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Booksection.de unterstützt PETA
Special
Frankfurter Buchmesse 2007
Vor Ort: Steffi, Tom, Jojo & Kathrin
Für EUCH vor Ort!
Booksection auf der Frankfurter Buchmesse
Vom 10. bis zum 12. Oktober 2007 öffneten die Frankfurter Buchmesse zum 59. Mal ihre Tore für die Fachpresse. Wir waren für Euch an diesen drei Tagen vor Ort und haben die Neuheiten der großen und kleinen Verlage unter die Lupe genommen.
Mittwoch, 10. Oktober 2007
Am Mittwochvormittag verschafften wir uns erst einmal einen Überblick über
das riesige Angebot der verschiedenen Verlage. Nach einem netten Gespräch
bei CBJ hieß es dann zum ersten Mal: „INTERVIEW!“.
Mit Petra Hammesfahr, der bekannten und gefeierten Krimi-Bestellerautorin
aus deutschen Landen sprachen wir über ihre Neuerscheinung, „Zum
Sterben schön“.

„Ein Viertel Pfund Fleischwurst!“
Booksection im Gespräch mit Krimi-Autorin Petra Hammesfahr
Booksection: Frau Hammesfahr, Sie stellen hier an
der Buchmesse Ihr neues Buch vor, eine Sammlung von Kriminalgeschichten,
bei dem Sie die Herausgeberin sind. Wie entstand die Idee, ein Buch
herauszugeben, bei dem namhafte deutsche Autoren beteiligt sind?
Petra Hammesfahr: Ich brauche etwa
zwei Jahre, um einen Roman zu schreiben, deshalb kann ich nicht jedes
Jahr einen neuen Roman veröffentlichen. Die Idee zu „Zum
Sterben schön“ entstand im Verlag und gefiel mir auf Anhieb.
Ich hatte bisher noch nie als Herausgeberin fungiert, das ist eine
ganz neue Erfahrung für mich Es sind übrigens nicht nur
deutsche Autoren, die bei diesem Buch mitgewirkt haben..
Booksection: Ihr letztes Buch war zum ersten Mal
ein Roman, der nicht im Krimigenre angesiedelt war. War das eine ganz
neue Herausforderung für Sie?
Petra Hammesfahr: Nein, ich nenne
das meinen "Präventionsroman". Geschrieben habe
ich ihn – mit sehr viel Herzblut - schon 1984 und es war mir
einfach ein Bedürfnis, ihn gedruckt zu sehen. Ich habe ihn lediglich
modernisiert. 1984 wusste beispielsweise noch niemand etwas von Handys,
auch die Umstellung von Mark auf Euro musste eingebaut werden. Und
die Preise musste ich erhöhen, aber ansonsten hat sich da eigentlich
nichts verändert, der soziale Hintergrund ist eher noch schlimmer
geworden im Laufe der Jahre.
...zum kompletten Interview mit Petra Hammesfahr...

Donnerstag, 11. Oktober 2007
Der Donnerstag war für uns eindeutig der anstrengendste Tag der Buchmesse.
4 große Interviews standen auf dem Programm, außerdem Lesungen und
Verlagsbesuche. Trotz der aufwendigen Gespräche, den vielen, vielen
Leuten, sollte es ein toller Tag werden.
Steffi
ließ sich zu Anfang bei KLETT-COTTA erst einmal von Mark
Z. Danielewski sein Buch "Das Haus" signieren. Wer dieses Buch
kennt, weiß, dass es alles andere als "normal" geschrieben
wurde. Wie das Buch, war dann auch die Widmung, wie das nebenstehende Bild zeigt.
Als wir durch die Halle 3 schlenderten, entdeckten wir auch CARLSEN, der ja bekanntermaßen "Harry Potter" verlegt. Jubelschreie ließen sich nur schwer unterdrücken, als der 7. und letzte Teil tatsächlich im Regal stand, nur leider mit leeren Seiten. Die Tränen ließen sich nur schwer zurückhalten.

Um 13:30 trafen sich Steffi & Tom mit dem bekannten und beliebten Fantasyautor Christioph Marzi zum Interview, der in Frankfurt seine erfolgreichen Bücher vorstellte. Sein neuster Streich, „Fabula“ erscheint im Dezember bei HEYNE.
„Ich verdanke dem Cover außerordentlich viel.“
Booksection im Gespräch mit dem Fantasyautor Christoph Marzi
Booksection: Neil
Gaiman erschuf eine Stadt unter der Stadt in seinem Buch „Niemalsland“.
In „Lycidas“ verwenden sie ebenfalls diese Idee. War dieser „Diebstahl“ gewollt?
Christoph
Marzi: Ich wollte schon immer etwas über London und
die U-Bahn schreiben. Ich war selbst auch dort und habe schon vor
Jahren etwas in dieser Richtung ausgearbeitet. Dann bin ich an
einem Bahnhofskiosk auf „Neverwhere“ gestoßen,
das war noch vor der deutschen Übersetzung. Ich habe es gelesen
und gedacht „Shit, das gibt’s schon!“ Daraufhin
hab ich das Konzept dann wieder beiseite gelegt. Einige Zeit später
wollte etwas für meine Tochter schreiben – etwas über "Elfen
in der Großstadt". Das ist dann irgendwann mit der anderen
Idee, die ich beiseite gelegt hatte, kollidiert. Ich habe mir natürlich
Gedanken gemacht: „Soll ich es jetzt machen oder soll ich
das Konzept komplett verwerfen?“ Am Ende habe ich mich dafür
entschieden, die Geschichte zu schreiben, weil sie sich vom Setting,
der Sprache und der Ausarbeitung schon stark von Gaimans Unter-London
abhebt.
Außerdem bedient man sich innerhalb des Genres und das ist auch
gewollt. Es lebe die Postmoderne. Die Anspielungen soll der Leser auch
erkennen ... Es sind, über Gaiman hinaus, auch sehr viele andere
Zitate drin, aus „American Werewolf“ oder „Im Auftrag
des Teufels“ beispielsweise. Das sind alles bewusste Entscheidungen
gewesen. Ich freue mich immer, wenn Leser sagen: „Das hab ich
erkannt!“ Um es als „Diebstahl“ zu bezeichnen, wäre
es meiner Meinung nach zu plump. Das ist hier ja alles sehr offensichtlich.
Es sind Zitate und als solche waren sie immer gemeint.
Booksection: „Lycidas“ ist
2004 erschienen und ihr Debütroman. War die Geschichte von
Anfang an auf 3 Teile ausgelegt?
Christoph
Marzi: Es war als längere Geschichte gedacht. Ich
hatte das erste Drittel von „Lycidas“ vorgelegt und
bekam daraufhin den Vertrag. Natürlich war „Lycidas“ der
erste Teil und der Verlag wartete erstmal ab, wie die Verkaufszahlen
aussahen. Irgendwann Ende April 2005 kam dann das Okay für
Teil 2 und Teil 3. Von da an durfte ich die Geschichte zu einem
Ende bringen. Außerdem, das muss erwähnt werden, bin
ich bei Heyne mit einem Lektorrat beglückt, das auch an „anderen
Ideen“ interessiert ist. Nie hat man zu mir gesagt: „Mach
es bitte komplett anders“. Wenn Änderungen vorgeschlagen
wurden, dann waren das meist nur Kleinigkeiten. Einen Dialog prägnanter
schreiben oder etwas in dieser Art. Ich bin mit meinem Verlag
mehr als nur zufrieden. Ich hatte bisher nie das Gefühl in der
Produktpolitik gefangen zu sein.
...zum kompletten Interview mit Christph Marzi...
Während Steffi & Tom mit Christoph Marzi sprachen, lauschten
Jojo und Kathrin der Lesung der 4 Fantasyautoren Wolfgang Hohlbein,
Jenny-Mai Nuyen, Kai Meyer und Peter Schwindt, die im Lesezelt draußen
im großen Innenhof ihr gemeinsames Buch „Flammenflügel“ vorstellten.
„Ich
kann pädagogisch wertvolle Jugendbücher
nicht leiden“ (Wolfgang Hohlbein)
Ein wahres Highlight folgte für viele Messebesucher sicherlich am Mittwochnachmittag, als der Verlag CBJ vier große deutsche Fantasyautoren auf einer Bühne versammelte und zur Podiumsdiskussion einlud. Mit dabei waren Großmeister Wolfgang Hohlbein, die junge Autorin Jenny-Mai Nuyen und die beiden erfolgreichen Schriftsteller Kai Meyer und Peter Schwindt. Anlass zu dieser Podiumsdiskussion war die Veröffentlichung der Anthologie „Flammenflügel“, die von Wolfgang Holhbein herausgeben wurde und in der die vier anwesenden Autoren, spannende Kurzgeschichten aus dem Fantasybereich niederschrieben.
Schon vor Beginn, versprach die Gesprächsrunde interessant zu werden, saßen vor dem Publikum doch vier Autoren aus vollkommen unterschiedlichen Generationen. Auf der einen Seite der schon seit vielen Jahren in dieser Branche arbeitende Wolfgang Hohlbein und auf der anderen Seite die noch junge und unerfahrene Autorin Jenny-Mai Nuyen. Dazwischen zwei Autoren, die auf gänzlich unterschiedlichen Wegen zu ihrem Autorenberuf gelangten. Während für Kai Meyer das Schreiben schon immer ein zentraler Punkt in seinem Leben war, kommt Peter Schwindt aus einer vollkommen anderen Ecke: Jahrelang war er als Programmierer von Computerspielen tätig, wechselte dann zu einem Comicverlag, bis er 2004 seinen ersten Roman veröffentlichte.
Der Moderator der Podiumsdiskussion, stellte gleich zu Beginn eine
nicht ganz einfache Frage an die Schreiberlinge. Er wollte von ihnen
erfahren, warum das Motiv des Drachen, immer wieder in der Fantasyliteratur
auftaucht und welche Bedeutung dieses für die einzelnen Autoren
habe. Kai Meyer meldete sich zuerst zu Wort und meinte, dass das lediglich
ein Klischee sei - Ein Klischee, das für etwas Neues steht, für
Veränderungen. Peter Schwindet teilte seinen Zuhörern mit,
dass die Drachen in seinen Büchern meistens als Torhüter
agieren; als Hindernis, das man passieren muss um weiter zu kommen.
Schlussendlich hakte Wolfgang Hohlbein noch in das Gespräch ein
und stellte klar, dass ein Drache für ihn keinesfalls eine Bedrohung
darstelle. In seinen Büchern seien Drachen meistens wie der große
Bruder des Protagonisten und somit auch des Lesers. Die nächste
Frage behandelte ein ähnliches Thema. Der Moderator wollte wissen,
welche klassischen Fantasyelement am reizvollsten für die Autoren
wären. Zu dieser Frage meldete sich Jenny-Mai Nuyen zuerst zu
Wort und meinte, dass in ihren Romanen meistens keine klassischen Fantasyelemente
vorkommen, da ihre Geschichten meistens in der Neuzeit spielen. Dennoch
arbeite auch sie mit vielen Symbolen, was für sie auch das Tolle
an der Fantasyliteratur sei. „Ich packe die Realität in
Symbole und jeder kann es verstehen“ erzählte sie freudig
ihrem Publikum. Anschließend meinte Kai Meyer, dass er gerne
mit mythischen Elementen, die einen symbolischen Gehalt haben, arbeitet.
Und genau um diesen Gehalt soll es in seinen Geschichten auch gehen
und weniger um die Elemente an sich. „Fantasyromane sind gehaltvoll.
Sie übermitteln ihrem Leser etwas – genauso wie jedes andere
Buch, aus jedem anderen Genre auch.“ Außerdem nahm Meyer
kurz Statement zu dem Stellenwert von fantastischen Romanen in der
Literatur: „Ich denke die Zeiten in denen Fantasyromane noch
hinten anstehen, sind vorbei. Die Schranken sind gefallen und unsere
Bücher auf dem Mark akzeptiert, wie jedes andere Buch auch.“ Bei
diesem Thema konnte auch Wolfgang Hohlbein nicht länger schweigend
zuhören und stimmte Kai Meyer vollkommen zu. Zu dem Thema „gehaltvolle
Literatur“ sagte er ganz frei heraus: „Ich kann pädagogisch
wertvolle Jugendbücher nicht leiden.“ Als Autor habe man
so viele Möglichkeiten eine Message in sein Buch zu packen und
das ginge auch sehr gut ohne dabei den Zeigefinger erheben zu müssen.
Junge Leute wollen beim Lesen unterhalten und nicht unterrichtet werden.
Auch die junge Jenny-Mai konnte ihren Kollegen bei diesem Thema nur
zustimmen. „Ein gutes Buch muss mich unterhalten“, erklärte
sie. Für sie sei eine Botschaft jedoch sehr wichtig, denn sie
fühle sich nur unterhalten, wenn sie im Nachhinein auch über
das Gelesene nachdenken könne.
Nach diesem Thema, wechselte der Moderator zum Schluss noch zu einem
anderen Themengebiet über. Er wollte von den Autoren wissen, welche
Erfahrungen sie bisher gemacht haben, wenn jemand auf sie zukam, der
ihr Buch verfilmen oder als Hörbuch heraus bringen wollte. Jenny-Mai
Nuyen zeigte sich als Einzige in der Runde, vollkommen begeistert von
diesem Thema. Zwar wollte bisher noch niemand eines ihrer Bücher
verfilmen, doch von der Idee mit anderen Menschen zusammen kreativ
sein zu können, ist sie begeistert. Sie stellt es sich spannend
vor zu erfahren, was andere Menschen über ihre Geschichten denken
und welche neuen Sichtweisen sich dadurch eröffnen. Diese Meinung
teilte auch Wolfgang Hohlbein, allerdings meinte dieser, dass er in
der Vergangenheit schon einige Verfilmungen seiner Bücher abgewiesen
hat, da viele Drehbücher einfach nichts taugten und die Geschichte
in ihrem Kern zerstören würden. Kai Meyer berichtet von einer
positiven Erfahrung mit der Verfilmung eines seiner Bücher durch
den deutschen Regisseur Dominik Graf. Im Allgemeinen sei er jedoch
im ersten Moment auch sehr kritisch, wenn jemand mit der Idee einer
Verfilmung oder der Herausbringung eines Hörbuches auf ihn zukäme. „Immerhin
steht ja hinterher mein Name drauf.“, erklärt Meyer den
zahlreichen Zuhörern seine grundsätzlich negative Einstellung.

Einige wenige Stunden später stand der Interview-Termin mit dem Science-Fiction-Autor Andreas Eschbach auf dem Programm. Im Hinterzimmer des LÜBBE-Standes trafen sich Steffi & Tom mit dem preisgekrönten Autor zum Gespräch.
„Im
Grunde genommen muss es irgendwann so kommen, die Frage ist allenfalls,
wann.“
Booksection im Gespräch mit dem Science-Fiction-Autor Andreas Eschbach
Booksection: Ihr
neues Buch "Ausgebrannt", das Sie hier auf der Messe
vorstellen, hat uns ausnehmend gut gefallen. Es behandelt ein sehr
heikles Thema und zeichnet gleichzeitig ein Horrorszenario. Das Ende
des Erdölzeitalters ist gekommen, das größte Ölfeld
in Saudi-Arabien steht in Flammen. Kamen nach Erscheinen des Buches
Repressalien auf Sie zu?
Andreas
Eschbach: Sie meinen, dass die Ölindustrie mir irgendwelche
Agenten auf den Hals hetzt? Nein, das nicht.
Booksection: Obwohl
das Szenario ein denkbar düsteres ist, ist
es doch nicht von der Hand zu weisen, das dieser so genannte "Peak
Oil" tatsächlich in nächster Zeit geschehen könnte.
Eigentlich sind Sie ja Science Fiction-Autor, doch das Thema dieses
Buches ist ein sehr reales.
Andreas
Eschbach: Das eine widerspricht dem anderen nicht. Nehmen
Sie einmal das Wort Science Fiction auseinander: Science heißt
Wissenschaft, Fiction heißt Fiktion. Jeder Roman stellt ja die
Frage "Was wäre wenn?" - wenn das auf einer wissenschaftlichen
Annahme basiert und daraus eine Fiktion gesponnen wird, ist es ein
Science Fiction-Roman. Nicht ob Aliens oder Raumschiffe vorkommen ist
also das Kriterium, sondern ob eine wissenschaftliche Frage durchgespielt
wird. Wir haben es hier mit einem Science Fiction-Roman zu tun, weil
er die wissenschaftliche Annahme durchspielt, dass das Öl irgendwann
ausgeht. Und diese Annahme ist ja nun nicht von der Hand zu weisen;
im Grunde genommen muss es irgendwann so kommen, die Frage ist allenfalls,
wann.
Selbst die Zuspitzung, die der Roman sich gestattet, ist nicht unwahrscheinlich.
Im schlimmsten Fall wäre das alles möglich, es ist bestürzend
wenig daran erfunden. Gehen Sie davon aus, dass Sie das Ende des Ölzeitalters
noch erleben werden; das wird noch zu unseren Lebzeiten passieren.
Das kann eine weiche Landung werden, wenn man die Wirtschaft rechtzeitig
entsprechend umstellt, es kann aber auch eine harte Landung werden,
wenn man so tut, als wäre nichts, und einfach alles weiterlaufen
lässt. Ich habe in meinem Roman einfach die richtig harte Variante
gewählt.
...zum kompletten Interview mit Andreas Eschbach...

Gleichzeitig unterhielten sich Kathrin und Jojo mit dem isländischen Autor Arnaldur Indridason über seinen Roman „Frostnacht“, ebenfalls bei LÜBBE.
„Was
mich interessiert, sind die Charaktere.“
Booksection im Gespräch mit dem Krimi-Autor Arnaldur Indridason über sein
aktuelles Buch, Island und sein Verhältnis zu seinem Kommissar Erlendur.
Booksection: Ihr
aktueller Krimi handelt von Ausländerfeindlichkeit in Island.
Beim Lesen habe ich den Eindruck gewonnen, dass dieses Thema Ihnen
sehr am Herzen liegt. Können Sie uns sagen warum?
Arnaldur
Indridason: Es liegt mir tatsächlich sehr am Herzen.
In den vergangenen Jahren war Island kein multikultureller Staat,
aber mit dem großen Wirtschaftsaufschwung kamen Menschen
aus aller Herren Länder nach Island und eben auch der Rassismus.
Mir war es daher wichtig zu betonen, dass wir alle friedlich zusammenleben
sollten. Die Geschichte handelt außerdem von einem absolut
sinnlosen Verbrechen und davon wollte ich auch reden: von sinnloser
Gewalt, von unschuldigen Opfern und einem dummen, idiotischen Mord.
Dieses Problem haben wir leider in Island und ich habe das Gefühl,
dass wir intolerant sind. Das wollte ich zeigen.
Booksection: Sie
wollten also ein Zeichen gegen den Rassismus setzen?
Arnaldur
Indridason: Ja, ich wollte die Leute zum Nachdenken darüber
bringen. Als Autor muss man etwas zu sagen haben, das die Menschen
zum Zuhören bringt und dann hoffentlich eben auch zum Nachdenken.
Ich kann die Gesellschaft zwar nicht verändern, aber sie vielleicht
dazu bringen, manche Dinge anders zu verstehen. Und das versuche
ich in all meinen Büchern.
...zum kompletten Interview mit Arnaldur Indridason...

Im Anschluss wurde, ebenfalls bei LÜBBE, ein LIVE-Interview mit dem Schauspieler, Moderator und Entertainer Joachim Fuchsberger über sein Buch „Denn erstens kommt es anders…“ geführt. Tom war für Euch vor Ort.
Auch
nach dem LIVE-Interview war für die Besucher der Buchmesse
klar: Joachim Fuchsberger ist zwar älter geworden, hat aber nichts
von dem Charme verloren, der ihn zu dem gemacht hat, der er ist.
In seinem Buch „Denn erstens kommt es anders…“ erzählt „Blacky“ Fuchsberger
Geschichten aus
seinem bewegenden Leben als Schauspieler und Moderator
und nicht zuletzt mit seinem Umgang mit Weltstars, wie zum Beispiel
Barbra Streisand.
Nachdem er einige nette kleine Anekdoten zum Besten gab, ließ es
sich Fuchsberger nicht nehmen, an die Jugend zu appellieren. Junge
Menschen sollten sich keine Gedanken darüber machen müssen,
wie viel Rente sie wohl mit welchem Beruf bekommen würden, so
Fuchsberger. Wichtig sei es, Dinge zu tun, die man liebt, was einen
bewegt und glücklich macht. Daraufhin erhielt der Charmeur heftigen
Applaus.
Auch die angebliche Monotonie des deutschen Fernsehens zweifelt Blacky
an. Man sei doch bei der Vielzahl der Sendungen und TV-Sender schlicht
zu faul, eine Sendung auszusuchen. Wer bei dieser Auswahl, bei so vielen
verschiedenen Sendern nichts findet, der soll sich erschießen!,
sagte Fuchsberger mit seinem bekannten und beliebten Augenzwinkern.

Um 17:30 Uhr mussten dann noch einmal Kathrin & Steffi zum Interview. Dieses Mal mit dem erfolgreichen Autor Anthony McCarten, der sein Buch „Superhero“ bei DIOGENES vorstellte.
„Das
erste Mal vergißt Du nie!“
Booksection im Gespräch mit dem Autor des Buches „Superhero“,
Anthony McCarten
Booksection: “Superhero” ist
eine Geschichte über einen vierzehnjährigen Jungen, der bald
sterben wird. Im ersten Moment eine sehr traurige Geschichte, doch
als Leser merkt man schnell, dass sie auch sehr witzig ist. Wie haben
Sie es geschafft diese Balance so gut zu halten?
Anthony
McCarten: Bei „Superhero“ handelt es sich um
eine Geschichte, die herausfinden soll, was wichtig im Leben ist.
Weil der Junge bald sterben wird, hat er keine Zeit zu verlieren.
Er trifft schnell Entscheidungen, für die manche von uns ein
ganzes Leben brauchen. Donald geht eine schnelle Entwicklung durch:
Von einem kleinen Jungen, der viele Träume hat, zu jemand, der
diese Träume realisiert hat.
Booksection: Warum
haben Sie gerade einen vierzehnjährigen Jungen und keinen älteren
als Protagonisten gewählt?
Anthony
McCarten: Die Geschichte von „Superhero“ basiert
auf einer wahren Begebenheit – es ist so ähnlich vor 15
bis 20 Jahren in Australien passiert. Es war wichtig, dass Donald
ein noch junger und unerfahrener Junge ist. Er ist noch eine Jungfrau
und zu heutigen Zeiten, ist das bei einem Sechzehnjährigen unrealistisch.
Ebenso bei einem Fünfzehnjährigen. Bei einem Vierzehnjährigen
ist das glaubhaft und okay. Aber jetzt haben wir ein Problem, denn
dieser kleine Junge wird von seinem Psychologen zu einer Prostituierten
gebracht und genau darin lag die Herausforderung für mich: Was
für eine Beziehung muss ein kleiner Junge zu seinem Psychologen
haben, dass so etwas passieren kann?
...zum kompletten Interview mit Anthony McCarten...
Freitag, 12. Oktober 2007
Am Freitag, unserem letzten Tag auf der Buchmesse, gaben wir noch
einmal alles. Wir waren auf diesen Tag doch sehr gespannt, es standen
wirklich interessante Interview-Partner auf dem Programm.

Unser erstes Interview an diesem Tag war mit dem russischen Schriftsteller Sergej Lukianenko, der mit "Wächter der Nacht" und seinen mittlerweile 3 Forstzungen große Erfolge feiern konnte. Zur Buchmesse kam er wegen der Präsentation seines neuen Buches, dem Jugendbuch "Das Schlangenschwert", das bei BELTZ erschien.
„Mit
dem Anton des Films bin ich ganz und gar nicht einverstanden!“
Booksection im Gespräch mit dem Autor des Buches „Wächter
der Nacht“, Sergej Lukianenko
Booksection: „Wächter
der Nacht“ und „Wächter
des Tages“ haben nun beide ihren Weg in die Kinos gefunden.
Sind Sie denn mit den Verfilmungen zufrieden?
Sergej Lukianenko: Ich wollte eigentlich,
dass die Filme weitaus mehr den Büchern entsprechen. Als wir
angefangen haben zu drehen, haben wir jedoch festgestellt, dass sich
die Geschichte und die Technik des Films mit den Büchern nicht
vereinbaren lässt. Jetzt kann ich eigentlich sagen, dass es
in den Filmen eine andere Geschichte ist, die erzählt wird.
Mit den Büchern verbindet sie eigentlich nur der Anfang.
Booksection: Wie ist das mit den Schauspielern?
Sind Sie mit der Besetzung und der Umsetzung der Figuren einverstanden?
Sergej Lukianenko: Das
ist ganz unterschiedlich. Seltsamerweise bin ich gerade mit dem Hauptdarsteller
nicht ganz einverstanden. Der Anton des Films ist doch etwas abgewrackter,
etwas heruntergekommener. Das war eine Idee des Regisseurs Timur
Bekmambetov. Der Anton der Bücher steht doch mehr auf beiden
Beinen, ist mehr im Leben verankert und kommt doch besser klar.
Mit den anderen Figuren bin ich sehr einverstanden. Svetlana & Olga
sind zum Beispiel sehr gut gelungen.
...zum kompletten Interview mit Sergej Lukianenko...
Während Steffi & Tom mit Sergej Lukianenko plauderten,
lauschten Kathrin & Jojo der Feministin Alice Schwarzer, die ihr
Buch „Emma - die ersten 30 Jahre“ in Frankfurt vorstellte.
„Was,
Frau Schmidt? Sie haben es nötig die „Emma“ zu
lesen?“
Anlässlich des dreißigjährigen Bestehens der Frauenzeitschrift „Emma“, brachte Alice Schwarzer – pünktlich zur Buchmesse - zusammen mit dem Randomhouse Verlag „Collection Rolf Heyne“ den Bildband „Emma – die ersten 30 Jahre“ heraus. In einem bis auf den letzten Platz belegten Lesezelt, stellte die Frauenrechtlerin diesen imposanten Bildband vor, in dem alle Highlights der Zeitschrift „Emma“ festgehalten wurden. Neben einer Chronik, wurden hauptsächlich Bilder abgedruckt, die dem Leser einen Eindruck der erfolgreichen Zeitschrift vermitteln sollen.
Zunächst gab Alice Schwarzer ihren zahlreichen Zuhörern erst einmal einige wichtige Informationen über die „Emma“. Demnach sei „Emma“ einer der wenigen unabhängigen Zeitschriften in Deutschland, die sich zu 90% nur durch ihre Verkaufseinnahmen finanziere. Außerdem sei die Zeitschrift so enorm wichtig, da sie seit nun über 30 Jahren als „Stimme der Frauen“ agiere und somit auch ihren Teil zu der Emanzipation beigetragen habe. Interessant zu erfahren, war die Tatsache, dass es „Emma“ gerade im ersten Jahre nicht leicht hatte. Die Zeitschrift sei verpönt gewesen und viele Deutsche standen ihr mit einem großen Maß an Aggression gegenüber. So manche Frau wurde beim Kauf der Zeitschrift mit Sätzen wie: „Was, Frau Schmidt? Sie haben es nötig die „Emma“ zu lesen?“, konfrontiert. Letztendlich ginge es sogar soweit, dass rebellische kleine Mädchen in der Schule plötzlich „Emma“ genannt wurden. Doch man gab nicht auf und heute, 30 Jahre später, ist die „Emma“ eine akzeptierte und erfolgreiche Frauenzeitschrift – sogar eine der erfolgreichsten Zeitschriften des 20. Jahrhunderts.
Zu dem Bildband „Emma – die ersten 30 Jahre“, teilte Alice Schwarzer dem Publikum mit, dass in ihm alle wichtigen Themen, die in den vergangenen Jahren behandelt wurden, noch einmal aufgegriffen werden. Dabei betonte sie immer wieder, dass „Emma“ schon seit Jahren am Puls der Zeit sei. Schon in den ersten Ausgaben seien große Themen der „Emma“ Mütter und Hausfrauen gewesen. Auch das Pornografie- und Magersuchtproblem behandele die Zeitschrift schon seit Jahren. Ebenso wichtig wäre jedoch auch das Thema Mode gewesen, solle man sich doch vorstellen, dass es vor Jahren noch ein wirkliches Problem für Frauen war, eine Hose zu tragen.
Sichtlich zufrieden mit der Präsentation ihres Buches, verließ Alice Schwarzer nach einer halben Stunde die Bühne wieder, um im gegenüberliegenden Signierzelt, die mitgebrachten Exemplare der treuen Leserinnen zu unterschreiben.

Im
Anschluss folgte ein weiteres, kleines Highlight des Messebesuchs.
Anlässlich ihres Films „TRADE – WILLKOMMEN IN AMERIKA“ kamen
Regisseur Marco Kreuzpaintner ("Sommersturm") und Produzent Roland
Emmerich ("The Day after Tomorrow") nach Frankfurt. Hier hatten die
Besucher die Möglichkeit den Film vor dem deutschen Start zu sehen. Wie
uns zeigte sich auch das Publikum beeindruckt und erschüttert durch
und von diesem Film.
Nach
dem Film stellen sich die beiden den Fragen des Publikums. Es wurde über
Globalisierung, Missstände und große und schwerwiegende Probleme
in Mexiko und der Welt gesprochen. Kreuzpaintner hofft mit dem Film etwas
bewegen zu können. Durchweg sympathisch und "normal" präsentierten
sich die beiden Filmemacher ihren Zuschauern.
Hier kommt Ihr zur
Filmkritik von „TRADE – WILLKOMMEN
IN AMERIKA“ auf Moviesection.de .

Um 14:00 trafen Kathrin & Tom die Moderatorin Arabella Kiesbauer zum Interview bei PENDO. Die sympathische Wienerin stellte ihr biographisches Buch „Mein afrikanisches Herz“ vor.
„Wunder
Dich nicht, wenn Dir die Kinder „Obruni“ nachrufen.“
Booksection im Gespräch mit Arabella Kiesbauer
Booksection: „Mein afrikanisches Herz“ befasst
sich mit Ihren Wurzeln. Wie kommt man auf die Idee, seine ganz persönliche
Geschichte nieder zu schreiben?
Arabella Kiesbauer: Es
ist ja eine Spurensuche nach meinen afrikanischen Wurzeln und hat
im Privaten begonnen. Erst einmal mit vielen Fragen, die ich mir
gestellt habe, gerade im Bezug auf meinen Vater, der 1999 gestorben
ist: Wie
viel von ihm hab ich in mir? Was war er für ein Mensch? Darauf
konnte ich alleine keine Antworten finden, so habe ich mich an meine
Mutter gewandt. Leider waren
die Gespräche auch nicht so ergiebig, weil meine Mama ja nur von 1967
bis 1972 ihm zusammen war – Dann haben sich die beiden getrennt.
Danach gab es viele weiße Flecken auf der Landkarte im Leben meines Vaters.
Nachdem ich ihn dann nicht mehr selbst fragen konnte, kam der Entschluss, die
Familie zu suchen. Als ich sie gefunden habe, bin ich nach Ghana gereist. Während
der Reise entstand der Wunsch, alles niederzuschreiben, weil ich doch gemerkt
habe, dass, auch wenn die Thematik mit dem Afrikahintergrund nicht so viele
betrifft, die Thematik ohne ein Elternteil aufzuwachsen, aufgrund von
Trennung, oder Scheidung, das diese Last doch von vielen getragen wird.
Booksection: Haben Sie als Kind schon gespürt,
das da irgendwie eine Hälfte von Ihnen fehlt?
Arabella Kiesbauer:Eigentlich
nicht, nein. Ich habe mich wirklich erst später
auf die Suche nach meinem Vater begeben. Als Kind hab ich nicht soviel
vermisst. Ich bin sehr behütet und mit viel Liebe aufgewachsen – Meine
Großmutter hat mich großgezogen und ich habe auch ein
sehr enges Verhältnis zu meiner Mama gehabt. Da hat mir eigentlich
nichts gefehlt. Erst jetzt, mit dem Älterwerden, gerade wenn
man selbst Nachwuchs erwartet, kommen die Fragen. Da will man seine
Familiengeschichte aufschreiben. Ich habe mir auch lange Vorwürfe
gemacht, weil ich diese wunderbaren Geschichten meiner Großmutter,
die Sudetendeutsche war und gegen Ende des Krieges fliehen musste,
nicht aufgeschrieben habe. Da hab ich mir wirklich gedacht: Das passiert
mir hier aber nicht und bin mit einem Aufnahmegerät zu meiner
Mama und hab gesagt: „So jetzt erzählst Du aber!“
...zum kompletten Interview mit Arabelle Kiesbauer...
Während Kathrin & Tom mit Arabella über ihr Buch redeten,
saß Jojo bei der Lesung von Anthony McCarten und dessen Buch „Superhero“.
Eine außergewöhnlich lebendige und humorvolle Lesung präsentierte
am Donnerstagmittag der Spiegel-Online-Redakteur Daniel Haas: Anthony McCarten
stellte sein Buch „Superhero“ vor und Rufus Beck las daraus
vor. Nicht nur als professioneller Leser, sondern vor allem als Fan sei
er hier, sagte Haas zu Anfang und drückte seine Hoffnung aus, dass
die Besucher des Lesezeltes am Ende der Veranstaltung auch zu McCarten-Fans
geworden sein sollten.
Tatsächlich zeigten sich alle Besucher sehr schnell beeindruckt vom komischen
und zugleich respektvollen Schreibstil des Autors, was nicht nur, aber zu einem
Großteil an der tollen Darbietung von Rufus Beck lag. Der Schauspieler
las das erste Kapitel aus „Superhero“, einer Geschichte um einen
krebskranken Jungen, so lebhaft und ausdrucksstark vor, dass man als Zuhörer
fast denken konnte, die Stimme käme aus dem CD-Player. Rufus Beck zuzuhören
ist wirklich ein fantastisches Erlebnis! Kein Wunder, dass auch Anthony McCarten
zuvor gesagt hatte, er sei eigentlich nur da, um einmal den berühmten Rufus
Beck zu hören.
Im Gespräch mit McCarten ging es dann um die Frage, welche Qualitäten
ein Superheld für ihn haben müsse. Ganz klar, die klassischen Superhelden-Fähigkeiten
müsse er schon besitzen, so der Neuseeländer, aber noch viel wichtiger
sei ihm, dass dieser auch die Macht habe, die Seele der Menschen zu berühren.
Und so wie der Held dies können müsse, so habe auch er sich beim Schreiben
darum bemüht. Die Verbindung vom großen Schmerz des Jungen mit der
humorvollen Seite des Romans sei aber ebenfalls notwendig gewesen, damit die
Geschichte beim Leser ankommen könne. Zur Demonstration las Anthony McCarten
ein weiteren Ausschnitt aus dem Buch vor.
Zum Ende der Lesung ging Moderator Daniel Haas auf die Frage ein, ob McCarten
seine unkonventionellen Erzählformen deshalb einsetze, weil er nicht mehr
an die Form des Romans glaube, was McCarten mit einem Augenzwinkern und dem Hinweis,
dass die Frankfurter Buchmesse doch der beste Gegenbeweis sei, klar verneinte.
Einen runden Abschluss bildete Rufus Beck, der trotz der knappen Zeit noch einen
kleinen Ausschnitt aus „Superhero“ vorlas und damit endgültig
alle Zuhörer im Lesezelt von diesem wunderbaren Roman begeistern konnte.

Das letzte Interview führten Tom & Steffi mit der Moderatorin und Schauspielerin Minh-Khai Phan-Thi, die ihr Buch „Zuhause sein“ in Frankfurt vorstellte.
„Ich
find Deutschland gut!.“
Booksection im Gespräch mit Minh-Khai Phan-Thi
Booksection: In Ihrem Buch „Zuhause sein“ verarbeiten
Sie sehr persönliche Dinge. Was hat Sie denn dazu bewogen, diese
Geschichte aufzuschreiben und zu veröffentlichen?
Minh-Khai Phan-Thi: Ich habe ja
einen Dokumentarfilm gedreht, „Vietnam: Ein Land und kein Krieg“.
Da konnte ich nur einen Ausschnitt Vietnams zeigen, als das, was
ich gerne erzählen wollte. Das Thema hat mich beschäftigt,
seit ich klein bin. Wenn mich Leute fragen: „Woher kommst Du?“ (Ich
mag diese Frage gar nicht!!) sag ich immer: „Aus Darmstadt!
Also ich bin ä Hess!“ Dann sagen die Leute immer: „Nein,
so sehen Sie gar nicht aus.“ Dann fragen sie halt „Woher
kommen Deine Eltern?“ Dann sag ich immer: „Frag das doch
gleich!“ Und wenn ich dann sage „Vietnam!“ sagen
immer alle: „Oh ja, der Vietnam-Krieg.“ Für mich
ist und war Vietnam nicht immer nur Krieg. Das war also der erste
Anstoß dieses Buch zu schreiben.
Als ich mit 20 in die Medienbranche kam, hab ich immer gesagt, dass
ich irgendwann einen Dokumentarfilm drehen werde, in dem ich mit diesen
Missverständnissen, die man über dieses Land hat, aufräume.
Das hab ich dann mit dem Film gemacht, der dann auch sehr erfolgreich
wurde. Danach hat mich dann eine Literaturagentur angesprochen: „Möchtest
Du nicht über Vietnam ein Buch schreiben?“ und ich gleich: „Um
Gottes Willen! Auf keinen Fall!! Ich bin Moderatorin und Schauspielerin
und vor allen Dingen Mama. Ich hab keine Zeit für so was!!“ Nach
langem Hin und Her, auch nachdem auf der Buchmesse 2005 großes
Interesse bekundet wurde, was ich nie für möglich gehalten
hätte, hab ich vom DIANA VERLAG einen total süßen Brief
bekommen. Die haben mich dann sehr gut rum bekommen.
Das Buch steht auf drei Säulen: Die erste ist meine Sichtweise
auf Vietnam und auf Deutschland, die zweite ist die Integration und
die dritte ist die Geschichte meiner Eltern. So entstand dieses Buch.
Ich sollte eigentlich 120 Seiten schreiben, jetzt sind es 280 Seiten
geworden. Es kam alles so aus mir raus…
Booksection: War es schwer dieses Buch zu schreiben?
Minh-Khai Phan-Thi: Ich werde ja
sehr oft zu solchen Themen, wie Integration, als Gastredner eingeladen.
Deshalb war das eigentlich nicht schwer. Es war eher schwer für
mich das zu strukturieren. Ich rede sehr viel durcheinander, da konnte
das schwierig werden. Die ersten 8 Monate habe ich sehr autark geschrieben
und es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Ich konnte mir
dadurch auch leisten, vieles nicht zu machen. Ich wollte mich aufs
Schreiben konzentrieren und viel mit meinem Sohn zuhause sein. Das
hatte auch Vorteile.
...zum kompletten Interview mit Minh-Khai Phan-Thi...
Abschließend können wir nur sagen: „Toll war’s“.
Zwar auch anstrengend und auspowernd, aber insgesamt gesehen einfach
ein tolles Erlebnis, über das wir Euch hoffentlich gut informiert
haben. Am Wochenende öffnen ja bekanntermaßen noch für
alle Besucher die Türen, daher empfehlen wir Euch unbedingt einen
Blick auf die Messe zu werfen. Nicht nur wegen der Autoren, sondern
auch der Stimmung wegen, die in Frankfurt einfach toll ist.
Wir hoffen, Euch hat dieser Einblick in unsere Messetage ein wenig gefallen.
Nächstes Jahr wieder!
Eure/r
Steffi, Kathrin, Jojo &
Tom
Booksection.de
Text & Bildmaterial: Booksection.de
