auf das Buch, die die Geschichten noch nicht kennen. Als Wolfgang Hohlbein dann nach einer halben Stunde Lesung noch Bücher signierte setzte fast augenblicklich der Run auf den Signiertisch ein. Ob Jung oder Alt, jeder wollte eine Unterschrift ergattern.


Interview mit: Carina Bargmann zu "Sayuri"

Carina Bargmann mit Karolin Kullmann

"Ach verdammt, wo ist denn das Irrlicht?"

Mit Booksection im Gespräch: Fantasyautorin Carina Bargmann.

Booksection: Wie entstand die Idee zu Ihrem Buch „Sayuri“?
Carina Bargmann: Die Idee hatte einen ziemlich langen Anlauf. Es hat alles mit einer Wüste angefangen. Und mit einer Stadt, die zunächst am Rande der Wüste lag. Dann wurde sie in die Mitte der Wüste verlagert. Sayuri als Charakter stand schon lange fest. Durch die Zusammenarbeit mit dem Verlag hat sich alles dann aber noch einmal, teils auch stark, verändert. Das Wasser kam als wichtiges Element hinzu. An bestimmten Erlebnissen in meinem Leben kann ich aber nichts festmachen.

Booksection: Also war die Idee schon länger da?
Carina Bargmann: Die Idee hatte sich in dem Sommer, bevor der Kontakt mit dem Verlag zustande kam, entwickelt.

Booksection: Wollten Sie schon immer Autorin werden?
Carina Bargmann: Ich will schon immer gerne Geschichten erzählen. Das habe ich glaube ich schon als Zweijährige (lacht). Angeblich hatte ich einen riesigen Wortschatz. Ich selbst weiß das nicht mehr. Das hat sich über längere Zeit entwickelt. Ich habe längere Geschichten erzählt, aufgeschrieben und Freunden geschickt. Hätte ich kein Publikum gehabt, hätte ich wahrscheinlich schnell wieder aufgehört. ...weiter zum kompletten Interview


Carina Bargmann liest aus "Sayuri"

Carina Bargmann liest vor...

Der Samstag auf der Leipziger Buchmesse begann mit einer Lesung von Jungautorin Carina Bargmann. Die erst 18 Jahre alte Schülerin stellte den Messebesuchern ihr Debüt „Sayuri“ vor, das im Januar 2010 erschienen war. Der Roman erzählt eine phantastische Geschichte um die Macht des Wassers und die Magie derer, die es beherrschen und verwebt dabei geschickt die Schicksale mehrerer Jugendlicher miteinander. Dass Bargmanns Erstlingswerk gut ankommt, zeigen die vielen Fans, die sich zur Lesung eingefunden hatten. Vorwiegend junge Leser lauschten gebannt ihren Worten und besuchten auch die anschließende Signierstunde, um der Autorin nahe zu sein.



Hier geht's zur Buchkritik von "Sayuri".
Arena Verlag, erschienen im Januar 2010




Gespräch: Susanne Fröhlich in der LVZ-Arena

Susanne Fröhlich

Während der gesamten Messe war die Arena der Leipziger Volkszeitung in Halle 5 ein Punkt, den viele Messebesucher gerne ansteuerten. Hier fanden sich viele der anwesenden Autoren zu einem Gespräch ein, das die anwesenden Zuschauer dann hautnah mitverfolgen konnten.
Am Freitag um 14:30 Uhr begeisterte mit ihrer Art und ihrem neusten Buch „Und wenig grüßt das Moppel-Ich“ die Autorin Susanne Fröhlich. Eloquent, kurzweilig und amüsant waren ihre Artworten und so hatte sie die Anwesenden gleich auch auf ihrer Seite. Fröhlich warb um eine gesunde Einstellung zum eigenen Körper und sprach damit besonders den weiblichen Messebesuchern aus tiefster Seele. Die Arena war voll zu dieser „Fröhlichen“ halben Stunde und immer wieder von lautem Lachen erfüllt. Die Autorin verstand es die Menge mit Anekdoten und Sätzen wie: „Wenn in der Bild steht, dass Du 105 Kilo wiegst, kannst Du auch gleich nackt U-Bahn fahren“ zu unterhalten. Susanne Fröhlich punktete weiter mit Äußerungen wie „Ich mache Sport, der mir Spaß macht und nicht solchen, der die meisten Kalorien verbrennt.“ Aber am liebsten haben dann wohl doch alle Fans der Autorin gehört, dass sie gerne isst, und zwar alles was ihr schmeckt! Unter großem Applaus verließ Susanne Fröhlich anschließend die LVZ-Arena.


Gespräch: Nina Blazon auf dem Blauen Sofa

Erfolgsautorin Nina Blazon

Am Samstag öffnete die Buchmesse mit einem Gespräch mit der Jugendbuchautorin Nina Blazon auf dem Blauen Sofa. Sie stellte ihr neustes Buch „Schattenauge“ in Leipzig vor, das im März 2010 im Ravensburger Verlag erschienen war. Die sympathische Autorin hatte nicht nur die Moderatorin sondern auch das zahlreich anwesende Publikum schnell für sich eingenommen. Sie gab einen spannenden Einblick in ihre Arbeit an dem Buch und wie die Figuren von ihr entwickelt wurden. Besonders „Gil“ sei ihr dabei sehr ans Herz gewachsen, berichtete Blazon. Vorbild für ihn war ein Märchenerzähler, den die Autorin aus Stuttgart kennt. In die Geschichte von „Schattenauge“ seien Motive aus europäischen und maghrebinischen Mythen eingeflossen erläuterte die Autorin weiter und machte damit den Anwesenden noch mehr Lust das Buch gleich zu lesen. Booksection traf die Autorin bereits am Freitag zu einem ausführlichen Interview, für unser Portrait-Special April und Mai 2010.

Hier geht's zur Buchkritik von "Schattenauge".
Ravensburger Verlag, erschienen im März 2010


Interview mit: Michael Peinkofer zu "Die Zauberer. Die Erste Schlacht"

Pure Harmonie: Melli & Michael Peinkofer

"Wenn man die Ork-Trilogie kennt, weiß man ja, dass es nicht besonders gut enden wird."

Booksection: Die Zauberer sind ein doch recht elitärer Kreis, der bei näherer Betrachtung aber auch seine Probleme und Untiefen hat. Hat es Spaß gemacht einmal nicht nur über Blutbier, Maden und Fäulnisgeruch zu schreiben?
Michael Peinkofer: Bei den Elfen ist es tatsächlich ja fast immer umgekehrt (lacht). Die Zauberer sind bis auf eine Ausnahme, von der wir jetzt wissen, alles Elfen. Sie sind also wirklich eine sehr elitäre, in meiner Variante auch recht arrogant anmutende Rasse. Es macht natürlich Spaß, sie dann in Situationen zu bringen, wo sie sich ihrer nicht mehr ganz so sicher sind. Wo sie ein klein wenig gedemütigt werden. Gerade bei der Figur des „Aldur“…

Booksection: Er muss schon ordentlich einstecken…
Michael Peinkofer: Genau. Ich werde öfter gefragt, ob das Spaß macht und ja, es macht Spaß. (lacht) Aber auch deshalb, weil es viel über die Charaktere aussagt. Ob sich ein Charakter bewährt oder nicht, sehen wir nicht in den Zeiten, in denen es ihm gut geht und er sich von seiner besten und glanzvollsten Seite präsentieren kann, sondern eben dann, wenn er eine Krise hat und es ihm schlecht geht. „Grenzsituationen“ sind gerade im Fall von Aldur ein gutes Stichwort.

Booksection: Nach den ersten zwei Bänden ist „Aldur“ einer der spannendsten von den drei Hauptcharakteren.
Michael Peinkofer: Er ist auch der Charakter, der die größte Entwicklung zurücklegt. Wenn man die „Orks“ kennt, ahnt man ja schon Schlimmes. (lacht) ...weiter zum kompletten Interview


Michael Peinkofer liest aus "Die Zauberer. Die Erste Schlacht"

Michael Peinkofer bei der Lesung

Weiter ging es mit einer Lesung von Michael Peinkofer. Vor einem umfangreichen, vorwiegend jungen Publikum präsentierte der Fantasy-Autor sein neuestes Buch „Die Zauberer. Die Erste Schlacht“, das im Februar 2010 erschienen ist. Peinkofer werden auch andere Fantasy-Werke zugeschrieben, die er unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht haben soll. Schon für seine Ork-Trilogie bekannt, können Fans sich derzeit an der Zauberer-Trilogie erfreuen. Der zweite Teil „Die erste Schlacht“ führt die Geschichte von Granock, Alannah und Aldur fort und wartet erneut mit rasanten Ereignissen rund um Erdwelt auf. Die Lesung krönte eine anschließende Signierstunde, der viele Fans folgten.


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Piper Verlag, erschienen im März 2009

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Piper Verlag, erschienen im Februar 2010



Markus Heitz liest aus "Drachenkaiser"

Markus Heitz sorgt für gute Laune

Für ausgelassene Stimmung sorgte um die Mittagsstunde Fantasy-Autor Markus Heitz. Seiner Lesung zu „Drachenkaiser“, das im September 2009 erschienen war, wohnten massenhaft Besucher bei und lösten beinahe belagerungsähnliche Zustände aus. Mit viel Witz und Charme sorgte der Schriftsteller für eine lockere Atmosphäre und informierte sein Publikum vorab über die Entstehungsgeschichte von „Drachenkaiser“ und dessen Vorgänger „Die Mächte des Feuers“. Am Anfang stand nach Heitz allein der Satz „Die katholische Kirche kennt 60 Drachenheilige“. Daraus entspann sich schon bald eine Geschichte, die auch durch das Germanistikstudium des Autors angeregt wurde, in dem Märchenforschung und der Vergleich von Drachen eine nicht unerhebliche Rolle spielten. Die Geschichte, die sich daraus ergab, siedelte Markus Heitz in den 20er Jahren an, die für ihn die Schnittstelle zwischen Moderne und Mystik ausmachen und ideal waren, um darin die Nachfahren der Drachenheiligen und die Drachen selbst zu platzieren.
Nach der Lesung aus „Drachenkaiser“, die Lust auf mehr machte, informierte Markus Heitz seine Fans über neue Veröffentlichungen. Im Mai 2010 soll „Collector“, eine klassische Space Opera, erscheinen, die Heitz dem Genre Space-Fiction zuordnet. Nachdem er Physik und Chemie in der Schule abgewählt habe, könnte er wohl kaum einen Science-Fiction Roman schreiben. „Das glaubt mir keiner“, schloss Heitz humorvoll. 2010 soll als „Horror-Jahr“ mit dem Erscheinen von „Judastochter“ im Dezember ausklingen. Für 2011 kündigte Heitz wieder ein „Fantasy-Jahr“ an.
Dass der Autor nie um Worte verlegen ist, bewies Heitz auch in seiner Überleitung zur an die Lesung angeschlossenen Signierstunde: „Natürlich unterschreibe ich am liebsten meine eigenen Bücher, aber wenn ihr welche von Bernhard oder Wolfgang dabei habt, unterschreibe ich da natürlich auch.“ meinte er grinsend und kämpft sich durch die Massen bis zum Signiertisch.
Auch Booksection.de ist nicht untätig. Gerade wird durch unseren Redakteur Thomas Ays ein umfassendes Markus-Heitz-Special vorbereitet.

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Piper Verlag, erschienen im September 2009



Interview mit: Thomas Finn über sein Schaffen als Fantasyautor

Melanie Frommholz mit Thomas Finn

"Eine Idee allein macht noch keinen Roman."

Booksection: Seit Deinen ersten Veröffentlichungen 1987 in der „ZauberZeit“ und seinem Nachfolger „Nautilus“ sind bereit einige Jährchen ins Land gegangen. Hat sich Dein Schreibstil über die Jahre entscheidend verändert?
Thomas Finn:
Das sind jetzt tatsächlich schon über 20 Jahre. In der Zeit habe ich sehr viel gelernt. Von 1986 an habe ich für Fanpublikationen geschrieben, darauf aufbauend, und zwar, seitdem ich in Hamburg lebe, habe ich dann für „richtige“ Magazine gearbeitet. In dieser Zeit war ich nicht nur mein eigener Herr, sondern musste meine Texte von anderen Verantwortlichen absegnen lassen. Damit ging meine schreiberische Lernphase erst richtig los. Unter anderem habe ich damals eine Menge journalistischer Erfahrungen gewonnen, die auch heute noch wichtig für mich sind. Zum Beispiel was die Konzentration auf die Zielgruppe anbelangt. Mit jeder Arbeit habe ich mehr gelernt. Zunächst waren das Artikel, Rezensionen und Fantasy-Rollenspiel-Abenteuer, dann erst folgten Romane, Drehbücher und Theaterstücke. Ich glaube, ein Autor, der von sich sagt, dass er nicht kontinuierlich dazu lernt, der schwindelt (lacht).

Booksection: Du würdest also schon sagen, dass das Schreiben eine Mischung ist aus Handwerk und Talent?
Thomas Finn: Ganz klar. Schreiben ist 50% Handwerk! Der Rest ist Talent, Ausdauer und vielleicht noch das Vermögen, sich von einer Schlappe nicht gleich umwerfen zu lassen. Mindestens die Hälfte ist aber definitiv Handwerk. Dabei ist Schreiben etwas, das prinzipiell jeder lernen kann, wenn er nur will. Wenn er sich dazu berufen fühlt. Ich vertrete die These, dass jeder von uns Geschichten zu erzählen hat. Nur vergessen das die meisten von uns. Mein ganzes Leben ist praktisch dem Geschichtenerzählen geweiht. Hobbies, Interessen und Beruf, all das geht bei mir fließend ineinander über. Die reine Schreiberei ist ja lediglich das Mittel, um die Geschichten einem Publikum auch präsentieren zu können. Irgendwann findet dann jeder Autor seinen Stil. Und an dem Punkt bin ich, so glaube ich jedenfalls, inzwischen angelangt.

Booksection: Bist du auf eines Deiner Bücher besonders stolz?
Thomas Finn: Merkwürdigerweise ist es immer das Aktuellste (lacht). Wahrscheinlich deswegen, weil man noch so tief in der Geschichte drin steckt, wenn man gefragt wird. Ich glaube, dass geht allen Kollegen so. Wäre ja auch blöde, wenn ich mir eingestehen müsste, Buch XY sei irgendwie besser, als das Aktuelle. Wen du mich aber fragst, in welchen Roman die meiste Arbeit geflossen ist, dann war das sicher „Der Funke des Chronos“. Über die Jahre gesehen stecken in diesem Buch ungefähr zwölf Jahre Recherche. Bis heute mag ich aber alle meine Romane. Es gibt keinen, auch keine Kurzgeschichte, hinter dem ich heute nicht mehr stehe. ...weiter zum kompletten Interview



Gespräch: Isabel Abedi auf dem Blauen Sofa

Isabel Abedi: Immer einen Blick wert

Die deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin Isabel Abedi war am Sonntag auf dem Blauen Sofa zu Gast. Im Interview sprach sie vor allem über die Lola-Reihe, von der es inzwischen sechs Bände gibt. Mit dieser Mädchenserie ist die Schriftstellerin sehr erfolgreich – der erste Band „Hier kommt Lola!“ ist derzeit sogar auf unseren Kinoleinwänden zu sehen.
Zunächst sprach die Autorin darüber, wie sie zum Schreiben kam: Dass sie gern Geschichten erzählt, war schon früh klar - an ihrer früheren Arbeitsstelle wurde sie immer „Märchenerzählerin“ genannt. So kam es, dass sie sich bald auch für Produkte, zum Beispiel die Schokoladenmarke Sarotti, Minigeschichten ausdachte. Dass sie später als Autorin von Kinderbüchern arbeiten würde, hatte nach Abedi keinen rationalen Grund. „Das ist was, was einfach in mir ist.“
Weiterhin sprach die Schriftstellerin über die Entstehung ihrer Titelfigur Lola. Nach eigenen Angaben sagte sie kurzerhand zu, als sie vom Verlag gefragt wurde, ob sie eine Mädchenserie veröffentlichen wolle. Eine passende Geschichte hatte sie zu dieser Zeit noch nicht im Kopf. Doch dann war plötzlich die Idee zu Lola da, einem Mädchen, das sich als eine andere ausgibt – als Jacky Jones. Dazu sagte Isabel Abedi: „Meine Ideen entstehen zum Großteil in schlaflosen Nächten“, denn schon als Kind fantasierte sie sich in eine andere Welt, wenn sie nicht einschlafen konnte. „Ich glaube, dass die Kraft der Fantasie etwas ganz Großes ist“, sagt sie, denn man könne dort alles sein, was man möchte und ein Stück davon mit in die Realität nehmen. Es sei nur wichtig, sich nicht zu verlieren, dann sei die eigene Fantasie etwas Heilendes.
Auch über das Lesen sprach Abedi. Dabei sei es von Bedeutung, die Kinder selbst Bücher aussuchen zu lassen, auch wenn die Eltern selbst den Kindern Lektüre empfehlen können. So sei es auch in ihrem Elternhaus gewesen, sagt sie und bezeichnet das Lesen in ihrer Kindheit als Schatzkiste.
Abschließend sprach die Autorin über die Verfilmung von „Hier kommt Lola!“. Natürlich hatte sie Angst davor, dass Lola ihr bei der Verfilmung entfremdet wird, bejaht Abedi die Frage der Moderatorin. Aber sie wurde von Anfang an einbezogen und durfte auch bei der Auswahl der Schauspieler ihre Stimme abgeben. Mit dem Ergebnis und der Wahl der Lola-Darstellerin Meira Durand sei sie also sehr zufrieden.
Isabel Abedi ist nicht nur mit Leib und Seele Schriftstellerin, sondern auch Mutter. Sie begeisterte auf der Buchmesse ihre kindlichen Leser und Eltern gleichermaßen und konnte auf sympathische Art und Weise ihr Publikum überzeugen.


Hier geht's zur Buchkritik von "Hier kommt Lola!".
Loewe Verlag, erschienen im Juni 2004

Hier geht's zur Buchkritik von "Lucian".
Arena Verlag, erschienen im September 2004


Bettina Belitz liest aus "Splitterherz"

Bettina Belitz beim Vorlesen

Für Booksection.de ging die Leipziger Buchmesse mit der Lesung von Jugendbuchautorin Bettina Belitz zu Ende. Die sympathische Schriftstellerin gab vorher zu, aufgeregt zu sein, ließ sich bei ihrer Lesung jedoch nichts anmerken. Souverän gab sie einige Passagen aus ihrem Debütroman „Splitterherz“ zum Besten, der im Januar 2010 erschienen war. Das Jugendbuch, das fantastische Elemente enthält, erzählt die Geschichte der jungen Protagonistin Elisabeth Sturm, die aufs Land zieht und sich damit nicht so recht arrangieren will. Dann begegnet sie jedoch dem unnahbaren Colin, den ein großes Geheimnis zu umgeben scheint – und ihr Leben steht Kopf.



Hier geht's zur Buchkritik von "Splitterherz".
Skript5 / Loewe Verlag, erschienen im Januar 2010


Wir hoffen, wir konnten Euch umfassend und eindrücklich informieren.

Eure Booksection-Buchmessler
Melanie Frommholz & Karolin Kullmann


© Text & Bildmaterial: Booksection.de

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