Special

Frankfurter Buchmesse 2006


"Ereignisreich"

Booksection auf der Frankfurter Buchmesse

Vom 04.10.2006 bis 08.12.2006 hieß es für alle beruflichen und privaten Leseratten wieder: „Auf nach Frankfurt am Main!“ In guter alter Tradition öffnete die renommierte Buchmesse wie jedes Jahr ihre Pforten. Dieses Mal als Gastland mit dabei: Indien.

Bei so vielen neuen Büchern auf einem Haufen ist klar, dass sich die Booksection-Redaktion einen persönlichen Besuch nicht nehmen ließ. Am 07.10.2006 machten sich Melli, Kathrin und Jojo auf in die Mainmetropole, um sich auf den neusten Stand der Dinge zu bringen und sich jede Menge neue Leseanregungen zu holen. Die Hoffnungen wurden nicht enttäuscht. In den großzügigen Hallen am Messeturm hatten sich alle namhaften Verlageshäuser versammelt. Aber auch Nischenverlage konnten sich hier präsentieren. Ein Blick in den Messe-Veranstaltungskalender zeigte, dass sich viele Autoren zu Signierstunden und Interviews angekündigt hatten.

Wer glaubt, dass sich die Buchmesse ausschließlich auf Bücher beschränkt, wird schnell eines besseren belehrt. Die Sparten Film- und Fernsehen haben hier genauso ihren Raum, wie renommierte Zeitungen und Magazine. So war nicht nur ein Stand der „Zeit“ zu finden, sondern auch der „Spiegel“ und die „Frankfurter allgemeine Zeitung“ präsentierten nicht auf nicht wenigen Quadratmetern. Die Comic-Freunde kamen ebenfalls auf ihre Kosten. Viele nutzen die Gelegenheit, um in eigenen Kostümen die Messe zu besuchen. Ein bunter und zum Teil schriller Tupfer in der sonst doch sehr gediegenen Besucherschar.

Der Bereich Film und Fernsehen präsentierten sich in einer eigenen Messehalle in der Mitte des Geländes. Hier hatten die Besucher Gelegenheit einige Kinofilme vor dem eigentlichen Start zu sehen, zum Teil auch in der Originalfassung wie zum Beispiel der neuste Streifen von Ridley Scott„Ein gutes Jahr“. Die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Erfolgsautor Peter Mayle kam beim Messepublikum gut an und war sehr gut besucht. Als Gesprächspartner im Café GALORE hatte sich am 07.10.2006 der bekannte Synchronsprecher Christian Brückner eingefunden. Die Stimme von Robert DeNiro bekannte auf die Frage der Interviewer ob es nicht komisch sei, seine eigenen Stimme in einem Film zu hören freimütig, dass er nur selten ins Kino gehe.

Ein weiterer prominenter Messegast war der Comedian Martin „Maddin“ Schneider. Er präsentierte seinen neuen Film „7 Zwerge- der Wald ist nicht genug“ und signierte fleißig und unermüdlich am Stand des Baumhaus Verlages alles, was man ihm unter die Nase schob.

Außerdem war Eva Herman auf der Messe vertreten. Sie kam nach Frankfurt, um Rede und Antwort zu ihrem umstrittenen Buch „Das Eva-Prinzip“ zu stehen. Im Interview mit einem Moderator des hessischen Rundfunks, der mit seiner Kritik über Hermans Buch nicht hinter dem Berg hielt, zeigte sich Hermann gut vorbereitet, konnte jedoch letztendlich nur wenige der Zuschauer von ihren Ansichten überzeugen.

So hält Eva Herman zum Beispiel nur sehr wenig von der Kindergartenpflicht, die demnächst bei uns in Deutschland eingeführt werden soll, denn „dann müssen die Kinder ja weg und die Frauen müssen dann ja arbeiten“, so die ehemalige Tagesschausprecherin ganz ungläubig. Außerdem beschwerte sie sich, dass von Seiten der Medien ihr Werk in einem so schlechten Licht dargestellt werde. Mit 3.000 Emails von Hausfrauen und Müttern, die sich positiv geäußert haben, sei bewiesen, dass die Wirklichkeit der Medien nicht die Wirklichkeit der Leser sei. Für alle die sich ihr eigenes Bild machen wollen: Anfang des nächsten Jahres wird Eva Herman ein zweites Buch veröffentlichen, in dem sie zu den bisherigen Reaktionen Stellung nehmen wird.  

Danach ging es mit den Programmpunkten Schlag auf Schlag. Da wir möglichst wenig verpassen und so viel als möglich von der Buchmesse mit nach Hause nehmen wollten, mussten wir eine große Laufbereitschaft an den Tag legen. Die für uns interessanten Programmpunkte waren kreuz und quer in den zahlreichen Messehallen und deren verschiedenen

Ebenen verteilt. Zunächst statteten wir Ruth Moschner, die ihr neues Buch „Süße Märchen oder wie ich mich glücklich nasche“ vorstellte, einen Besuch ab. Diese erfüllte gerade gut gelaunt und lächelnd, drei Stunden die zahlreichen Autogrammwünsche ihrer Fans. Obwohl die Meisten wahrscheinlich nicht wegen ihres Buches kamen, sondern wohl eher wegen ihrer Tätigkeit als Moderatorin, hat sie vielleicht doch den einen oder anderen Besucher davon überzeugen können einen Blick in dieses zu werfen. 

Nach einem kürzeren Rundgang durch die Halle in der Dienstleistungen für Verlage und Buchhandel vorgestellt wurden, machten wir uns auf zur Lesung und Fragestunde des Jugendbuchautors Kai Meyer, der sein neues Buch „Seide und Schwert“ präsentierte. Leider war der Andrang dort so groß, dass wir keine Chance hatten dem Autor näher zu kommen. Seine treueren Fans versammelten sich bereits (so erschien es uns) Stunden vorher, um ein Autogramm von ihm zu ergattern.

Ebenfalls ein Highlight war für uns, den beiden Erfolgsautoren Heike und Wolfgang Hohlbein auf der Messe zu begegnen. Noch vor dem wirklich großen Ansturm zu ihrer Signierstunde, hielten die beiden sich am Stand ihres Verlages auf, so dass es uns gelang ein gutes Foto von ihnen zu schießen. Mehr zufällig begegneten wir auf unserem Rundgang auch dem bekannten Kinderbuchautor Paul Maar. Dieser schien sich viel Zeit für seine kleinen Fans zu nehmen und schrieb sogar persönliche Widmungen in die Bücher. Fasziniert von den Eindrücken und dem umfangreichen Starangebot auf der Frankfurter Buchmesse, nahmen wir uns im Anschluss die Zeit für einen ausführlichen Rundgang durch die verschiedenen Hallen. Dabei konnten wir viele neue und interessante Bücher, auch von uns bisher unbekannten Verlagen, entdecken. Einzig die Präsentation des Gastlandes Indien konnte uns weniger überzeugen. Erwartet hatten wir bunte Gewänder, fröhliche Musik und eine interessante Darstellung der indischen Literatur. Leider konnten diese Erwartungen nicht erfüllt werden. Insgesamt wirkte diese Halle eher leblos und auch das dortige Programm war mehr auf Wissenschaftler und Experten, als auf die breite Masse zugeschnitten. Trotz allem entdeckten wir auch dort spannende Ecken, wie zum Beispiel die Informationssäulen an denen man per Kopfhörer einiges über die indische Kultur dazu lernen konnte.


Alles in allem lässt sich sagen, dass sich der Tag in Frankfurt wirklich gelohnt hat. Die Buchmesse wartet mit einem solch tollen Angebot auf, dass für wirklich jede Altersklasse und für nahezu jedes Interessengebiet etwas dabei ist. Wir von Booksection.de sind uns einig: Die nächste Buchmesse in Frankfurt wird nicht ohne uns vonstatten gehen: Viel zu gigantisch waren die Eindrücke, die wir dort an nur einem einzigen Tag sammeln konnten.

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