Special

Frankfurter Buchmesse 2008


Für EUCH vor Ort!

Wie bereits 2007 waren unsere Redakteure auch 2008 während der Pressetage von Mittwoch bis Freitag auf der Frankfurter Buchmesse unterwegs, die in diesem Jahr ihr 60. Bestehen feierte. Wir führten für Euch Interviews, besuchten die verschiedenen Verlage und Pressekonferenzen und können Euch somit in diesem umfangreichen Bericht über kommende Highlights, tolle Autoren und einige Prominente informieren.


Mittwoch, 15. Oktober 2008

Nach einigen sehr positiven Eindrücken beim Verlag Loewe, führten wir nette Gespräche auf dem Stand von S.Fischer. Hier liefen wir auch der Entertainerin Désirée Nick über den Weg, bei dem das nebenstehende Foto mit unserem Redakteur Tom entstand.
Die Kabarettistin stellte auf der Buchmesse ihr neues Buch "Liebling, ich komm später: Das große Buch vom Seitensprung" vor und durchlief einen wahren Interview-Marathon. Die Nick ließ sich jedoch nichts anmerken und beantwortete gut gelaunt alle Fragen ihrer Interviewpartner. Außerdem freute sie sich darüber, dass sie, im Gegensatz zu vielen ihrer berühmteren Autorenkollegen, ein Buch auf den vorderen Besteller-Plätzen habe.


„Nach der Bibel gibt es da nichts mehr!“
Booksection im Interview mit Schauspieler und Hörbuchsprecher Philipp Schepman.

Booksection: Bei der Vorbereitung zu diesem Interview habe ich gelesen, dass zwei Ihrer großen Hörbuchprojekte die Geschichten aus den Chroniken von Narnia sind und das andere Bibelgeschichten.
Philipp Schepman: (lächelt) Nicht nur Bibelgeschichten, sondern sogar die ganze Bibel.

Booksection: Sind beide Projekte Herzensprojekte? Oder kamen Sie eher zufällig dazu?
Philipp Schepman: Es sind beides wirklich Herzensprojekte. Ich bin selber sehr gläubig und wir hatten früher einen Bibelkreis, oder auch Hauskreis daheim. Auf einer Heimfahrt von Düsseldorf habe ich „Harry Potter“ gehört und bin dann direkt in den Hauskreis reingeschneit und meinte, so etwas Tolles müsste es auch im christlichen Bereich geben. Ein Lehrerehepaar, das auch da war, meinte dann sofort, dass es das doch gibt und zwar „Die Chroniken von Narnia“ und ich solle mir das mal ansehen. Bis dahin kannte ich die Narnia-Geschichten noch gar nicht. Ich habe dann alle Teile gelesen und als wir das nächste Mal darüber sprachen, meinten sie, ich könne das doch als Hörbuch aufnehmen. Ich meinte dann, dass das ja wohl nicht so einfach läuft. Man braucht ja einen Verlag für die Vermarktung. Nur im stillen Kämmerlein bringt das ja nichts. „Ruf doch da einfach mal an“, meinten sie dann.

...zum kompletten Interview mit Philipp Schepmann...


"Der Baader Meinhof Komplex" auf der Buchmesse.
Am 15.10.2008 eröffnete auch das Forum Film & TV der Frankfurter Buchmesse mit einem brisanten Thema: die RAF. Es diskutierten der Buchautor von „Der Baader-Meinhof-Komplex“ Stefan Aust mit der Drehbuchautorin Katja Eichinger, dem Horst Mahler-Darsteller Simon Licht und dem Vorstand von Constantin Film Martin Moszkowicz über die Wirkung des Film „Der Baader-Meinhof-Komplex“ sowie den Weg vom Buch zum Film. Herr Moszkowicz berichtete von der großen Erwatungshaltung seitens der Presse und des Publikums. Ein Zeichen dafür, dass das Thema RAF die Gemüter immer noch erregt. Herr Aust freute sich, dass sein Buchtitel direkt auch für den Film genommen wurde. Er berichtete von seiner immer noch währenden Arbeit zum Thema RAF, und dass es immer noch viele offene Fragen gibt, an denen er aber dranbleibt. Frau Eichinger brachte in die Diskussion mit ein, dass sie zuletzt in England mit dem aktuellen Gesicht des Terrorismus konfrontiert war. Zusammen mit Herrn Aust berichtet sie weiter über den Weg vom Buch zum Film. Stefan Aust erzählte, dass natürlich für zweieinhalb Stunden nicht alle 900 Buchseiten genau übernommen werden konnten. Die Schwierigkeit bestand also darin, die wichtigsten Stränge der Geschichte zu erzählen, aber die Folgerichtigkeit zu bewahren, obwohl viel wegzulassen war. Stefan Aust beschrieb die Umsetzung durchweg als geglückt. Auf den Vorwurf des Diskussionsleiters, die Produktion hätte sich zu sehr an Details der Vorlage gehalten kontert Herr Moszkowicz, dass bei einem geschichtlichen Film die Einhaltung der Details selbstverständlich ist, ein Film aber sicherlich nicht die gleichen erzählerischen Möglichkeiten wie ein Buch hat, dafür aber auch eine ganz eigene Dynamik. Simon Licht berichtete über die Arbeit der Schauspieler mit ihren Rollen. Die Umsetzung war eine große Herausforderung, denn die Darstellung sollte ja nicht zur Parodie verkommen, würde aber aufgrund der überlieferten Fakten nachprüfbar sein. Herr Moszkowicz erzählte von den vielen positiven Publikumsreaktionen, die auf den Film bereits erfolgt seien. Schulklassen bauen den Film in den Unterricht ein. Mit über 2 Millionen Zuschauern ist „Der Bader-Meinhof-Komplex“ einer der erfolgreichsten deutschen Filme. Er wird auch weltweit mit eine großen Anzahl von Kopien starten und als deutscher Beitrag für den Auslandsoscar ins Rennen gehen.


„Meine Leidenschaft ist das Bücher schreiben und damit bin ich auch mehr als ausgelastet.“
Am späten Nachmittag trafen wir uns am Stand von Loewe mit der beliebten und bekannten Jugend -und Kinderbuchautorin Isabel Abedi zum Interview.

Booksection: Sie schreiben mit „Ihrer“ „Lola“ bekannte und berühmte Kinderbücher und mit „Whisper“ und „Imago“ tolle Jugendliteratur. Welche Art Bücher schreiben Sie lieber?
Isabel Abedi: Jedes auf seine Weise gleich gerne. Das sind zwei unterschiedliche Qualitäten und je nach Stimmung… Ich freue mich natürlich nach einem Kinderroman auf einen Jugendroman und nach einem Jugendroman auf einen Kinderroman.

Booksection.de: Sie feiern mit „Lola“ große Erfolge. Jetzt wird eines Ihrer Bücher sogar verfilmt. Wie aufgeregt sind Sie?
Isabel Abedi: Ich freue mich, aber da es noch nicht ganz konkret ist, warte ich noch ab. Ich glaube an Unterschriften und wenn ich es schwarz auf weiß sehe, dann steigert sich sicherlich noch mal die Aufregung. Ich mag ganz gern im Jetzt und Hier leben und die Verfilmung ist für mich erstmal noch Zukunftsmusik, die ich sehr gern klingen höre und wenn das zustande kommt, von dem ich hoffe, das es zustande kommt, dann bin ich sehr freudig aufgeregt, weil ich mir das toll vorstelle.

...zum kompletten Interview mit Isabel Abedi...


Donnerstag, 16. Oktober 2008

„Die Angst missverstanden zu werden ist wahnsinnig groß.“
Nach einem netten Gespräch bei cbj führten wir um 12:00 Uhr ein Interview mit der Jugenbuchautorin Jenny-Mai Nuyen über ihr neues Buch "Rabenmond - Der magische Bund".

Booksection: In Deinem neuen Buch, „Rabenmond“ gibt es weder Widmung, noch Danksagung. Warum?
Jenny-Mai Nuyen: Leider, leider hatte ich wenig Zeit am Ende des Buches. Ich hab wirklich gerade so den letzten Punkt geschafft. Es tut mir auch wahnsinnig leid, weil ich mich normalerweise freue, wenn ich noch eine Danksagung reinschieben kann.

Booksection: Bereits „Nocturna“ war kein dünnes Buch und auch „Rabenmond“ hätte durchaus ein Mehrteiler werden können. Warum schreibst Du, entgegen dem Trend einer Trilogie, nur abgeschlossene Geschichten?
Jenny-Mai Nuyen: Ich mag es, Dinge zu Ende zu bringen. Ich habe eigentlich nichts gegen Mehrteiler, ich denke nur, es muss zur Geschichte passen. Wenn man eine Geschichte gut aufteilen kann, wenn jeder Teil in sich geschlossen ist und der Spannungsbogen stimmt, dann ist das gut. Aber einfach nur eine Geschichte in der Mitte durchzuhacken, um zu sagen: „Jetzt machen wir drei dicke Bücher draus, das verkauft sich besser!“, finde ich nicht gut.

...zum kompletten Interview mit Jenny-Mai Nuyen...


"Friedliche Zeiten" auf der Buchmesse.
Auf der ARD-Fernsehbühne im Forum Film & TV stellten sich am 16.10.2008 die beiden Hauptdarsteller Katharina Schubert, Oliver Stokowski sowie die Produzentin Caroline Daube den Fragen zu ihrem Film „Friedliche Zeiten“, der im Rahmen des Kinoprogramms der Frankfurter Buchmesse lief. Auf die Frage der Moderatorin was Katharina Schubert denn in der Regel als erstes passiere, wenn sie sich irgendwo vorstellt, erzählte diese von der häufigen Verwechslung mit ihrer Namensvettern, die ebenfalls Schauspielerin ist, allerdings eher im TV-Bereich arbeitet. Von Fanpost bis zum Steuerbescheid sei schon alles bei ihr gelandet. In Theaterkreisen ist sie jedoch die bekanntere Frau Schubert. Auf die Anmerkung der Moderatorin, dass Herr Stokowski ja beinahe nicht Schauspieler sondern Polizist geworden wäre packte dieser seine „Running-Interview-Antwort“ zu diesem Thema aus. Früher habe er oft Kommissare gespielt und viele Journalisten hätten ihn dann immer noch seiner Rollenvorbereitung gefragt. Er habe daraufhin nur noch darauf verwiesen, dass sein Vater, sein Onkel und sein Opa Hauptkommissare waren und er daher sein ganzes Leben auf diese Rolle vorbereitet wurde. Ganz ernsthaft schob der Schauspieler dann aber noch nach, dass er sich auf Drängen seines Vaters tatsächlich bereits an der Polizeischule beworben hatte. Katharina Schubert erzählte über ihren Weg zur Schauspielerei, dass sie bereits in der 12. Klasse mit den Bewerbungen für eine Schauspielschule begonnen hatte, da ihr alle Welt immer erzählte, dass Minimum 12 Bewerbungen notwendig sind, bevor man überhaupt in die Nähe eines Platzes kommt. Sie hatte jedoch Glück und wurde auf Anhieb beim Max-Reinhard-Seminar in Wien angenommen.

Beide Schauspieler beschrieben die Arbeit während der Dreharbeiten als sehr angenehm und auch die Produzentin Frau Daube erzählte, dass der gesamte Dreh auch wegen der guten Atmosphäre sehr außergewöhnlich war. Eine echte Herzensangelegenheit war er überdies. Frau Schubert erzählte über die Vorbereitung für die Rolle der Irene, dass sie auf Erinnerungen ihrer Mutter und Oma zurückgreifen konnte, die auch „auf den letzten Drücker“ aus der DDR fliehen konnten. Beim Lesen des Buches habe sie die Figur der Irene gleich emotional sehr angesprochen. Sie wollte sie jedoch nicht als Parodie anlegen, sondern bewusst ihre Ängste herausarbeiten. Im Gesamteindruck des Films kann jedoch schon der Eindruck einer gewissen Überzeichnung entstehen. Frau Daube erläuterte, dass das Set bewusst sehr farbenfroh und detailverliebt gestaltet wurde. Sie wollten keine 68ger in muffigem braun zeigen. Angesprochen auf die Arbeit mit den Filmkindern äußerten sich beide Darsteller sehr positiv. Die Produzentin ergänzte noch, dass natürlich streng auf die gesetzlichen Vorschriften zum Drehen mit Kindern geachtet wurde, und die Dreharbeiten so natürlich schon einen besonderen Rhythmus bekamen, der von allen viel Flexibilität verlangte.

Booksection.de hatte im Anschluss kurz die Gelegenheit mit Schauspieler Oliver Stokowski zu sprechen. Er berichtete von weiteren Fernsehprojekten an denen er gerade arbeitet. Unter anderem dreht er mit Doris Dörrie einen Sechsteiler fürs TV. „Friedliche Zeiten“ macht in jeden Fall Lust auf mehr Projekte von ihm und seiner Kollegin Katharina Schubert.


„Irgendwann sollte Adam seine Geschichte erzählen!“
Um 13.30 Uhr sprachen wir mit der Autorin Tanja Heitmann über ihren Vampirroman "Morgenrot", der kürzlich bei Heyne erschienen ist und bereits jetzt zahlreiche Fans in seinen Bann zog.

Booksection: Sie sind „Buffy“-Fan?
Tanja Heitmann: Ja, total! Deshalb musste Buffy in dem Buch auch unbedingt genannt werden, da ging gar nichts dran vorbei. Ich war gespannt, ob der Verlag damit einverstanden ist, weil es vielleicht fragwürdig ist, wenn eine erwachsene Frau „Buffy“ schaut, aber es ging durch.

Booksection: Welche Art von Büchern lesen Sie privat?
Tanja Heitmann: Privat lese ich eigentlich fast nur Fantastisches, wie ich zugeben muss. Kreuz und quer. Ich mag auch klassische Fantasy sehr gerne, Horrorgeschichten…

...zum kompletten Interview mit Tanja Heitmann...


„Wer behauptet denn, dass die Realität, so wie wir sie kennen, wirklich so real ist?“
Wir sprachen mit dem Schriftsteller Peter Freund über seinen Fantasyroman "Mysteria - Das Tor des Feuers".

Booksection: Fantasy boomt! Bereits seit einigen Jahren ist gerade im Jugendbuchbereich in diesem Genre einiges los. Wie schwer ist es für Sie, gute und vielleicht auch neue Fantasy zu schreiben?
Peter Freund: Ich hoffe, das es mir gelungen ist, in „Mysteria“ neue Wege zu gehen. Ich habe das ja auch in meinem Buch thematisiert. Es ist in der Tat so, das ich lange nach einem Mittel gesucht habe, um „Mysteria“ von dem Allgemeinen, normalen Fantasy herauszuheben. Ich glaube sowieso, dass ich keine „normale“ Fantasy schreibe, weil es mir in all meinen Büchern um die Verbindung zwischen Realität und der Fantasie geht. Das habe ich auch bei meinen „Laura“-Büchern schon so gemacht. Weil: Wer behauptet denn, dass die Realität, so wie wir sie kennen, wirklich so real ist? Das ist nur unsere Interpretation. Vielleicht haben wir nur nicht die richtige Sichtweise?

Booksection: Sind Sie Thomas Anderson, eine ihrer Figuren im Buch?
Peter Freund: Nein. Ich benutze ihn nur dazu, um meine eigenen Fragen und Statements unterzubringen.

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Freitag, 17. Oktober 2008

„Ein großes Thema, das ich nicht aufgearbeitet habe, gibt es nicht.“
Nach einem sehr positiven Gespräch bei Arena führten wir um 11:00 Uhr ein Interview mit dem sehr bekannten Fantasyautor Wolfgang Hohlbein.

Booksection: In der Vorbereitung zu diesem Interview habe ich in Ihr neuestes Buch „Die Templerin – Das Wasser des Lebens“ reingelesen, welches Sie zusammen mit Ihrer Tochter Rebecca geschrieben haben. Muss man zwangsläufig die vorangegangenen drei Bände gelesen haben, um einen guten Einstieg in das neue Buch zu finden?
Wolfgang Hohlbein: Eigentlich nicht. Wenn es einen interessiert sollte man es schon in der richtigen Reihenfolge lesen, aber man kann auch bei diesem Band einsteigen.

Booksection: Wie war die Zusammenarbeit mit Ihrer Tochter? Anders als mit anderen Co-Autoren?
Wolfgang Hohlbein: Die Zusammenarbeit ist natürlich bei jedem anders. Zum Teil war die Arbeit chaotischer zum Teil aber auch angenehmer. Wir werden das sicherlich auch wiederholen.

...zum kompletten Interview mit Wolfgang Hohlbein...


"Krabat" auf der Buchmesse.
Passend zum Thema Buch, wurde am Freitag im Rahmen der Frankfurter Buchmesse auch die Literaturverfilmung „Krabat“ gezeigt. Vorhersehbar gut war die Vorstellung besucht. Hauptsächlich junge Leute wollten sich dieses Filmvergnügen nicht entgehen lassen und fanden den Weg in das Kino 1 des Film- und Fernsehforums. Im Anschluss an das Filmscreening traten die beiden Produzenten Uli Putz und Jakob Claussen vor das Publikum und beantworteten fleißig die Fragen der Zuschauer.

Da die Fragen zu Beginn nur sehr zögerlich gestellt wurden, begann Jakob Claussen zunächst ein paar Zahlen und Fakten aufzuzählen. So erfuhr das Publikum, dass die Adaption des bekannten Kinderbuches ungefähr acht Jahre gedauert hat. „Wir standen bei der Verfilmung immer wieder vor neuen Herausforderungen und haben erst nach und nach festgestellt, wie unterschiedlich die beiden Medien doch sind“, erzählte Claussen. Außerdem gab er einen kurzen Überblick über seine bisherigen Erfahrungen in Sachen Literaturverfilmungen. So stammen unter anderem Filme wie „Crazy“ oder „Die Apothekerin“ ebenfalls aus seiner Produktionsfirma.

Mit der ersten Frage aus dem Publikum wurde dann auch gleich der wunde Punkt der beiden Produzenten sowie auch des Filmes getroffen. Eine Szene (die Kampfszene) sei den Machern von „Krabat“ doch mehr als nur schlecht gelungen, wurde unverblümt festgestellt. Putz und Claussen wurden mit dieser Kritik merklich schon des Öfteren konfrontiert und gaben gleich etwas resigniert aber immerhin ehrlich zu, dass diese Szene tatsächlich der schlechteste Moment des ganzen Filmes sei. „Leider kann man nicht immer 100% mit allem zufrieden sein“, war schlussendlich noch der einzige akzeptable Ausweg den die beiden aus diesem Thema fanden.

Erfreulicher wurde es dann, als die beiden Produzenten von ihren bisherigen Erfolgen berichten konnten. Bereits bei den Filmfestspielen von Toronto feierte „Krabat“ seine Weltpremiere. Damit war der erste Schritt zum Erfolg auch außerhalb Deutschlands geschafft. Außerdem sei der Film schon mit mehreren Kopien in osteuropäische und skandinavische Länder gegangen. Da der Autor Otfried Preußler mit seinen Kinderbüchern auch in Japan eine treue Lesegemeinschaft hat, wird „Krabat“ bald auch in dem asiatischen Land über die Leinwände flimmern.

Auf die Frage ob der Autor der Buchvorlage denn mit dem Ergebnis zufrieden sei, antworteten die beiden Produzenten freudig, dass sie in Form eines Briefes positive Rückmeldung von Otfried Preußler bekommen hätten. Er erkenne in dem Film seinen „Krabat“ wieder, habe der Autor in den Zeilen geschrieben. Ansonsten hatte er kaum Mitspracherecht bei der Verfilmung. Alle wichtigen Fragen wurden von seiner Tochter beantwortet, die sich weitgehend um die Formalitäten kümmerte.


cbt-Verlagspremiere

Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse führte Renate Grubert, die Leitung von cbj, durch die Verlagspremiere von cbt, der Taschenbuchschiene des Kinder- und Jugendbuchverlages.

Nachdem Frau Grubert die anwesenden Gäste und vor allem die Kinder und Jugendlichen begrüßt hatte, gab sie einen kurzen Einblick in die Verlagsgeschichte von cbj, der ursprünglich „Carl Bertelsmann Jugendbuchverlag“ hieß und schon seit mehr als 135 Jahren existiert. Dann stellte Frau Grubert das neue Kinder- und Jugendbuchprogramm cbt vor, das sich vor allem an Jugendliche ab zwölf Jahren richten soll. Mit cbt soll ein Segment entstehen, das sich mit den Lebenswelten von jungen Leuten befasst. Die drei Schwerpunkte werden dabei Fantasy, Zukunftsliteratur und Bücher über die alltäglichen Sorgen und Probleme Jugendlicher sein.

Drei Autoren ihres Verlages konnte Grubert anschließend dem Publikum vorstellen, die anschließend auch aus ihren Büchern lesen würden:

Jenny-Mai Nuyen (Rabenmond - Der magische Bund“), Alexa Henning von Lange („Leute, ich fühle mich leicht“) und Michael Wallner (Die Zeit des Skorpions“)

Den Anfang machte Alexa Henning von Lange, die zunächst von ihrer Protagonistin Lelle erzählte. Viele werden Lelle, die mittlerweile fünfzehn ist, noch aus dem vorigen Roman „Ich habe einfach Glück“ kennen. Laut der Autorin taucht Lelle in jedem ihrer Bücher in verschiedenen Altersstufen auf und hat auch viel mit ihr selber zu tun. Die Lelle-Bücher sollen zu einer Reihe werden und zweimal im Jahr soll dann ein Lelle-Buch erscheinen. Die Themen für die beiden nächsten Romane von Alexa Henning von Lange stehen laut eigener Aussage schon fest: Liebeskummer und das Geschlechterverhältnis von Mann und Frau.
„Leute, ich fühle mich leicht“ behandelt das Thema Magersucht und spätestens bei der Lesung der Autorin wird klar, dass man auch dieses ernste Thema humorvoll behandeln kann, ohne dabei die Brisanz der Thematik aus den Augen zu verlieren.

Im Anschluss erzählte Jenny Mai Nuyen, die bereits drei Bücher bei cbj veröffentlicht hat, von ihrem vierten Fantasy-Roman „Rabenmond“. Auch Mion, ihre Heldin ist ein fünzehnjähriges Mädchen, das aber ganz andere Probleme als Lelle hat. In ihrer sympathischen und ruhigen Art verrät die Autorin dem Publikum, was für sie ein gutes Buch ausmacht: „Gute Bücher sind die, in denen am Ende mehr drin steht, als am Anfang.“
Bevor sie aus ihrem Buch las, machte Jenny ihre Zuhörer schon ein wenig neugierig: „Die Geschichte beginnt mit einem Mord, bei dem nicht wirklich jemand zu Tode kommt.“ Als die Autorin dann aus „Rabenmond“ zu lesen begann, wurde schnell klar, was damit gemeint war und ganz bestimmt hatte jetzt der eine oder andere Zuhörer Lust auf mehr bekommen.

Den Abschluss der Autorenlesung machte Michael Wallner mit „Die Zeit des Skorpions“. Dieser Roman ist das erste Jugendbuch des Autors. Er findet, dass bei der Erwachsenenliteratur ein Teil der Fantasie nicht zum Ausdruck kommen kann, was ihn dazu bewegte „Die Zeit des Skorpions“ zu schreiben. Auch seine Protagonistin ist ein Mädchen, die vierzehnjährige Tonia. Ausgangspunkt von Wallners Buch war es, ein Untergangsszenario, ein beliebtes Thema in der Literatur, einmal weiterzudenken. In seiner Geschichte hat sich die Sahara durch den Klimawandel bis zum Südrand der Alpen, also nach Südtirol, ausgedehnt. Und hier spielt auch „Die Zeit des Skorpions“, ein Buch, das schon gleich zu Beginn Beklemmungen beim Leser verursachen kann, wie bei der anschließenden Lesung deutlich wurde.

Zum Schluss wurden alle Zuhörer von Frau Grubert herzlich eingeladen, die Autoren im Signierzelt zu besuchen.


"Der Bohlenweg" auf der Buchmesse

Unter großer Aufmerksamkeit der Presse präsentierte Dieter Bohlen am 17.10.2008 auf der Frankfurter Buchmesse sein drittes Buch „Der Bohlenweg – Planieren statt Sanieren“.

Auf die Frage, warum es denn nun noch ein drittes Buch sein musste, antwortet Bohlen schlagfertig, dass er sich beweisen wollte, dass er auch alleine ein Buch schreiben kann. Zwar hatte er auch Spaß an der Arbeit mit seiner Co-Autorin, aber alleine sein einfach „lustiger“ und außerdem habe man so auch mehr Einfluss. Für ihn sein der beste Weg sowieso eher das Alleinarbeiten. Anlass für diesen Ratgeber war die aktuelle Situation in der Musikbranche und der weit verbreitete Nonsens über den Einstieg. Er habe sich aufgerufen gefühlt hier einmal einiges richtig zu stellen. Disziplin und Leistung sind der Grundstock zum Erfolg und nicht „Kifft euch die Rübe weg und dann klappte es trotzdem mit der Karriere“. Er wolle betonen, dass es ohne gute Ausbildung einfach nicht geht. Als gutes Beispiel führt Bohlen die aktuelle Finanzkrise an. Über Nacht kann das gesamte Vermögen weg sein. Nur eine solide Ausbildung befähigt einen dann sich wieder etwas Neues aufzubauen. „Halte Dir alle Optionen offen!“ so Bohlen nachdrücklich. Planieren statt Sanieren stehe in diesem Zusammenhang für „nicht einschüchtern lassen, sondern seinen Weg eisenhart durchziehen.“

Ob er denn den Neid von anderen Menschen spüre, wollte ein Journalist wissen. Für ihn sei Neid die schönste Form der Anerkennung, so Bohlen. Neid muss man sich erarbeiten und es sei ein schönes Gefühl, dass das Buch so erfolgreich ist. Er wollte mit „Der Bohlenweg – Planieren statt Sanieren“ schwere Kost leicht verpacken - garniert mit lustigen Beispielen. Positive Reaktionen seien ihm viel wert, besonders weil das Buch alles enthält, was er in den letzten 30 Jahren so gemacht hat. Die Frage, ob der Ratgeber sich denn nur für die Musikbranche eigne verneinte Bohlen entschieden. Die dargelegten Prinzipien gelten für alle Berufszweige. Es ist doch in jedem Job die Grundfrage, ob man den inneren Schweinehund überwindet oder nicht, so Bohlen.

Dieter Bohlen brachte im weiteren Verlauf der Pressekonferenz zum Ausdruck, dass er sich sehr über das Vorschussvertrauen seiner Verleger gefreut habe. Im Prinzip wäre nur der Buchtitel vorab bekannt gewesen und nichts weiter. Auf Bücher anderer Künstler, wie zum Beispiel Bushido, angesprochen, meinte Dieter Bohlen lakonisch: „Bei einem Marathon wird auch erst im Ziel abgerechnet. Man muss immer noch die gesamten 42 Kilometer schaffen.“ Zwischensprints wie der von Bushido, die mit der Aussage „es geht auch ohne Ausbildung“ werben, beunruhigen ihn da nicht.

Ob er denn nun auch viele Buchmanuskripte von angehenden Autoren bekomme und nicht nur Promo-CD’s, wollte eine Journalistin von Dieter Bohlen wissen. Bohlen grinste und meinte nur, dass er nicht erst seit diesem Buch Werke von unbekannten Autoren bekomme, die ihn um Unterstützung bei der Vermarktung bitten.

Natürlich bohrten die anwesenden Journalisten auch zum viel diskutierten Auftritt von Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki beim Deutschen Fernsehpreis bei Herrn Bohlen nach. Er respektiere ältere Herrschaften wie Herrn Reich-Ranicki, meinte Dieter Bohlen. Er könne sich den Auftritt dennoch nicht erklären. Wenn er zu einer solchen Veranstaltung eingeladen wird, dann plane er vorher, ob er dort hingehe oder nicht, was für ein Preis verliehen wird und so weiter. Scheinbar uninformiert hingehen, den Preis ablehnen und sich dann über 3 Tage Bildzeitungs-Cover beschweren sei ja schlimmer als bei Bohlen.

Wie es denn nun mit dem Autor Dieter Bohlen weiter gehe, fragte die Moderatorin der Pressekonferenz abschließend. Grinsend meinte Bohlen, dass er ja schon eher bequem sei und mit Büchern sein Geld zu verdienen eher anstrengend. Das Schreiben sei für ihn eher ein Hobby, das Spaß macht. Er werde sicherlich wieder etwas schreiben, aber definitiv nichts Voyeuristisches mehr, wie bei den ersten beiden Büchern. Momentan mache ihm das Produzieren von Musikalben mehr Spaß.

Nach gut 35 Minuten Fragemarathon entschwand Dieter Bohlen, weiterhin dicht umzingelt von Kameras und Journalisten, an den Heyne- Stand zur Signierstunde.


„Beim Schminken muss ich dann halt meiner Frau mal genauer zuschauen.“
Um 13:45 sprach unsere Redakteurin Steffi mit dem bekannten schweizer Autor Martin Suter.

Booksection: Herr Suter, das erste Buch, was ich von Ihnen gelesen habe war „Die dunkle Seite des Mondes“. Damals habe ich beschlossen, diesen Autor, dem es gelingt, so glaubhaft andere Wirklichkeiten zu beschreiben, unbedingt einmal kennen lernen zu wollen. Wie ist es Ihnen möglich, den Wechsel bzw. den Verlust der Identität so realistisch zu beschreiben?
Martin Suter: (überlegt) Ich finde, man muss das sehr realistisch tun. Die Dinge, die stimmen können, die es wirklich gibt, die müssen dann auch unbedingt der Realität entsprechen. Es muss gut recherchiert sein, und auf dieser Basis des Wahrhaftigen kann man dann schon ab und zu mal eine Lüge ersteigen lassen. Ja, aber schlussendlich ist des schon der Realismus – ich muss es mir selber so vorstellen, als ob ich es vor mir sehe und es dann beschreiben.

Booksection: In Ihren Romanen ist das Hauptthema immer der Identitätsverlust des Protagonisten oder der Protagonistin. Was fasziniert Sie denn so an diesem Thema?
Martin Suter: Wahrscheinlich fasziniert alle Leute ab und zu die Frage „Wer sind wir und wer könnten wir auch noch sein?“. Einerseits ist es die Faszination dieser Frage, dieser schmale Grat zwischen den Identitäten, zwischen den Persönlichkeiten - die Wandlung auf diesem schmalen Grat hat mich immer interessiert. Das andere ist eine sehr praktische Sache. In einer Geschichte sollte, und das nicht nur nach meiner Auffassung, eine Veränderung stattfinden. Am besten ist dabei eine Veränderung einer Figur, bzw. der Hauptfigur. Das ist ein Prinzip, an das ich mich halte, und weil mich der Prozess der Veränderung weniger interessiert, als die Reaktion der Figur auf diese Veränderung, führe ich die auch manchmal sehr abrupt herbei.

...zum kompletten Interview mit Martin Suter...


„Es ist ein Märchen.“
Gleich im Anschuss sprachen wir mit der erfolgreichen Autorin Ingrid Noll über ihre Bücher.

Booksection: Frau Noll, hätten Sie sich, als Sie damals Ihr erstes Buch „Der Hahn ist tot“ zum Verlag geschickt haben, ausgemalt, welch großen Erfolg Sie mit Ihren Büchern haben würden?
Ingrid Noll: Nein, und ich staune immer noch darüber! Ich bin stets aufs Neue darüber verwundert, dass es so viele Leute gibt, die gern lesen, was ich geschrieben habe.

Booksection: Sie haben Ihr erstes Buch nur an den Diogenes-Verlag geschickt, der es prompt annahm und Ihnen versicherte, dass er auch an weiteren Ihrer Manuskripte interessiert sei. Das ist ja fast schon filmreif, oder?
Ingrid Noll: Ja, es ist ein Märchen, aber es stimmt. (lacht) Ich muss aber dazu sagen, dass auch viel Glück im Spiel war. Mein Manuskript fiel damals einer Frau in die Hände, der es gut gefiel. Sie hat mich gleich angerufen und gesagt, ich solle es vorläufig nicht irgendwo anders hinschicken. Der Verleger müsse es zuerst lesen und danach selbst entscheiden – das ist noch die gute alte Art, dass nur der Verleger bei unbekannten Autoren ein Urteil fällt. Es hätte aber auch passieren können, dass mein Manuskript in die Hände einer Lektorin geraten wäre, deren Geschmack ich nicht getroffen hätte. Und dann hätte man es wieder zurück geschickt.

...zum kompletten Interview mit Ingrid Noll...


„Was mir im Gedächtnis bleibt, wird irgendwann lebendig werden.“
Zeitgleich sprach Melli mit Fantasyautor Christoph Marzi.

Booksection: Der Erfolg von „Lycidas“ hat Sie bekannt gemacht. Mit „Fabula“ und der „Malfuria“-Trilogie haben Sie sich nun von der Uralten Metropole gelöst. Wie ist es ein solches vertrautes Erzählthema zu verlassen?
Christoph Marzi: Es war ja nicht wirklich ein echter Abschied. Ich habe mir schon früher überlegt irgendwann einmal wieder in die uralte Metropole zurückzukehren. Die beiden nachfolgenden Projekte waren eben mal etwas völlig anders und genau das, was ich zu diesem Zeitpunkt schreiben wollte. „Fabula“ ist definitiv mein Lieblingsbuch – oder das Buch, das mir am meisten am Herzen liegt (dicht gefolgt von „Nimmermehr“, der titelgebenden Geschichte in meinem Kurzgeschichtenband). Und zu „Malfuria“ - ich wollte nach „Lumen“ fort von diesem winterlichen London und in eine Welt eintauchen, die komplett erfunden war. Mit meiner Familie verweile ich des öfteren in Spanien und da wir Ibiza mögen, ist „Malfuria“ geboren worden. Die erste Szene, in der Catalina hoch über der Stadt sitzt und mit dem Wind redet – das war für uns Eivissa. Ja, ich wollte etwas über Spanien schreiben, über ein warmes Land, mit südlicher Stimmung. Wir hatten auf einem Trödelmarkt einen blau bemalten Stein gefunden und die Verkäuferin hatte uns erklärt, das ist der Wind. Meine Frau schlug dann vor, dass wir den Wind in die Geschichte einbinden könnten. Dies war der Anfang. Der Rest folgte dann sehr schnell. Ich habe Bücher über spanische Mythologie und Sagen gelesen, auch das alles ein wenig fokussiert auf Ibiza. Es gibt dort sehr viele Hexengeschichten und so kam die Idee etwas mit Hexen zu machen, mit Hexen, die etwas entfernt sind vom europäischen Hexenbild, also keine krummen Rücken, keine Buckel und keine Besen. Der Rest der Geschichte hat sich dann so aufgebaut, wie sich jede Story aufbaut. Ich werfe den Ball gegen die Wand, fange ihn auf, werfe erneut. Die Idee zum Setting, also die Geschichte in Barcelona beginnen zu lassen kam von meiner Lektorin Christiane Düring. Und als ich mich für Barcelona entschieden hatte, da sollte Barcelona so aussehen wie von Gaudi erschaffen (Anmerkung der Redaktion: Antoni Gaudi war katalanischer Architekt und Maler und baute Gebäude wie die Sagrada Família in Barcelona). So als hätte Gaudi die ganze Stadt entworfen. Diese Steam-Punk-Mischung, mit den Dampfdroschgen, die es dort gibt, war natürlich eine Anlehnung an die Filme von Miyazaki (Anmerkung der Redaktion: Hayao Miyazaki, japanischen Anime-Regisseurs und Manga-Zeichners, „Chihiros Reise ins Zauberland“). Das war die Stimmung, die ich erschaffen wollte, und es sollte diesmal etwas für Jugendliche sein. Heißt: eine Geschichte mit weniger Gewalt als in „Lycidas“.

Booksection: Kann man bewusst Jungendbücher schreiben oder bewerten Sie das erst nach dem Sie eine Geschichte beendet haben?
Christoph Marzi: „Malfuria“ sollte definitiv harmloser sein. Dadurch, dass ich die ganze Welt erfunden habe, ein fiktives Europa, konnte ich losgelöst von historischen Fakten arbeiten. Anders als bei der Uralten Metropole, wo ich es durchaus mit realen Begebenheiten zu tun hatte, wie die Restaurationszeit oder Jack, the Ripper. Diese musste ich natürlich – Fantasy hin oder her - so schildern, wie sie passiert waren. Bei der „Malfuria“-Trilogie war ich da schon viel freier in dem, was ich mir einfallen lassen durfte. Man kann viel freier fabulieren und hat weniger Grenzen. So entstehen beim Leser bunte Bilder, die keiner Erklärung bedürfen. Bei „Lycidas“ musste ich mich natürlich an all die historischen Fakten halten, weitestgehend, versteht sich.

...zum kompletten Interview mit Christoph Marzi...


„Alkohol hilft!“
Booksection im Gespräch mit den beiden Comedystars Michael Wirbitzky und Sascha Zeus.

Booksection: Mit „Die Tagung – Chaos ist Chefsache“ habt ihr eure drittes Buch veröffentlicht. Wie kamt ihr, als langjährige Radiomoderatoren, dazu ein Buch zu schreiben?
Michael Wirbitzky: Wir sind gefragt worden. Es ist ganz simpel. Wir wären vielleicht selber gar nicht auf die Idee gekommen. Aber wir haben viele Fans, unter anderem auch im Rheinland wo der Lübbe-Verlag sitzt. Der Verlag hat uns vermutlich im Radio gehört und sich dann gedacht, dass sie die zwei Pappnasen einfach mal anrufen und fragen ob die ein Buch für uns schreiben wollen. So ist inzwischen eine innige Beziehung zu dem Verlag entstanden. Wir haben Spaß daran und der Verlag hat offensichtlich Spaß daran was wir schreiben – ebenso die Leser.
Sascha Zeus: Wir schreiben ohnehin schon lange Scatche für das Fernsehen und früher auch für Harald Schmidt. Wir haben auch schon an einem Filmdrehbuch geschrieben. Das war unsere ganz große Erfolgsgeschichte: Das Buch wurde nie verfilmt. (lacht) Aber dann lag das auch nahe, dass wenn uns mal jemand die Chance gibt ein Buch zu schreiben, dass wir die dann auch wahrnehmen.

Booksection: Stichwort Fernsehen. Was genau kommt aus euren Federn?
Michael Wirbitzky: Wir schreiben unter anderem sehr viele Geschichten für Käpt’n Blaubär, für den WDR. Wir sind also nicht ganz unbedacht gewesen was das Schreiben angeht, aber einen richtigen Roman zu schreiben, das war für uns zunächst auch Neuland.

...zum kompletten Interview mit Michael Wirbitzky und Sascha Zeus...


„Wir neigen in Deutschland dazu Schubladen aufzumachen und die Leute da rein zu packen.“
Nach einer kurzen Pause sprach Melli mit dem Fantasyautor Michael Peinkofer über seine "Orks".

Booksection: In der Vorbereitung zu diesem Gespräch habe ich gelesen, dass Sie lange Zeit Ihre Bücher unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlich haben. Ist es einfacher unter einem Pseudonym zu veröffentlichen als unter dem eigenen Namen?
Michael Peinkofer: Nein, eigentlich nicht. Das Pseudonym erleichtert es zwar in den Markt rein zu kommen, in so fern ist es einfacher, aber man identifiziert sich mit der Zeit ja auch damit. Insofern, wenn da harsche Kritik kommt – sprich, der kann nicht schreiben - dann trifft einen das genauso hart, wie wenn man etwas unter dem eigenen Namen veröffentlicht hat. Insofern ist die Verantwortung, die man dem Namen gegenüber hat dieselbe. Egal ob es der eigene ist oder ob es sich um ein Pseudonym handelt.

Booksection: Ist es so aber nicht einfacher so verschiedene Genres für sich auszuprobieren? Wenn man weiß, Herr Peinkofer hat jetzt „Die Orks“ geschrieben, das ist jetzt die Fantasyschiene und alles was danach kommt wird dann damit vergleichen.
Michael Peinkofer: Ja, das ist eigentlich der Grund warum es Pseudonyme gibt, glaube ich. Wir neigen in Deutschland schon dazu Schubladen aufzumachen und die Leute da rein zu packen. Da würde ich mir natürlich einen Genrenamen zulegen für Krimis. Einen Genrenamen für Science-Fiction und einen für Fantasy. Damit tue ich mich, nicht bei allen Lesern, aber bei manchen schon leichter. Die Leser haben diese Schubladen ganz genauso im Kopf wie du.

...zum kompletten Interview mit Michael Peinkofer...


„Es wird keinen 5. Zwerge-Band geben!“
Um 16.30 Uhr schnappten wir uns noch Autor Markus Heitz zum Interview.

Booksection: Dein Buch „Vampire, Vampire“ ist ein Sachbuch über Vampire, erschienen im Piper Verlag. Wann kommt Dein erster Vampirroman.
Markus Heitz: Der ist schon draußen, allerdings erschienen bei Droemer und heißt „Kinder des Judas“. Hier habe ich mit den historischen Elementen aus „Vampire, Vampire“ gearbeitet, habe sie als Hintergrund benutzt und drum herum die Romanhandlung gebaut. Zusammen mit Sachen, die man aus dem Volksglauben über Vampire kennt. Für einige, nicht für alle Leser wird wahrscheinlich neu sein, was Vampire alles können und nicht können und welche Einschränkungen es gibt.

Booksection: Zum Beispiel?
Markus Heitz: Zum Beispiel gibt es Vampire, denen macht Sonnenlicht gar nichts aus. Manche können sich nur von mittags bis abends frei bewegen. Unsterblich ist keiner. Auch eine sehr wichtige Neuerung (lacht). Im Volksglauben habe ich nichts darüber gefunden, dass Vampire richtig, richtig unsterblich sind. Einige werden sehr alt und zerfallen dann zu Staub, was aber eine Ausnahme darstellt. Es gibt ganz viele Variationen von Vampiren, die man in Romanen so bislang nicht kennt.

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„Eine Brücke kann auch sehr müde werden.“
Zeitgleich führten Melli und Steffi ein sehr bewegendes und nachhaltig eindrucksvolles Gespräch mit dem erfolgreichen Autor Rafik Schami.

Booksection: Die „Neue Züricher Zeitung“ hat Sie einmal als „Brückenbauer zwischen den Welten“ bezeichnet. Wie sehen Sie selber das?
Rafik Schami: Das ist nur bedingt ein schönes Bild, denn manchmal kann eine Brücke auch sehr müde werden. Natürlich ist es auch schön, denn eine Brücke verbindet ja zwei Seiten, gehört also auch zu beiden Seiten. Aber manchmal bin ich schon sehr müde über dieser Aufgabe, sogar auch verzweifelt. Natürlich freue ich mich, wenn Leute mir sagen, dass sie jetzt erst wissen, wie schön Damaskus ist und beschlossen haben, dort hin zu fahren. Oft können sie vieles viel besser verstehen und erkennen, warum die Dinge dort sind, wie sie sind.

Booksection: Ist es für Sie ein Anliegen, diese Kultur, die ja auch Ihre Kultur ist, weiterzuvermitteln?
Rafik Schami: Ein Anliegen ist zuviel gesagt. Ich erzähle die Geschichten gerne, die ich schreibe. Das Nebenprodukt ist dabei, die Kultur zu vermitteln, aber ich überlasse es jedem einzelnen, daraus mitzunehmen, was ihm gefällt. Manche Leute lesen meine Geschichten nur wegen der Poesie oder den Metaphern, die ich gebrauche. Ich erwarte aber nicht, dass dadurch ein tiefes Verständnis für den Orient erwachsen muss.

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Nach vielen Interviews, Gesprächen, Fragen, Antworten, Pressekonferenzen, Buch -und Verlagspräsentationen haben wir uns Freitagabend wieder von Frankfurt verabschiedet und sind mit viel Arbeit im Gepäck zurück in die Redaktion gefahren.

Wir hoffen, wir konnten Euch umfassend und eindrücklich informieren.

Eure Booksection-Buchmessler
Kathrin, Melli, Steffi & Tom

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