Der Schachautomat

Der Schachautomat

Autor Robert Löhr Genre Historischer Roman
Verlag Piper
ISBN 978-3-492-24868-6
Erscheinungsdatum (D) 2005   Seiten 406

Inhalt

Als Hofrat Wolfgang von Kempelen 1769 bei Hofe einer Vorführung unkomplizierter Tricks mittels Magnetismus beiwohnt, ist er empört darüber, wie einfach sich die Zuschauer in Staunen versetzten lassen. Nach der Vorstellung verspricht er der Erzherzogin Maria Theresia, zu beweisen, dass er weitaus Größeres leisten kann.

Ein halbes Jahr später präsentiert er der ganzen Welt sein Meisterwerk: den Schachautomaten. Er macht der Erzherzogin und alle anderen Zuschauern glauben, dass diese Maschine, einzig angetrieben von Zahnrädern, des Spielens mächtig sei und selbstständig denken könne. Doch im Innern verbirgt sich Tibor, ein Zwerg mit außergewöhnlichen Fähigkeiten im Schach, der die Maschine steuert. Die Täuschung ist perfekt, doch einige Zeit später gibt es Probleme, die das Geheimnis gefährden und schon bald droht sie ein weitaus schlimmeres Schicksal zu ereilen als bei Maria Theresia in Ungnade zu fallen…

Buchkritik von Karolin Kullmann

Karolin vergibt 4 von 5 Bs Sein Debütroman ist dem Autor durchaus gelungen, auch wenn die Geschichte ab und zu Schwächen aufweist. Sie erzählt von Wolfgang von Kempelen - der im 18. Jahrhundert tatsächlich gelebt hat - und seinem Schach spielenden Automaten, der ganz Europa in Aufruhr und Staunen versetzte. Das Thema ist durchaus spannend, gerade weil es eben jenen Automaten und dessen Geheimnis tatsächlich gegeben hat. Sehr interessant zu lesen ist, wie Löhr die heutigen Wissenslücken um den Roboter mit seinen eigenen Phantasiekonstrukten füllt und somit aus den bekannten Bruchstücken ein Ganzes formt. Die Spannung, die schon in der Thematik selbst liegt, schafft er jedoch nicht immer richtig herauszuarbeiten, und so gibt es in “Der Schachautomat” gerade zu Beginn einige Längen. Zur Mitte hin sind diese fast gänzlich verschwunden, doch einige erotische Szenen wirken dann störend. Sie erscheinen gekünstelt und fehl am Platze und da sie für den Handlungsverlauf nicht wichtig sind, hätten sie getrost weggelassen werden können. Obwohl also an einigen Stellen mehr aus dem Buch hätte herausgeholt werden können, ist es sehr flüssig zu lesen und schon wegen des Geheimnisses um den Automaten einen Blick wert.

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