Eine Lesereise führt den Erfolgsautor Christopher Paolini derzeit durch ganz Europa. Beinahe selbstredend darf da auch ein Stopp in der deutschen Hauptstadt nicht fehlen. Bevor Paolini im Berliner Kino „Babylon“ zusammen mit Andreas Fröhlich, der deutschen Stimme der „Eragon“-Hörbücher, seinen vierten und vorerst auch letzten Band der „Eragon“-Reihe vorstellte, traf Booksection.de den amerikanischen Erfolgsautor zum Interview.


Christopher Paolini - Das Interview

"Am meisten vermisse ich Saphira."

Booksection.de: Es liegt eine langer Weg hinter dir, der nun zu Ende geht. Wie ist das Leben ohne Eragon?
Christopher Paolini: Das Leben ist gut, aber natürlich bin ich ein bisschen traurig, dass ich der Buchreihe auf Wiedersehen sagen muss. Ich vermisse die Welt und ihre Figuren, aber gleichzeitig ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass die Geschichte endlich zu ihrem Ende gebracht wurde. Es ist jetzt sehr aufregend, endlich an neue Projekte denken zu können.

Booksection.de: Welche Figur vermisst du am meisten?
Christopher Paolini: Schwer zu sagen, denn eigentlich vermisse ich alle. Aber ich glaube am meisten vermisse ich Saphira.

Booksection.de: Als du damit angefangen hast an der Buchreihe zu arbeiten, hättest du da gedacht, dass der Weg zusammen mit Eragon ein so langer werden wird?
Christopher Paolini: Nein, denn zunächst einmal dachte ich ja auch, dass es eine Trilogie werden wird und nicht eine Buchreihe, die aus vier Büchern besteht. Außerdem hätte ich nie erwartet, dass der Schreibprozess so langwierig sein würde. Als ich fünfzehn Jahre alt war, hätte ich niemals für möglich gehalten, das ich zehn Jahre später noch immer damit beschäftigt sein könnte. Ja, das war eine unglaublich lange Reise und ich freue mich nun wirklich sehr darauf, neue Sachen ausprobieren zu können.

Booksection.de: Hast du bereits damit angefangen, an etwas Neuem zu arbeiten?
Christopher Paolini: Ja und nein. Ich habe die eine oder andere Sache bereits angefangen, aber ich komme nicht richtig zum Schreiben, weil ich im Moment für die „Eragon“-Tour permanent am Reisen bin. Ich bin schon seit 91 Tagen unterwegs… aber sobald das zu Ende ist und ich wieder zu Hause bin, werde ich versuchen möglichst schnell herauszufinden, was ich als nächstes schreiben werde.

Booksection.de: Wirst du im Fantasy-Genre bleiben?
Christopher Paolini: Ich habe bereits Ideen für 20 bis 30 neue Bücher. Manche davon sind Fantasy-Bücher, aber ich habe auch Ideen für Science-Fiction-Bücher, für Mystery-Thriller oder Horrorbücher. Aber ich mag Fantasy sehr und ich werde mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wieder ein Buch in diesem Bereich veröffentlichen, und irgendwann in Zukunft werde ich auch wieder in die Welt von „Eragon“ zurückkehren… irgendwann!

Booksection.de: Ich habe gelesen, dass du den Großteil der Geschichte rundum „Eragon“ von Anfang an ausgearbeitet hast. Da dieser Zeitpunkt schon über zehn Jahre zurückliegt: Hast du während dem Schreiben irgendwelche bedeutenden Änderungen vorgenommen?
Christopher Paolini: Das kommt darauf an, was du unter bedeutend verstehst. Ursprünglich wollte ich Murtag umbringen, aber das habe ich offensichtlich nicht getan.

Booksection.de: Warum hast du dich dagegen entschieden?
Christopher Paolini: Es kam mir schlicht nicht sonderlich fair vor. (lacht) Und eigentlich hatte ich von Anfang an im Sinn, dass Eragon und Arya zusammen glücklich werden sollten, aber auch haben sich die Umstände offensichtlich geändert. Ich wollte eigentlich auch, dass Roran König wird. Manche kleinen Änderungen haben letztlich einfach größere Änderungen bedingt.

Booksection.de: Denkst du, dass manche Änderungen etwas damit zu tun haben, dass du selbst älter geworden bist und sich deine Sicht der Dinge geändert hat?
Christopher Paolini: Ja, das kann schon sein. Es liegt auch daran, dass ich die Figuren über die Jahre besser kennengelernt habe. Wie gesagt: Ich wollte am Anfang, dass Roran König wird. Je besser ich ihn kennen gelernt habe, desto mehr wurde mir jedoch klar, dass ihn das gar nicht glücklich machen würde. Das, was ihn glücklich macht, ist nach Hause zu gehen, sich dort niederzulassen und ein Zuhause für sich, seine Familie, seine Tochter zu schaffen. Das ist, was ihn glücklich macht, nicht auf einem Thron zu sitzen.

Booksection.de: Du denkst viel über deine Figuren nach und es klingt so, als wärst du ihnen auch sehr nahe. Ist das eine Art von Liebe, die man nach all den gemeinsamen Jahren entwickelt?
Christopher Paolini: Absolut! Ich liebe sogar die bösen Figuren. Vor allem Galbatorix - ihn zu schreiben hat einen unheimlichen Spaß gemacht.

Booksection.de: Der Weg, den Eragon zu gehen hat, scheint starke Parallelen zu deinem Leben zu haben: ein Teenager wird langsam zu einem Erwachsenen. Wie viel von dir steckt in der Figur?
Christopher Paolini: Vor allem zu Beginn der Geschichte steckt sehr viel von mir in ihm, aber offensichtlich macht Eragon viele Sachen, die ich niemals machen würde: gegen Monster kämpfen oder auf Drachen reiten. Das verändert ihn mit der Zeit auf eine Art und Weise, wie ich mich in all den Jahren nicht verändert habe. Auf der anderen Seite war es so, dass ich sehr lange gebraucht habe das Buch zu schreiben und dass ich daher viel schneller gewachsen bin, als die Figuren im Buch. Ich glaube, dass das dem Buch allerdings nur gut getan hat, weil ich ab einem gewissen Zeitpunkt mehr wusste, als meine Figuren – und das ist für einen Autor immer sehr hilfreich (lacht). Nichtsdestotrotz gibt es zwischen Eragon und mir bis zum Schluss viele Parallelen. Beispielsweise muss Eragon im letzten Band seine größte Herausforderung antreten und
für mich war es auf kreativer Ebene auch die größte Herausforderung, den vierten Band zu schreiben.

Booksection.de: Worin genau bestand für dich die Herausforderung beim vierten Band?
Christopher Paolini: Ich hatte zuvor drei Bücher einer Reihe geschrieben, aber ich hatte noch nie zuvor eine Geschichte zu einem sauberen Ende gebracht. Ich wollte ein gutes Ende finden, wodurch ich unter einem starken Druck stand. Ich wollte unbedingt so gut wie nur möglich sein. Außerdem passiert im letzten Band sehr viel und die Figuren machen große Veränderungen durch. <!--[if !supportLineBreakNewLine]--> <!--[endif]-->

Booksection.de: Du warst noch sehr jung als das erste Buch veröffentlicht wurde. Würdest du sagen, dass der Erfolg der Reihe und der ganze Prozess dich zu dem Menschen gemacht haben, der du heute bist?
Christopher Paolini: Ganz bestimmt! Ich durfte viele Erfahrungen sammeln, die sonst kaum jemand in meinem Alter macht. Ich stand im Fokus der Öffentlichkeit, ich reiste durch die ganze Welt und traf Leser und Fans. Ich habe auch Politiker getroffen, Schauspieler, Regisseure – ganz viele interessante Persönlichkeiten. Wäre ich ganz normal zur Schule und zum College gegangen, hätte ich all diese Erfahrungen nicht gemacht und wäre heute sicherlich ein anderer Mensch. Dafür bin ich sehr dankbar und es ist toll zu wissen, dass dies alles nur durch die Leser und die Fans möglich gemacht wurde.

Booksection.de: Ich kann mir vorstellen, dass du von vielen Fans Feedback bekommen hast in den vergangenen Jahren. Gibt es eine Geschichte, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Christopher Paolini: Es gibt und gab so viele wunderbare Geschichten. Beeindruckend ist, dass ich Briefe von Eltern bekommen habe, die ihre Kinder nach Figuren in meinem Buch benannt haben. Toll ist auch, dass ich von vielen jungen Lesern gehört habe, dass sie durch die „Eragon“-Reihe zum Lesen kamen. Als Autor ist man sehr dankbar über solche Geschichten, weil man weiß, dass das Buch etwas bei dem Leser bewirkt hat. Etwas Besseres gibt es für einen Schriftsteller kaum! Auch interessant war, dass ich viele Heiratsanträge bekommen habe… auch nicht schlecht (lacht).

Booksection.de: Wenn man eine Fantasyreihe beginnt, die von Anfang an auf eine so große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit stößt, setzen einen Leser und Fans ja auch unter immensen Druck. Erinnerst du dich an eine Zeit in der du dachtest, dass du der Herausforderung vielleicht nicht gewachsen bist?
Christopher Paolini: Es gab Zeiten, in denen ich mir nicht sicher war, ob ich die Reihe beenden werde und es gab Zeiten, in denen ich fast aufgegeben hätte. Aber ich habe es nicht getan! Der Schritt vom ersten zum zweiten Buch war immens schwierig, weil Schreiben beim ersten Buch noch ein Hobby für mich war. Nachdem der erste Teil veröffentlich wurde, war jedoch schnell klar, dass es eine Fangemeinde gibt und Leser, die große Erwartungen an mich und die Reihe stellen. Ich musste lernen, diesen Fakt beim Schreiben zu ignorieren. Sobald ich mir darüber zu viele Gedanken und Sorgen gemacht habe, war ich nicht mehr fähig zu schreiben. Ich war total gehemmt und ängstlich. Damit umzugehen war ein Lernprozess – ein sehr wertvoller Lernprozess.

Booksection.de: Du bist diesen langen und teilweise schwierigen Weg nun über zehn Jahre gegangen. Bist du zufrieden mit dem Endergebnis?
Christopher Paolini: Es gibt immer wieder Sachen, die ich heute ändern wurde. Aber mit der Geschichte bin ich im Ganzen zufrieden, weil ich die Geschichte geschrieben habe, die ich erzählen wollte. Ich denke, dass die Leute die Buchreihe genossen haben und ich hoffe, dass mir die Leser auch in Zukunft, bei meinen kommenden Projekten, treu bleiben.

Booksection.de: Was würdest du einem jungen, aufstrebenden Autor heute besonders ans Herz legen wollen?
Christopher Paolini: Ich würde sagen: Lese alles was dir in die Hände kommt. Lese, lese, lese! Denn: gute Schreiber sind gute Leser. Ich würde außerdem sagen: Schreibe jeden Tag und warte nicht auf Inspirationen. Schreibe auch am Wochenende und im Urlaub. Du kannst Weihnachten frei nehmen, aber schreibe an deinem Geburtstag! Außerdem: Lerne alles über die Sprache in der du schreibst, denn das ist dein Werkzeug und je besser du sie verstehst, desto besser bekommst du deine Gedanken aufs Blatt und letztlich in den Kopf eines anderen. Und: Finde einen guten Leser in deinem Leben – einen Freund, einen Lehrer, ein Familienmitglied. Jemand, der deine Arbeit liest und dir konstruktive Kritik gibt. Und ganz wichtig: Bleibe beständig und gib nicht auf!

Booksection.de: Was ist deiner Meinung nach die größte Herausforderung am Schreiben?
Christopher Paolini: Ausdauer! Gerade wenn man eine Fantasy-Reihe schreibt und jeden Tag über Jahre hinweg mit einem Projekt beschäftig ist. Das ist sehr, sehr schwierig.



Die Bücher


Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter

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Doch schlussendlich würde es Eragon nicht interessieren. Er lebt zu weit weg, als das er den Einfluss des Königs zu spüren bekommen würde. Doch als er einen seltsamen Stein auf der Jagd findet, und wenig später Eragon stolzer Besitzer eines frisch geschlüpften Drachenweibchens ist, ändert sich seine Welt. Der König hat davon erfahren und strebt nach dem Drachen und seinem Besitzer. Er könnte es sich nicht erlauben, einen irgendwann ausgebildeten Drachenreiter frei herum laufen zu lassen. Schneller als er denkt, stellt sich Eragons Welt auf den Kopf, und er muss sich entscheiden, wohin ihn seine Zukunft bringt… ...zur Buchkritik

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Unterdessen muss sich Roran, der Cousin von Eragon, in Carvahall ganz anderen Problemen stellen. Der König will ihn unbedingt gefangen nehmen um Eragon damit unter Druck zu setzen. Doch so leicht gibt Roran nicht auf und bringt so das ganze Dorf in große und gleichzeitig in tödliche Gefahr... ...zur Buchkritik

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