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Kommende Buchkritiken
Das Rätsel der Masken
Disfraces terribles
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Autor
Elia Barceló
Genre Roman
Verlag Piper ISBN 978-3-492-25048-1 Übersetzung Stefanie Gerhold Erscheinungsdatum (D) 2006 Erschienen 2004 Seiten 523 |
Inhalt
Der junge französische Literaturkritiker Ariel Lenormand ist im Begriff, eine Biographie über den bekannten argentinischen Schriftsteller Raúl de la Torre zu schreiben. Im November 1991 hatte dieser in Paris seinem Leben ein Ende bereitet. Ariel begibt sich nun auf die Spuren des Autors - er reist nach Paris, um dort Raúls erste Ehefrau Amelia zu treffen. Von ihr erhofft er sich Informationen, die über das hinausgehen, was nach Raúls Tod in der Klatschpresse zu lesen war. Mit Amelia lernt der junge Mann eine geheimnisvolle, charismatische und schwer zu durchschauende Frau kennen, die trotz ihres Alters eine eigenartige Faszination auf ihn ausübt. Immer wieder entzieht sie sich den Fragen Ariels, lässt ihn immer nur genau so viel wissen, wie es gerade nötig ist. Fast unmerklich wird der Biograph in das zutiefst verstörende Leben des Mannes hineingezogen, der doch schon seit Jahren tot ist. Geheimnisse türmen sich vor Ariel auf, die ihn das eigentliche Ziel seiner Nachforschungen immer mehr vergessen lassen. Was hat es mit dem Unfalltod von Raúls zweiter Ehefrau auf sich? Was bewog den berühmten Schriftsteller, seine spät erkannte Homosexualität öffentlich zu gestehen? Und die wichtigste Frage von allen: Was verbirgt sich wirklich hinter Raúls Vermächtnis, seinem literarischen Werk? Immer tiefer versinkt Ariel in Raúls und Amelias Leben - und verliert dabei beinahe sein eigenes aus den Augen.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Mit der Zeichnung ihrer mehr als außergewöhnlichen Charaktere ist Elia Barceló ein wahres Meisterwerk gelungen! Man muss ganz einfach fasziniert sein von diesen besonderen Personen, die ihren wunderlichen Tanz um dunkle Geheimnisse und verborgenen Obsessionen vollführen. Jeder, der in dieser wundervoll erzählten Geschichte mitwirkt, ist von der Autorin mit viel Liebe fürs Detail und mit herausragender Menschenkenntnis gezeichnet worden. Die geheimnisvolle Amelia, der naive Ariel und der von einer dunklen Leidenschaft getriebene Raúl - sie alle wirken unglaublich lebendig und faszinieren vom ersten Moment an. Folgerichtig sind es auch die Protagonisten, von denen diese seltsame, anrührende und wunderbare Liebesgeschichte lebt. Hier geht es um den schmalen Grat zwischen großer Liebe und Besessenheit, um die Kunst, den Schein zu wahren und dabei alles zu verraten, was einem wichtig ist und um die Grenzen, die in unserer Gesellschaft nicht überschritten werden dürfen. Barceló erzählt von einer Liebe, die scheinbar über den Tod hinaus weiterlebt - und von den großen und ganz banalen Dingen, die den Tod der Gefühle bedeuten können. "Das Rätsel der Masken" ist ganz sicher eines dieser besonderen, anrührenden und nachdenklich stimmenden Bücher, die noch lange nachwirken.
