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Kommende Buchkritiken
Die Giftsammlerin
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Autor
Sonja Rudorf
Genre Krimi
Verlag dtv ISBN 978-3-423-21000-3 Erscheinungsdatum (D) 2005 Seiten 275 |
Inhalt
Für Eva bricht eine Welt zusammen, als ihre Mutter stirbt. Als wäre dies nicht schon Schicksalsschlag genug, muss sie sich jetzt auch noch um die Auflösung des Haushalts kümmern - in die vertrauten Räume ihrer Kindheit zurück, die voll wehmütiger Erinnerungen stecken. Doch einmal dort angelangt, kommt Eva nicht mehr heraus aus dem Strudel der Vergangenheit, in dem sie sich verfängt: Sie findet Fotos, die ihren verstorbenen Vater mit einer anderen Frau und einem kleinen Jungen zeigen - einer zweiten Familie, die er vor Jahrzehnten heimlich in Prag gegründet hatte. Und je tiefer sie in diese Geschichte eintaucht, desto stärker werden ihre Zweifel: Ist ihr Vater tatsächlich an einfachem Herzversagen gestorben oder gibt es jemanden, der seinen Tod mit allen Mitteln herbeiführen wollte?
Buchkritik von Karolin Kullmann
Sonja Rudorf hatte eine raffinierte Idee für diesen Krimi, die aufregend klingt und viel verspricht: Der Vater der jungen Eva - verflochten im Netz zweier intriganter, rachsüchtiger Frauen - wird vergiftet. Doch die Geschichte verspricht auf den ersten Seiten mehr, als sie letztendlich einzuhalten vermag. Hatte man sich noch zu Beginn vorgestellt, dass eine aufregende Szenerie um die Aufdeckung des Geheimnisses um Evas Vater entsteht, muss man bald mit Ernüchterung feststellen, dass dieser Teil schnell abgehandelt wird. Stattdessen dreht sich dann alles um Eva selbst, übereilt gerät die Kriminalgeschichte in Vergessenheit und verliert die spannende Note, die den Leser zu Anfang noch kitzelte. Rasch driftet das Geschehen ab in Handlungen, mit denen niemand rechnen konnte und die viel zu oft einfach absurd wirken. Damit büßt “Die Giftsammlerin” an Glaubenswürdigkeit ein und verliert mit dem Lesen seinen Reiz. Die Autorin hat einen netten Zeitvertreib kreiert, aber eben nicht das, was man sich unter einem atemberaubenden Krimi vorstellt.
